3. September 2014
von admin
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Die Titelanwärter profilieren sich bei den US Open

Die Spannung bei den US Open steigt. Am heutigen Tag konnten die ersten zwei Damen das Halbfinale erreichen. Bei den Herren ging es in den vier Partien darum, das Viertelfinale zu komplettieren.

Das Schweizer Wunderkind Belinda Bencic hat mit ihren Auftritten in Flushing Meadow große Aufmerksamkeit erregt. Der Zögling von Martina Hingis traf im Arthur Ashe Stadium auf die Chinesin Shuai Peng, die bisher in New York auch nur für positive Überraschungen gesorgt hatte. Vom ersten Ball an spielte Peng zielstrebig, entschlossen und hoch konzentriert. Die junge Schweizerin kam nicht in das Spiel. Überraschend deutlich zog die 28-jährige Chinesin mit 6:2 und 6:1 zum ersten Mal in ihrer Karriere in das Halbfinale eines Grand Slam Turniers ein. Im Doppel hat sie schon zwei Grand Slam Titel gewonnen.

Peng_Shuai

Der Ausgang der Achtelfinal-Begegnung zwischen dem Kroaten Marin Cilic und dem Franzosen Gilles Simon war von vornherein offen. Für beide Tennisprofis wäre der Einzug in das Viertelfinale des Grand Slams in den USA ein großartiger Erfolg. In einem Marathon-Kampf auf Augenhöhe, in dem nur Nuancen über Sieg und Niederlage entscheiden konnten, setzte sich Marin Cilic mit 5:7, 7:6, 6:4, 3:6 und 6:3 am Ende durch.

Nach dem ersten Damenviertelfinale traten  Grigor Dimitrov und Gael Monfis im Arthur Ashe Stadium gegeneinander in der Runde der letzten 16 an. Obwohl der Bulgare leicht favorisiert war, hatte der hochtalentierte Franzose bisher in diesem Turnier erstaunlich solide Leistungen geboten. Monfis begeisterte mit seinem ungewöhnlichen Stil, seiner gewandten Athletik und seinen beeindruckenden Schlägen wieder die New Yorker Zuschauer an diesem Tag. In einem hochklassigen Match gewann er den 1. Satz mit 7:5. Auch im zweiten Satz setzte er sich gegen den Bulgaren im Tiebreak durch. Im dritten Satz wehrte sich Dimitrov mit allen Kräften, aber Monfils war in seinem „Flow“ nicht aufzuhalten. Er gewann den Satz mit 7:5 und qualifizierte sich in beeindruckender Manier für das Viertelfinale des Grand Slams in Flushing Meadow.

Gael-Monfils-Racket

Tomas Berdych hat in Flushing Meadow wieder an Selbstbewusstsein gewonnen. Sein Gegner im Achtelfinale, der Österreicher Dominic Thiem, hat mit seinen Erfolgen in den letzten Wochen und Monaten angedeutet, dass das Alpenland bald wieder mit einem absoluten Weltklassespieler rechnen kann. Am Dienstag war Thiem allerdings ohne Chance angesichts der Solidität und Power des Tschechen. Berdych gab sich beim 6:1, 6:2, 6:4-Sieg keine Blöße.

Eindeutiger Publikumsliebling bei den Herren ist Roger Federer in New York. Im ersten Match der Nightsession ging der Schweizer gegen Roberto Bautista Agut als hoher Favorit auf den Platz. „Gentleman Roger“ zeigte auch gegen den Spanier, dass in New York mit ihm zu rechnen ist. Souverän spielte er sich in drei Sätzen mit 6:4, 6:3 und 6:2 in das Viertelfinale.

In der letzten Partie trat Caroline Wozniacki, die in New York hoch gehandelt wird, gegen Sara Errani an. Die Dänin stürmte mit einem 6:0, 6:1 Sieg über die chancenlose Italienerin in das Halbfinale der US Open und präsentiert sich als die Spielerin, die in New York Serena Williams den Titel streitig machen kann.

Tagesfazit: Der Kreis der Favoriten kristallisiert sich in Flushing Meadow deutlicher heraus. Federer und Wozniacki haben sich als Titelanwärter präsentiert. Von Shuai Peng und Gael Monfis kann man weitere positive Überraschungen erwarten.

1. September 2014
von admin
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Jetzt ist auch Kohlschreiber ausgeschieden!

Während  die Tennisfreunde unserer  Nachbarländer Schweiz und Österreich stolz und hoffnungsfroh nach New York zu den US Open schauen, richten wir Deutschen einen etwas ängstlichen Blick nach Flushing Meadow: scheidet mit Philipp Kohlschreiber heute der letzte deutsche Teilnehmer aus? Dass „Kohli“ ausgerechnet gegen den aktuellen Weltranglistenersten Novak Djokovic antritt, stärkt auch nicht unbedingt unsere Hoffnung.

