9. November 2014
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Wir sind Vizeweltmeister im Tennis

Tschechien kann heute bei dem Fed-Cup-Finale in Prag schon im dritten Einzel den Weltmeistertitel holen. Der Favorit ist 2:0 in Führung. Deutschland – insbesondere Angie Kerber, die gegen die Wimbledonsiegerin Petra Kvitova antritt – kämpft mit dem Rücken zur Wand.

kerber AusOpen

Die Kielerin ist sofort präsent, erringt früh die Oberhand und geht im 1. Satz sogar 5: 2 in Führung. Kvitova holt Spiel auf Spiel auf, gleicht aus und gewinnt den 1. Durchgang im Tiebreak.

Die deutsche Spielerin ist niedergeschlagen. Im gestrigen Einzel hatte sie in beiden Sätzen eine vorentscheidende Führung verspielt. Jetzt wieder. Kerber zeigt Wirkung, liegt schnell 0:3 zurück. Beim Seitenwechsel weint sie verzweifelt.  Als fast nichts mehr zu gewinnen ist, schlägt sie zurück. Sie gleicht aus. Kvitova spürt Druck, verliert ihre Balance, ihre Siegeszuversicht. Angie gewinnt den zweiten Satz 6:4.

rittner

Kvitova nimmt eine längere Auszeit. Kommt zurück, wie sie den Platz verlassen hat: verunsichert. Die Deutsche wittert ihre Chance, geht 3:0 und 4:1 im entscheidenden Durchgang in Führung. Hat Chancen auf 5:1, die Tschechin kommt auf 2:4 ran. 4: 2 – da war doch etwas? Was die Pessimisten befürchten, geht offensichtlich auch der  deutschen Spielerin durch den Kopf. Kvitova verkürzt auf 3:4, gleicht aus. Das Prager Publikum ist begeistert, feuert seinen Liebling frenetisch an. Nuancen entscheiden das Match. Die Entschlossenheit der Tschechin, obwohl sie unter extremen Druck ist und immer wieder beste Chance „versiebt“,  setzt sich durch. Petra Kvitova gewinnt mit 6:4 den 3.Satz, das Match und holt den Weltmeistertitel nach Tschechien.

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Das deutsche Team hat gekämpft, sein Bestes gegeben, aber ist letztendlich an den eigenen Nerven gescheitert.

So what – wir haben am Sonntag einen absolut mitreißenden Thriller erlebt.

 

8. November 2014
von admin
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Der 1.Tag des Fed-Cup-Finales

Im alt-ehrwürdigen Rathaus von Prag fand am Freitagmittag die Auslosung für das mit Spannung erwartete Fed-Cup-Finale zwischen Tschechien und Deutschland statt:

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Um 13 h trifft Andrea Petkovic im Auftakteinzel auf die Wimbledonsiegerin Petra Kvitova. Anschließend bestreiten Angelique Kerber und Lucie Safarova das zweite Einzel des Tages.

Für das Doppel am Sonntag hat DTB-Teamkapitänin Barbara Rittner Sabine Lisicki und Julia Görges vorgesehen. Rittner kann allerdings ihre Nominierung noch kurzfristig ändern. Das deutsche Paar wird voraussichtlich auf die Tschechinnen Andrea Hlavackova und Lucie Hradecka treffen, die als zweifache Grand Slam-Sieger als Favoriten in das vielleicht entscheidende Spiel gehen.

Die Auslosung wurde vom deutschen Team als positives Omen gewertet: bei allen Siegen in der Saison 2014 war „Petko“ immer als erste Starterin ausgelost worden.

Im ersten Einzel war Petra Kvitova Favorit. Aber der  Kampf – und Teamgeist der deutschen Spielerin kann Berge versetzen und hat das in der Vergangenheit auch schon öfters bewiesen.

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In der nicht ganz ausverkauften Halle unterstützen die deutschen Zuschauer lautstark ihre Andrea im Auftakteinzel. Petra Kvitova sucht vom ersten Ballwechsel an auf dem schnellen, rasenähnlichen Boden die Entscheidung. Mit aggressivem Angriffsspiel setzt sie ihre Gegnerin unter starken Druck und geht mit 3:0 in Führung, bevor Petkovic ihr erstes Spiel gewinnt. Die Tschechin marschiert unbeirrt weiter, geht 5:1 in Führung. Als die Deutsche dann die Tschechin breakt, keimt Hoffnung auf, der aber schnell die Ernüchterung folgt: Kvitova gewinnt den ersten Satz mit 6:2.

Im zweiten Satz kommt die Darmstädterin besser in das Spiel, breakt die Tschechin, verliert darauf aber knapp ihr Aufschlagspiel. Ein Match auf Augenhöhe entwickelt sich. Andreas Körpersprache wird optimistischer – Kvitova produziert mehr Fehler als vorher. Bis 4:4 ist alles offen. Dann serviert die 24-Jährige aus Bilovec durch, agiert kompromisslos bei dem Aufschlagspiel ihrer Gegnerin und gewinnt den Satz und das Match mit 6:4. Der bessere Aufschlag  Kvitovas hat den Unterschied ausgemacht. „Petko“ hat vorbildlich gekämpft, aber Tschechien geht 1:0 in Führung.

