14. November 2014
von admin
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Federer glänzt, Nishikori siegt in London

Die Eigentümer der gefragten Tickets für das abschließende Highlight der ATP- Saison 2014 sind in London noch nicht auf ihre Kosten gekommen: Keines der bisher acht Round-Robin-Matches der „Barclay Finals“ ging über drei Sätze, die durchschnittliche Spieldauer lag knapp über 75 Minuten. Das ist ein teurer Spaß.

Am Donnerstag fielen die Entscheidungen für das Erreichen des Halbfinales in der Gruppe B. Die Spiele versprachen Spannung, man konnte Matches auf Augenhöhe mit knappen Ausgängen erwarten.

In der Afternoon-Session traf Kei Nishikori überraschend auf David Ferrer, der für den am Oberschenkel verletzten Milos Raonic aus der Warteliste einsprang. Der Spanier hätte sich mit einem klaren Sieg in seinem bisher einzigen Match  unter Umständen sogar noch für das Semifinale qualifizieren können. Er gewann dann auch den ersten Satz, aber unterlag dem widerstandsfähigen und entschlossen kämpfenden Japaner doch noch mit 6:4, 4:6,6:1.

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Endlich hatten die Zuschauer einen hart umstrittenen Kampf sehen können, der über drei Sätze ging. Trotz seines zweiten Sieges musste Nishikori noch den Ausgang der letzten Einzel-Begegnung des Tages abwarten, bis entschieden war, ob er das Halbfinale der ATP-Finals erreicht hätte. Durch den Satzverlust des Japaners war Roger Federer vor seinem letzten Round Robin-Match endgültig für die Runde der letzten Vier in London qualifiziert.

In der Abendveranstaltung kam es zum Clash zwischen „Everybodys Darling“ Roger Federer und dem „Local Hero“ Andy Murray. Nach dem Ergebnis des Nachmittagsmatches hätte ein Zwei-Satz-Sieg des Schotten seinen Einzug in das Halbfinale bedeutet. Die ganze britische Insel zitterte mit Andy und hoffte, dass  ihm dies gelingen würde. Federer kennt kein Pardon – er startet in überragender Form, ihm gelingen traumhafte Schläge. So perfekt wie in den ersten Spielen haben wir ihn eigentlich noch nie gesehen. Großes Tennis! Nach wenigen Minuten hat er eine 4:0 Führung erspielt, gibt Murray im ersten Satz kein Spiel mehr und gewinnt 6:0.

roger

Die One-man-Show geht im zweiten Durchgang weiter. Mitleid mit Murray kommt auf.  Der Schweizer kennt weiter kein Erbarmen, geht schnell mit 3:0 in Führung. Im vierten Spiel des zweiten Satzes hat der Schotte Spielbälle,  Federer gelingt trotzdem das Break zum 4: 0. Er serviert glatt durch zum 5:0. Dann hat der Schweizer doch ein Einsehen. Erste leichte Fehler unterlaufen ihm, Murray gewinnt sein Aufschlagspiel zum 1:5. Tosender Beifall in der O2-Arena! Danach macht Roger „den Sack zu“, gewinnt das Spiel, den Satz mit 6:1 und das Match nach 55 Minuten Spielzeit. Federer und Nishikori sind im Semifinale der ATP-Finals 2014 und gesellen sich zu Djokovic!

Vielleicht war Andy Murray etwas gehandicapt (er wischte ungewöhnlich oft die Schlaghand an der Kleidung ab), aber heute hätte wohl keiner gegen den aktuellen Weltranglistenzweiten bestehen können.

Djokovic und Federer zeigen bisher  in London überragende Leistungen. Vieles spricht dafür, dass es im Endspiel der ATP Finals zu einem Showdown der derzeit Weltbesten kommen wird.

 

 

13. November 2014
von admin
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Djokovic und Federer dominieren in London

Das verlorene Fed-Cup-Finale unserer Damen  am letzten Wochenende in Prag war das abschließende Highlight der Tennissaison 2014 aus deutscher Sicht gewesen.