Bevor es zu dieser nervenaufreibenden Auseinandersetzung kam, konnte man sich bei den Matches der Achtelfinals, die vor Kohlschreibers Auftritt gespielt wurden, in Ruhe auf die spannungsgeladene Partie einstellen.

Italiens Spitzenspielerin Flavia Pennetta zog erwartungsgemäß mit einem Sieg in zwei Sätzen (7:5, 6:2) über die Australierin Casey Dellaqua als erste in das Viertelfinale der US Open ein.

Für Furore sorgt in New York die 15-jährige Catherine Bellis. Der zarte Teenager spielte gegen die gerade 17-jährige Renata Zarazua auch im Achtelfinale  unbekümmert auf, schickte die Mexikanerin gnadenlos mit 6:1 und 6:3 vom Platz. Das Mädchen ist die Tennissensation des Jahres 2014.

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Die etwas routiniertere US-Kollegin Serena Williams fertigte die Estin Kaia Kanepi kurz und schmerzlos in zwei Sätzen – ohne einen einzigen Aufschlagverlust –  mit 6:3, 6:3  ab. Viele Experten gehen davon aus, dass das Erreichen des Viertelfinals für die jüngere Williams-Schwester nur eine Zwischenstation auf dem Weg zum Gewinn der US Open 2014 ist.

Dann begann im Louis Armstrong Stadium die mit „Hoffen und Bangen“ erwartete Partie  zwischen Philipp Kohlschreiber und Novak Djokovic. Unsere „letzte Hoffnung“  beginnt etwas angespannt. Der Serbe hat sich inzwischen von den Strapazen seiner Heirat erholt und spielt in New York von der ersten Runde an in bestechender Form. Er geht schnell 4:0 in Führung und gewinnt den 1.Satz deutlich mit 6:1. Im zweiten Durchgang hält der Augsburger dagegen, das Match wird ausgeglichener. Ohne ein einziges Break geht der Deutsche 5:4 in Führung und hat sogar einen Satzball. Dem „Djoker“ gelingt in schwieriger Situation ein brillanter Passierschlag, stellt sich in Jubelpose, gewinnt sein Service-Game und breakt dann auch gleich den Augsburger. Der erspielt sich dann zwar einen weiteren Breakball, aber „Nole“ macht den Sack zu und gewinnt den zweiten Durchgang mit 7:5. Wir können uns täuschen, aber es entsteht der Eindruck, dass Djokovic in entscheidenden Phasen –  in einer Auseinandersetzung zweier Spieler mit ähnlichem Stil – immer noch Reserven „auspacken“ kann. „Nole“ gelingt im dritten Durchgang auch früh ein Break. Ohne ein einziges Aufschlagspiel zu verlieren, gewinnt der an 1-gesetzte Serbe den 3. Satz und das Match mit 6:4. Boris Becker wird seinem Schützling dankbar für die relativ kurze Spielzeit sein: Sein stark gerötetes Gesicht wies darauf hin, dass er sich der Gefahr eines Sonnenbrandes ausgesetzt hatte.

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Philipp Kohlschreiber hat ein sehr gutes Turnier gespielt – inklusive seines heutigen Auftritts gegen den Turnierfavoriten.

Der letzte Deutsche in New York ausgeschieden? Nee, wir haben ja noch „Bobele“. Er wird uns bis zum Finale mit seiner Anwesenheit erfreuen – wenn sein Schützling uns und ihm nicht einen Strich durch die Rechnung machen wird.

Das vermeintliche Highlight des Tages fand dann  im Arthur Ashe Stadium statt: Geheimfavorit Jo-Wilfried Tsonga kämpfte gegen den wiedererstarkten Andy Murray um den Einzug in das Viertelfinale. Bis zur 6:5 Führung des Schotten wurde ohne einen einzigen Breakball gespielt. Dann erkämpfte sich Murray zwei in Folge, gewann den zweiten Breakpoint und den Satz mit 7:5. Gleiches Szenario im zweiten Durchgang: Ohne Aufschlagverlust beider Kontrahenten geht Murray 6:5 in Führung und erspielt sich – nach einer leichten Verletzung, die er sich bei dem Versuch, einem Smash Tsongas zurück zu spielen, zugezogen hatte – wieder Breakbälle und verwandelt sie zum 7:5 im zweiten Satz. Auch der dritte Satz läuft in ähnlicher Form ab: Bis zur 5:4-Führung des Briten gewinnen beide souverän ihre Aufschlagspiele. Dann hat „Braveheart“ Murray wieder zwei Breakbälle in Folge. Diesmal verwandelt er gleich den ersten und hat mit 6:4 im dritten Durchgang das Viertelfinale erreicht.