Im anschließenden Duell der Linkshänder Kerber gegen Safarova ist das Match von Anfang an ausgeglichen. Dann wird „Angie“ souveräner – bei der Tschechin spürt man den Druck vor heimischem Publikum mehr und mehr. Die Kielerin geht 4.2 in Führung. Jetzt peitscht das Publikum seine Spielerin an, Lucie Safarov kämpft sich zurück, wird entschlossener und geht 5:4 in Führung. Unter kuriosen Umständen geht der Satz zu Ende: bei Satzball der Tschechin glaubt Angie den Ballwechsel schon gewonnen zu haben, jubelt mit der Faust, schreit laut ein „Come on“ raus, als der gegnerische Ball doch noch in ihrem  Feld aufspringt. Punktabzug für Kerber, Satzgewinn Safarova.

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Nach diesem psychischen „Black out“, nimmt Kerber eine Auszeit. Dann kommt sie zurück auf dem Platz und geht schnell 2:0 in Führung. Safarova gleicht zum 2:2 aus. Ein Spiel auf des Messers Schneide. Die Deutsche erkämpft sich eine 4:2-Führung. Bei Rückstand spielt ihre Gegnerin befreit auf. Obwohl Kerber dagegenhält und um jeden Punkt ringt, geht die Tschechin 5.4 in Führung. Angie beginnt ihr Aufschlagspiel mit einem Doppelfehler. Es folgt der zweite Doppelfehler. Dann hat ihre Gegnerin 3 Matchbälle in Folge. Der erste wird abgewehrt. Der zweite verwandelt. Tschechien führt 2:0 in dem Finale. Vorentscheidend?

Es muss ein Wunder passieren, wenn Deutschland in Prag noch Weltmeister werden will.

 

 

6. November 2014
von admin
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Mit Teamgeist Weltmeister werden

Am kommenden Wochenende kann Deutschland wieder – vier Monate nach dem Erfolg unserer Fußballnationalelf – Weltmeister werden. Das Fed-Cup-Team um Coach Barbara Rittner steht im Finale der inoffiziellen Teamweltmeisterschaft in Prag und tritt gegen die starke Auswahl Tschechiens an.

Der Gastgeber hat 2011 und 2012 die begehrte Silbertrophäe gewonnen. Die letzten deutschen Siege liegen mehr als ein Jahrzehnt zurück. Angeführt von Steffi Graf hatten die Deutschen 1987 und 1992 den Titel gewonnen. Mit dabei war auch Barbara Rittner. Sie weiß also, wie man Weltmeister werden kann.

Die Situation bei den deutschen Siegen war damals allerdings anders als heute: Mit Steffi hatten wir eine absolute Spitzenspielerin und einen Punktgaranten. Diese Spitzenspielerin vertritt in dem aktuellen Finale aber die tschechischen Fahne: Wimbledonsiegerin Petra Kvitova tritt als Nr.1 für ihr Land an.

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Im Unterschied zu Graf zeigt die Tschechin allerdings sehr schwankende Leistungen. An einem schlechten Tag kann sie von den beiden deutschen Einzelspielerinnen Kerber und Petkovic besiegt werden. Die zweite Einzelspielerin der Tschechinnen, die Wimbledon-Halbfinalistin Lucie Safarova,  liegt in der Weltrangliste knapp hinter unseren beiden Vertreterinnen. Da können wir Matches auf Augenhöhe erwarten.

Zum deutschen Team ist, aufgrund ihrer positiven Leistungen in den letzten Wochen und Monaten,  wieder Sabine Lisicki gestoßen. Sie wird wahrscheinlich an der Seite von Julia Görges im Doppel für Deutschland antreten. Nach der Papierform haben die Tschechinnen aber gerade hier die größten Vorteile.

Aus unserer Sicht ist der Teamgeist, der im Fed Cup- Team herrscht, die stärkste Waffe auf deutscher Seite. Er kann auch entscheidend zum Erfolg in Prag beitragen.

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“Sie haben alle mein Vertrauen, und sie haben in diesem Jahr so viele positive Emotionen im Fed Cup erlebt”, sagte Rittner, die in hervorragender Art und Weise gerade diesen Teamgeist gefördert hatte, über ihre beiden Spitzenspielerinnen Kerber und Petkovic. Die beiden Freundinnen haben beim Erstrunden-Sieg in der Slowakei und beim Final-Einzug in Australien kein Einzel verloren und sich dabei gegen Kontrahentinnen wie Samantha Stosur oder Dominika Cibulkova nervenstark durchgesetzt.

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Das Endspiel am Wochenende ist eine große Chance für das deutsche Tennis. Es steht im Blickpunkte des internationalen Interesses und es hat auch national große Erwartungen ausgelöst. Auch die deutsche Sportprominenz fiebert mit unseren Mädchen mit: „Die Zeit ist reif für den zweiten WM-Titel”, erklärte  Fußball-Weltmeister Manuel Neuer in einem von ran.de und tennis.de veröffentlichten Video-Interview.

Auch unser Basketball-Superstar Dirk Nowitzki setzt seine Hoffnungen auf das deutschen Damentennis-Team und wünscht ihnen viel Glück: „Die Fußballer haben vorgelegt und sind Weltmeister geworden. Mädels, jetzt legt ihr nach. Holt euch den Fed Cup in Prag. Ich drück’ euch die Daumen”.

Wir schließen uns seinen Worten an.