5. September 2014
von admin
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Williams und Wozniacki im Finale der US Open

Das  Grand Slam-Turnier in Flushing Meadow kommt in die heiße Phase. Am Freitag wurden die beiden Halbfinals der Damen ausgetragen. Der bisherige Verlauf  der Damenkonkurrenz in New York war chaotisch und unvorhersehbar. Früh schieden absolute Topfavoriten (Na Li, Radwanska, Halep u.a.) aus. Die junge „Wilde Horde“ (Bellis, Bencic, auch Bouchard) spielte sich erst in den Vordergrund und die Girls verglühten dann wie Sternschnuppen. Qualifikantinnen (Krunic, Lucic-Baroni u.a.) sorgten mit ihren nachhaltigen Erfolgen für Sensationen. Spielerinnen, von denen man glaubte,  dass sie ihren Zenit überschritten hätten, spielten auf, wie nie zuvor (Shuai Peng,  Makarova,  Kanepi  -  Wozniacki?). Nicht zuletzt war auch das (schlechte) Abschneiden der zuverlässigen deutschen Tennisstars (Kerber,  Petkovic) nicht erwartet worden.

Deuten diese verwirrenden Ergebnisse auf einen baldigen Umbruch der etablierten Strukturen im internationalen Damentennis hin?

Bei den  US Open 2014 war die 24-jährige Caroline Wozniacki die jüngste  Spielerin im Halbfinale. Makarova und Shuai Peng sind 28 Jahre alt, Serena Williams wird bald 33. Das spricht nicht dafür, dass die Jugend in nächster Zeit durchschlagend die Wende herbeiführt…

Am frühen Nachmittag traten im ersten Semifinal-Match im Arthur Ashe Stadium Caroline Wozniacki und Shuai Peng aufeinander. Die Fachleute legten sich nicht fest und gingen von einem offenen Ausgang aus – wohl schon allein deshalb, weil sie bei den US Open vorher fast nur Fehlprognosen abgegeben hatten… Der erste Satz verlief  bis zum Tiebreak total ausgeglichen – mit einem ständigen Wechsel des Momentums. Die Dänin spielte in der Satzentscheidung variantenreicher als die Chinesin, errang erstmals eindeutig die Oberhand und gewann sie klar mit 7:1.

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Im zweiten Satz kehren die Spielerinnen wieder zu einem Kampf auf Augenhöhe zurück. Die ehemalige Weltranglistenerste liegt 0:2 zurück, gewinnt 4 Spiele in Folge, scheint sich bei 4:2-Führung eine Überlegenheit erspielt zu haben. Die zweifache Doppel-Grand Slam-Siegerin aus China bäumt sich kurz auf, verkürzt auf 3:4. Dann bricht sie im nächsten Spiel nach einer langen Ralley zusammen, wird auf den Platz minutenlang behandelt, dann zur Umkleidekabine gebracht, um die 3-Minütige Verletzungs-Pause nutzen zu können. Ein Walk-Over steht im Raum. Als Shuai Peng zurück kommt, kann  sie sich kaum noch bewegen. Die Dänin serviert irritiert einen Doppelfehler. Nach dem nächsten Ballwechsel sackt Peng wieder zusammen, krümmt sich vor Schmerzen am Boden. Wozniacki geht zur anderen Seite, tröstet ihre Widersacherin. Dann wird die Aufgabe der Chinesin verkündet, sie wird im Rollstuhl vom Platz gefahren. Caroline Wozniacki gewinnt 7:6, 4:3 mit Abbruch und ist im Finale der US Open 2014.

Als Ursache der mysteriösen Krankheit der Asiatin wird ein Hitzschlag vermutet.

Dieser Vorfall setzt den diesjährigen Turbulenzen in der Damenkonkurrenz bei dem Grand Slam in New York die Krone auf.