Die Augen der internationalen Tennisöffentlichkeit sind längst auf London gerichtet. Dort finden seit Montag die „BarclayATP-World-Tour-Finals“ in der O2-Arena statt.

o2-arena

Das Saisonfinale der acht besten Spieler des Jahres hat in der Gruppenphase bisher noch für keine Sensationen gesorgt. Die Topspieler setzten sich durch, die Ergebnisse sind ungewöhnlich klar.

In der Gruppe B rollt der „Fed-Express“ bisher ohne Verzögerung seinem Ziel entgegen: Roger Federer schlug in seinem Auftaktmatch Milos Raonic 6:1 und 7:6 und setzte sich dann gegen Kei Nishikori souverän mit 6:3 und 6:2 durch.

federer

Der Japaner hatte in seinem ersten Match den „local hero“ Andy Murray mit 6:4 und 6:4 besiegt.

Der Schotte gibt so schnell nicht auf und bezwang in seinem zweiten Auftritt den Kanadier Raonic mit 6:3, 7:5.

Aufgrund der Konstellation ist vor der letzten Runde in der Gruppen B noch alles offen. Federer kann bei einer hohen Niederlage gegen Murray noch ausscheiden, der bisher sieglose Raonic kann sich mit einem deutlichen Sieg gegen Nishikori unter Umständen noch für das Halbfinale qualifizieren.

Der Weltranglistenerste Novak Djokovic scheint für das prestigeträchtige Ereignis in London gut gerüstet zu sein: Im Duell Serbien gegen Kroatien deklassierte der „Djoker“ in seinem Auftaktspiel Marin Cilic mit 6:1, 6:1.

Auch Stan Wawrinka scheint sich auf den Punkt genau für die Finals in Form gebracht zu haben. Er spielte in der ersten Runde hochkonzentriert und fehlerlos auf und fegte den Tschechen Tomas Berdych mit 6:1, 6:1 vom Platz.

In dem Abendmatch am Mittwoch in der O2-Arena traf der Schweizer in der zweiten Runde auf Novak Djokovic. Stan begann stark, ging 2:0 in Führung. Dann fand der „Djoker“ seinen Rhythmus, dominierte das Geschehen und gewann fünf Spiele in Folge und danach den ersten Satz mit 6:3. Im zweiten Durchgang breakt Nole seinen Kontrahenten gleich im ersten Spiel, präsentiert überragendes Tennis und gewinnt den 2.Satz  ungefährdet mit 6:0. Mit diesem Sieg hat der Serbe schon das das Semifinale des Turniers der Weltbesten erreicht.

djoko

Der US Open-Sieger Marin Cilic, der wie Raonic und Nishikori, zum ersten Mal an den „Finals“ teilnimmt, hat in London noch nicht Fuß gefasst. In seiner zweiten Begegnung unterlag er Tomas Berdych sang- und klanglos 3:6, 1:6.

In den acht Matches, die bisher in London gespielt wurden, wurde immer in 2 Sätzen gewonnen. Das hat es bei den ATP-Finals noch nie gegeben.

11. November 2014
von admin
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Von Weltmeistern lernen

Auf unseren kritischen Text über die aktuellen Vorkommnisse bei dem DTB hatten wir  einige Reaktionen erhalten. In einem Kommentar wurde angeregt, die Strukturen des DTB mit denen des DFB zu vergleichen. Nach dem Motto, was ein international anerkannter „Weltmeisterverband“ macht, könnte auch für das nationale Tennis ein Vorbild sein.

mario-goetze

Das ist ein sinnvoller Vorschlag. Wäre aber eher eine Aufgabe für eine Doktorarbeit, als für einen Post im Internet, bei denen viele junge User sich schon ausklinken, wenn der Text mehr als 10 aufeinanderfolgende Sätze aufweist.

Da es von Anfang an unsere Intention war, einen  kleinen Beitrag für einen möglichen Aufschwung des deutschen Tennis zu leisten, fühlen wir uns verpflichtet, die Anregung des Kommentars  hier aufzugreifen und werden jetzt versuchen, DFB und DTB in einigen markanten Punkten in diesem Post zu vergleichen. Der Text kann gegebener Maßen nicht dem komplexen Sachverhalt gerecht werden. Vielleicht gelingt es uns aber, einige richtungsweisende oder bedenkenswerte Hinweise „in den Raum zu stellen“.