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Der kanadische Shooting-Star Eugenie Bouchard war klarer Favorit gegen  Ekaterina Makarova. „Genie“ hatte am heutigen Tag besonders mit Schlägen aus der Defensive Probleme und die russische Linkshänderin gewann den 1.Satz folgerichtig im Tiebreak. Im zweiten Satz tauchten leichte gesundheitliche Probleme bei der Kanadierin auf. Unabhängig davon zeigte Makarova noch Defizite bei dem Wondergirl Bouchard auf: wenn die Gegnerin mit langen Schlägen operiert und Genie in die Defensive drängt, bricht ihr offensiv ausgerichtetes Spielsystem doch zu schnell zusammen. Makarova gelingt das nachhaltig und sie beendet den zweiten Durchgang und das Match erfolgreich mit 6:4.

Mit der Niederlage Bouchards sind acht von den  10 Topgesetzten des Tableaus der Damen bei den US Open 2014 vor dem Viertelfinale ausgeschieden!

Der Spielplan in New York nimmt nicht besonders viel Rücksicht auf die Schlafgewohnheiten der Europäer. Die Ergebnisse der Matches der „Nightsession“ werden wir deshalb zeitnah nachtragen.

Nachtrag:

Zu später Abendstunde konnte Stan Wawrinka gegen Tommy Robredo die Chance nutzen, sich als zweiter Schweizer Teilnehmer an diesem Tag für das Viertelfinale zu qualifizieren. Zu Beginn der Auseinandersetzung unterliefen dem Eidgenossen noch viele unnötige Fehler. Er geriet schnell nach einem Break in Rückstand, steigerte sich aber von Punkt zu Punkt, holte auf und spielte am Ende des ersten Durchgangs Tennis wie bei seinem Gewinn der Australian Open am Anfang des Jahres 2014.Ergebnis: 7:5-Satzgewinn Wawrinkas. Im zweiten Satz geht der Spanier nach einem Break von Stans Servicegame wieder mit 4:2 in Führung, gewinnt jetzt aber den Satz 6:4. Das Spiel auf Augenhöhe wird im dritten Satz im Tiebreak entschieden. Denkbar knapp setzt sich hier der Schweizer mit 9:7 durch. Jetzt ist der Widerstand Robredos gebrochen – Stan Wamwrinka behält die Oberhand und gewinnt den vierten Satz und das Match mit 6:2.

Der Auseinandersetzung zwischen Aleksandra Krunic und Victoria Azarenka in der Nightsession sahen weltweit die Tennisenthusiasten mit großem Interesse entgegen. Die kleine, gewitzt auftretende  serbische Qualifikantin hat sich längst in das Herz des New  Yorker Publikums – aber auch in das der internationalen Fachleute – gespielt. Auch am heutigen Tag tritt sie unbekümmert auf, gewinnt den ersten Satz mit 6:4.  Azarenka wehrt sich gegen eine mögliche Niederlage mit allen Kräften. Am Ende setzt sich die Routine durch: die Russin gewinnt die nächsten beiden Sätze und das Match mit 6:4 und 6:4.

Zu einem dramatischen Tenniskrimi entwickelte sich die Begegnung zwischen  Kei Nishikori  und Milos Raonic – zwei Spielern, denen man zutraut, in der Zukunft für eine Wachablösung an der Weltspitze zu sorgen. Nach einem unbeschreiblichen Marathon-Kampf auf Augenhöhe setzt sich der 24-jährige Japaner nach 4 Stunden und 20 Minuten Spielzeit mit 4:6, 7:6, 6:7, 7:5 gegen den Kanadier durch.

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Hätten die beiden noch ein paar Minuten länger gespielt, wäre die Begegnung als längstes Match aller Zeiten bei den US Open in die Rekordbücher eingegangen.

 

 

 

1. September 2014
von admin
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Die US Open nehmen richtig Fahrt auf – leider mit geringerer deutscher Beteiligung

In Flushing Meadow geht es turbulent weiter. Vor dem großen Regen, der für Stunden das Tennis spielen unmöglich machte, hagelte es am Sonntag wieder Überraschungen. Bei den Damen ist die nächste Topgesetzte ausgeschieden. Die an 5-gesetzte Maria Sharapova unterlag der ehemaligen Weltranglistenersten Carolin Wozniacki mit 4:6, 6:2 und 2:6.

Von den ersten acht Gesetzten im Damenfeld sind jetzt nur noch die Nr.1 Serena Williams und die Nr.7,  Eugenie Bouchard, im Turnier.