Die Einzige, auf die man sich bisher von den Favoritinnen verlassen konnte, war Serena Williams. Das verleitete viele Experten dazu sich festzulegen, dass allein sie in diesem Jahr den Titel in New York gewinnen werde.  Ihre Gegnerin im zweiten Semifinale, Ekaterina Makarova, sah das sicherlich anders. Sie musste sich dann aber schnell den Realitäten anpassen. Nach dem 1:1 im ersten Satz, rollte die topgesetzte Amerikanerin über die Russin hinweg, schlug einen Winner nach dem anderen. Serena ließ 5 Spiele in Folge ihrer Widersacherin nicht den Hauch einer Chance und sicherte sich nach weniger als einer halben Stunde Spielzeit den 1.Durchgang mit 6:1.

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Im D-Zug-Tempo setzte die Amerikanerin im zweiten Durchgang ihren Vormarsch unaufhaltsam fort, ging schnell mit 4:0 in Führung und gewährte Makarova bis dahin genau zwei  gewonnene Punkte. Dann gelang der Russin der erste Spiel-Gewinn. Kurz vor dem Ende stemmte sich Makarova etwas erfolgreicher gegen die Niederlage, entging damit einer Demontage. Nach genau einer Stunde Spielzeit setzte sich aber doch die jüngere Williams-Schwester durch und schickte die Russin mit 6:3 im zweiten Satz vom Platz. Serena Williams ist die Endspielgegnerin von  Caroline Wozniacki. Sie hat am Sonntag die Chance, die US Open das dritte Mal nacheinander zu  gewinnen.

5. September 2014
von admin
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Federer bezwingt Monfils in einem Tennisdrama

Am Donnerstag standen als Highlights die beiden letzten Viertelfinalmatches der Herren auf dem Programm. Mit besonderem Interesse sah man dabei dem Aufeinandertreffen von  „Gentleman“ Roger Federer mit dem „Wild Boy“ Gael Monfils entgegen.

Am Vortag hatten Djokovic und Nishikori sich schon in das Halbfinale der US Open gespielt. Am Sonnabend werden sie dann dort gegeneinander antreten. Der Japaner hat Geschichte geschrieben: In der langen Historie der Tennis-Meisterschaften in New York stand zuletzt im vergangenen Jahrhundert, vor 96 Jahren, ein Japaner in der Runde der besten Vier: Ichiya Kumagae im Jahr 1918. In der Ära des ATP-Profitennis ist das Erreichen des Semifinals bisher noch keinem Japaner gelungen. Rekordverdächtig ist auch, dass es Nishikori gelungen ist,  im Achtel- und im Viertelfinale zwei Matches mit über 4 Stunden Spielzeit nacheinander zu gewinnen. Diese Leistungen sind umso erstaunlicher, weil der Marathon-Man nach einer Fußverletzung erst wenige Tage vor Turnierbeginn wieder mit dem Tennistraining begonnen hatte.

Nachmittag kam es im Arthur Ashe Stadium zu der osteuropäischen Begegnung zwischen Tomas Berdych und Marin Cilic in der Runde der letzten Acht. Der Tscheche hat von Beginn an große Probleme mit seinem Aufschlag, Cilic schlägt hervorragend auf, spielt risikoreich in den Returnspielen und hat Erfolg: Mit 6:2 gewinnt er den ersten Satz. Das Szenario ändert sich kaum im zweiten Durchgang, nur dass Berdych etwas verbessert aufschlägt. Trotzdem unterliegt er im zweiten Satz mit 4:6.

Marin-Cilic

Im dritten Durchgang geht der Tscheche 4:1 in Führung, streitet sich mit dem Umpire über eine vermeintliche Fehlentscheidung, verliert seine neu gewonnene Souveränität – und drei Spiel in Folge. Bis zum Tiebreak ist das Match ausgeglichen. Hier dominiert wieder Cilic und geht als zweiter Kroate mit 6:2, 6:4 und 7:6 in das Semifinale von Flushing Meadow 2014.