Der erste Unterschied liegt in der Finanzlage. Der DTB ist ein extrem finanzstarker Verband, der DTB war es einmal vor langer, langer Zeit.

Das wirft die Frage auf, warum diese Finanzschwäche entstanden ist. Da gibt es  gerade von Seiten der DTB-Verantwortlichen viel zu schnelle und viel zu einfache Antworten. Zum Beispiel mit der Standardausrede: „Wenn wir wieder einen Becker oder eine Graf haben, dann läuft das von selbst.“

dtb-logo

Dass nur ein gut funktionierendes System die Voraussetzungen schafft, solche Jahrhunderttalente in die Profi-Weltspitze zu führen, wird dabei vergessen. Vielleicht wird diese Tatsache auch unterschlagen, weil man sich Gedanken über die eigenen Fehlleistungen machen müsste.

Ein relevanter  und in der Perspektive bedeutungsvoller Unterschied fällt in das Auge: Der DFB mit seinem sogenannten Ligaverband ist im Leistungssport  autonom professionell organisiert, der DTB stellt sich als eine Mischform von professionellen Mitarbeitern, Amateuren und zahlreichen Ehrenämtern dar.

Einen überdimensionalen Einfluss in diesem Tennissystem haben die Landesverbände, präsentiert von  (meist zu recht) so genannten „Landesfürsten“, den Vorsitzenden der einzelnen Landesverbände. Deren Verhalten hat „all zu oft“ in der Vergangenheit an die zerstrittenen Herzöge und Fürsten im deutschen Spätmittelalter erinnert, deren Handlungen dadurch gekennzeichnet waren, dass ihr Wahrnehmungshorizont nicht weiter als bis zur eigenen Landesgrenze reichte. Bei einigen Landesfürsten im deutschen Tennis hatte man sogar den Eindruck, dass sie kaum über ihre eigene Nasenspitze  hinausschauen konnten…

Beim DFB werden die Landesvorsitzenden in Anerkennung ihrer Dienste im Amateursport zu Großveranstaltungen als Besucher eingeladen, haben aber kaum Mitspracherecht bei den Entscheidungen im Profisport.

DFB-Logo

Der DFB hatte das Glück, dass in den letzten Jahrzehnten visionäre Fachleute (u.a. Vogts, Sammer) – zur rechten Zeit auf dem richtigen Posten – wichtige Veränderungen und positive Entwicklungen eingeleitet hatten.

Ein weiterer Aspekt, der im deutschen Fußball zum Erfolg führte, war die Erkenntnis, dass in der Zusammenarbeit „die Räder reibungslos ineinander greifen müssen“. Das ist nur möglich, wenn der einzelne Funktionär seine Eigeninteressen zum Nutze des Gemeinwohls zurückstellt. Wenn er sein eigenes Fachwissen sorgfältig mit den Handlungszielen seiner kompetenten Mitarbeiter abstimmt.

team

Das liegt den Mannschaftssportlern vom Fußball wohl näher als den vom Einzelsport geprägten Tennisleuten…

Wer einen Eindruck von der hervorragenden Zusammenarbeit und Organisation im Fußball gewinnen will, der sollte sich den Film oder das Video „Deutschland. Ein Sommermärchen“ anschauen. Da kann man erfahren, wie vorbildlich die Entscheidungsträger eine Fußballweltmeisterschaft im eigenen Land gestaltet und auch zum Erfolg geführt haben.

Zum Ende unseres Textes ein Trost für die Liebhaber des „bunten weißen Sports“: Zu unserem Freundeskreis gehört ein ehemaliger Fußball-Nationalspieler, der aktuell einen Verein in der Bundesliga leitet. Der lächelte, als wir sorgenvoll die Probleme des Tennis in der heutigen Zeit ausbreiteten  und erklärte dann süffisant: „Das war früher im Fußball nicht anders. Das gibt es bei all dem Glanz auch heute immer wieder noch. Das dringt bloß nicht an die Öffentlichkeit!“

Das macht Hoffnung.

Packen wir es an!

Immerhin sind wir gerade am vergangenen Wochenende Vizeweltmeister bei den Damen geworden.