Bisher waren die Herren von großen Favoritenstürzen verschont geblieben. Jetzt ist der Anfang gemacht: Der an 4-gesetzte „Senor Zuverlässig“, David Ferrer, wurde von Gilles Simon aus Frankreich in vier Sätzen (6:3, 3:6,6:1, 6:3) besiegt.

Der Sieg des Kroaten Marin Cilic (6:3, 3:6, 6:3, 6:4) über den Südafrikaner Kevin Anderson war hingegen zu erwarten gewesen.

Der  sensationelle Siegeszug der Qualifikantin Mirjana Lucic-Baroni wurde jetzt von Sara Errani gestoppt. Die kleine Italienerin benötigte drei Sätze (6:3, 2:6, 6:0), um alle weiteren Hoffnungen der Kroatin zu zerstören.

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Roger Federer lag gegen den Spanier Marcel Granollers 2:5 zurück, als der Regen den Schweizer erst einmal vor dem drohenden Satzverlust rettete. (Dunkle Wolken über New York, leere und verwaiste Tennisplätze auf der Anlage in Flushing Meadow – welch ein symbolisches Bild für das bisherige Abschneiden der deutschen Tennisstars beim Grand Slam! Aber wir haben ja noch unseren „Kohli“, der am Montag gegen Novak Djokovic aus deutscher Sicht „mutterseelenallein“ um das Weiterkommen kämpfen wird …) Nach der  Zwangspause kam der Tennisstar aus unserem Nachbarland, der auffällige Probleme mit der Rückhand zu Beginn hatte, wie verwandelt zurück. Er verlor zwar noch den ersten Satz 4:6, aber was dann kam war einfach nur „Großes Tennis“ und begeisterte seine zahlreichen Fans im Arthur Ashe Stadium. Die nächsten Sätze gewann Gentleman Roger kurz und schmerzlos mit 6:1, 6:1 und 6:1 und zog selbstbewusst in das Achtelfinale ein.

Mit Interesse und Sympathie verfolgen wir die beeindruckenden Fortschritte von Dominik Thiem. Der Österreicher  musste bei dem Stand von 3:3 sein Match gegen den Feliciano Lopez unterbrechen. Nach der Wiederaufnahme des Matches war der Spanier chancenlos: Thiem erreichte mit 6:4, 6:2 und 6:3 zum ersten Mal in seiner Karriere die Runde der letzten 16 eines Grand Slams. Tu felix Austria…

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Tomas Berdych, der sich einige Wochen unter gewohntem Niveau präsentierte, hat sich längst wieder stabilisiert. Gegen Teymuraz Gabashvili setzte sich der Tscheche souverän mit 6:3, 6:2 und 6:4 durch.

Das nächste  Spiel in der Damenkonkurrenz an diesem Tag präsentierte wieder einmal einen Außenseitersieg. Lucie Safarova, an 14 gesetzt, unterlag der Chinesin Shuai Peng 3:6, 4:6.

Bei den Herren präsentierte sich  der seit Wochen ungeschlagene David Goffin, im Duell der Shooting Stars gegen Grigor Dimitrov im ersten Satz  in bester Verfassung und siegte 6:0. Im zweiten Durchgang demonstrierte der Bulgare sein vielversprechendes Können und schlug mit dem 6:3-Satzgewinn zurück. Jetzt war Dimitrov nicht mehr aufzuhalten: Mit 6:4 und 6:1 in den nächsten Sätzen sorgte er dafür, dass die Siegesserie des Belgiers beendet wurde.

Die rein französische Auseinandersetzung zwischen Gael Monfis und Richard Gasquet,  entschied die immer solider aufspielende Wundertüte“ Monfis klar mit 6:4, 6:2 und 6:2 für sich.

Im letzten Match der Damen an diesem Tag, gewann die 17-jährige Belinda Bencic den ersten Satz gegen die an 9-gestzte Jelena Jankovic im Tiebreak. Das Ausnahmetalent aus der Schweiz spielte unbekümmert weiter und gewann den 2.Satz und das Match mit 6:3. Jetzt ist mit der Serbin auch die Nr.9 der Setzliste bei den Damen ausgeschieden… Bencic erreicht das erste Mal in ihrer Profikarriere das Achtelfinale eines Grand Slams. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein. Sie hat absolut das Zeug, in die Fußstapfen ihrer Betreuerin Martina Hingis treten zu können. Das junge Mädchen spielt für ihr Alter schon erstaunlich cleveres Tennis – wie ihr Coach und Vorbild. Das Schweizer Tennis-Küken spielt allerdings schon viel härter und schneller als die ehemalige Weltranglistenerste…

Das Turnier in New York „nimmt langsam richtig Fahrt auf“ – leider mit sehr geringer deutscher Beteiligung.