In der Nightsession betraten dann – mit Spannung erwartet – die beiden bisherigen Publikumslieblinge, Roger Federer und Gael Monfils, das restlos ausverkaufte Arthur Ashe Stadium. Beide Spieler haben eine offensive Taktik gewählt, starten außergewöhnlich viele Netzangriffe. Monfils breakt Federer im ersten Satz. Das reicht zum 6:4. Zu Beginn des zweiten Satzes gelingt dem Franzosen gleich ein Break. Dann knickt er bei einer Vorhand um, wird lange behandelt, spielt weiter. Erfolgreich. Er schlägt souverän auf. Federer läuft dem Rückstand im zweiten Durchgang hinterher, Vergeblich. Er wirkt angespannt, produziert ungewöhnlich viele Fehler und verliert auch den zweiten Satz mit 3:6. Im dritten Durchgang breakt Roger seinen Widersacher früh, lässt sich dann aber selbst sein Aufschlagspiel vom unorthodoxen Franzosen abnehmen. Federers Gestik und Mimik wirkt genervt, aber er geht mit einem weiteren Break 3:2 in Führung. Als Federer langsam die Oberhand zu erobern scheint, geschieht eine Szene, die wir deshalb ausführlich darstellen, weil sie  unseren deutschen Tennis-Wettkampfspielern zum Vorbild dienen könnte.

Monfils spielt einen Ball knapp hinter die Grundlinie. Der Linienrichter gibt ihn aus. Der Umpire korrigiert nicht. Federer versucht, den Ballabdruck zu identifizieren. Der Franzose fragt ihn, ob es Sinn macht, die Entscheidung zu challengen. Der Schweizer nickt bejahend. Daraufhin wird das Hawkeye eingesetzt und beweist,  dass der Ball doch noch haarscharf  die Linie berührt hat. Gael erhält den Punkt und bedankt sich bei seinem Gegner. „Großes Tennis“ von Roger Federer!

Nach dieser Szene lässt sich der Schweizer nicht mehr breaken und gewinnt den dritten Satz mit 6:4. Federer spielt jetzt kontrollierter, produziert weniger Fehler. Das Match erreicht Weltklasseniveau im vierten Satz. Unter dem Jubel des Publikums breakt der Eidgenosse seinen Widersacher bei 1:1. Nach atemberaubenden Ballwechseln nimmt der Franzose Federer das Aufschlagspiel sofort wieder gab. Das Match ist total offen – Nuancen werden über Sieg und Niederlage entscheiden. Bei 4:5 und eigenem Aufschlag wehrt die langjährige  Nummer 1 der Weltrangliste zwei Matchbälle in Folge ab. Die Zuschauer reißt dieser Tennisthriller von den Sitzen. „Wundertüte“ Monfils kassiert mit zwei Doppelfehlern das Break zum 5:6. Federer serviert durch und gewinnt den vierten Satz mit 7:5. Inzwischen dauert dieser Tenniskrimi knapp 3 Stunden.

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Im entscheidenden Satz spielt Roger Federer – in Stefan Edberg-Manier – kompromisslos und aggressiv und lässt sich den Sieg nicht mehr nehmen. Mit 6:2 erreicht er das Semifinale der US Open und trifft dort auf Marin Cilic.

 

 

4. September 2014
von admin
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Williams und Djokovic dokumentieren Titelambitionen

Die US Open kommen in die entscheidende Phase. Am heutigen Spieltag standen zwei Dameneinzel und zwei Herreneinzel auf dem Programm. In allen vier Partien wurde um das Erreichen des Semifinales gestritten.

In der Viertelfinalpaarung zwischen Victoria Azarenka und Katerina Makarova standen sich die Nr. 16 und Nr.17 der Setzliste gegenüber. Mit ihren langen und druckvollen Schlägen hatte die Russin Makarova bisher in New York imponiert. Die Weißrussin Azarenka, vor einem Jahr noch die Nr.2 der Weltrangliste, hat in den letzten Wochen bewiesen, dass sie wieder an zurückliegende Erfolge anknüpfen könnte und ging als leichte Favoritin in die Auseinandersetzung. Von Anfang an demonstrierte aber Makarova unbedingten Siegeswillen. In einem ausgeglichen Matchverlauf setzte sie sich im ersten Satz knapp mit 6:4 durch. Im zweiten Durchgang war sie von der Weißrussin nicht mehr aufzuhalten, gewann mit 6:2 und zog zum ersten Mal in ihrer langen Karriere in das Halbfinale eines Grand Slams ein.

Makarova

Bei der Begegnung Stan Wawrinka gegen Kei Nishikori stellte sich die Frage, inwieweit der Japaner sich von seinem Marathon-Kampf gegen Raonic erholt hatte. Den ersten Satz gewann dann auch der Schweizer mit 6:4. Als sich im  nächsten Durchgang der Eindruck zu verfestigen begann, dass Nishikori nicht total fit sei, drehte er den Spieß um und gewann den 2.Satz mit 7:5. Zu Beginn des anschließenden Satzes wirkte der Japaner nervenstärker, nutzte seine Chancen entschlossen. Wawrinka hingegen lamentierte, drückte seinen Unmut über vergebene Gelegenheiten deutlich aus. Folgerichtig ging Asiens aktueller Tennissuperstar mit 5:2 in Führung. Jetzt schlug Stan zurück – glich aus. Im Tiebreak wurde dann phasenweise das beste Tennis geboten, das wir bisher in Flushing Meadow sehen konnten. Nishikori gewann 9:7 und damit den dritten Satz. Keine Spur von Müdigkeit beim Marathon-Man! Aber auch nicht bei Stan the man  – der Tenniskrimi setzte sich im vierten Satz fort. Beide Konkurrenten bringen sicher ihre Aufschlagspiele bis in den Tiebreak durch. Stan geht dort 4:0 in Führung, Der Tennis-Tenno gleicht auf 5:5 aus. Dann gewinnt wieder der Schweizer 2 Punkte in Folge und den Satz mit 7:5 im Tiebreak. Fast vier Stunden kämpfen die beiden ebenbürtigen Kontrahenten schon, bevor es in den entscheidenden 5.Satz geht. Bei 4:5 serviert Wawrinka zum unglücklichsten Zeitpunkt einen Doppelfehler und Nishikori hat zwei Matchbälle in Folge. Er verwandelt den zweiten und zieht in das Halbfinale der US Open ein. Japan wird Kopf stehen…

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Serena Williams ging gegen Flavia Pennetta als klare Favoritin auf den Court. Sie machte dann bei der Nightsession in dem Arthur Ashe Stadium auch kurzen Prozess mit der Italienerin. Bei dem 6:3, 6:2-Sieg der Amerikanerin hatte sie 31 Winner geschlagen, Pennetta nur 13.  Im Halbfinale trifft Serena Williams jetzt auf Ekaterina Makarova.

Die Nachtveranstaltung wurde abgeschlossen von der mit Spannung erwarteten Partie des Weltranglistenersten Djokovic gegen die wiedererstarkten Murray. Die beiden 27-jährigen haben schon als Jugendliche auf internationaler Ebene gegeneinander gespielt. Die letzten Grand Slam-Begegnungen  dauerten alle länger als drei Stunden. So erwartete Murray auch „lange Rallies, lange Punkte, lange Spiele“. Damit hatte der Schotte den Ablauf  der ersten beiden Sätze sehr gut beschrieben. Der „Djoker“ gewann den ersten Durchgang im Tiebreak, der Schotte den zweiten Satz im Tiebreak. Im dritten Satz gewann der Serbe die Oberhand und setzte sich mit 6:2 durch. Auch im vierten Satz, den er mit 6:4 beendete, ließ sich „Nole“ das Heft nicht mehr aus der Hand nehmen.

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Mit diesem Sieg erreichte der Serbe zum achten Mal in Folge das Halbfinale des Grand Slam-Turniers in Flushing Meadow!

Wer kann seinen Sieg bei den US Open 2014 verhindern?

Darüber kann nur das Viertelfinalmatch zwischen Monfis und Federer Auskunft geben, das am Donnerstag ausgetragen wird.