4. Juli 2014
von admin
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Federer und Djokovic im Finale von Wimbledon 2014

Am Freitag standen in Wimbledon die Semifinals der Herren auf dem Programm. Glückliches England: Nach dem frühen Ausscheiden ihrer Nationalelf bei der Fußball-WM können die Briten sich voll auf das Tennisturnier konzentrieren – auch wenn die britischen Tennisprofis in den Einzelkonkurrenzen auch schon allesamt den Schläger zur Seite gelegt haben. Die Aufmerksamkeit der deutschen Tennisfans ist am heutigen Tag zumindest geteilt. Das WM-Viertelfinalspiel der Nationalelf gegen Erzfeind Frankreich, das zum gleichen Zeitpunkt wie das zweite Semifinal-Match in London stattfand, ist gegenwärtig das Mega-Ereignis, das die Nation im Atem hält.

Der Center Court war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Novak Djokovic und Grigor Dimitrov zu dem ersten Halbfinale aufliefen. Der Bulgare beginnt gewohnt aggressiv, Der Serbe hat eine variantenreichere Taktik, mit viel Slice und ständigem Rhythmuswechsel, gewählt. Das System von „Nole“ setzt sich im ersten Satz mit 6:4 durch.

nolesieger

Im zweiten Satz ändert sich das Spielgeschehen schnell. Dimitrov verändert die Spielposition näher zur Grundlinie und setzt jetzt auch den Slice mehr ein. Er geht 3:0 in Führung, breakt den „Djoker“ ein zweites Mal und gewinnt den Satz mit 6:3.

 

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Djokovic scheint verärgert, gestikuliert wild zur Trainerbox. Im dritten Durchgang  gewinnen die beiden Kontrahenten bis zum 3:3 ungefährdet ihre Aufschlagspiele. Der Serbe schüttelt häufiger den Kopf angesichts unzureichender eigener Leistungen und kann im siebten Spiel mit einem „lucky shot“ einen Breakball abwehren.Auch der Bulgare wackelt in seinem Servicegame, aber sein Gegner kann selbst aus  aussichtsreichsten Positionen nicht punkten. Eine überraschende Nervosität beider Spieler ist in dieser Phase zu spüren. Das Match mündet   in einen Tiebreak.  Hier ist der „Djoker von Anfang an präsent, setzt sich deutlich mit 7:2 durch. Auch im vierten Satz sieht man ein Match aufAugenhöhe, aber beide Spieler können nur selten ihr bestes Niveau erreichen. Auch dieser Satz muss im Tiebreak entschieden werden.Dimitrov stemmt sich gegen die Niederlage, muss sich aber am Ende mit 7:9 geschlagen geben, Nole Djokovic ist im Finale von Wimbledon 2014. Ein Grund für die knappe Niederlage Dimitrovs lag wohl auch darin, dass er nur 3 von 11 Breakbällen gewinnen konnte.

Klassisch-vielseitiges Tennis und jugendlich-ungestüme Aufschlagpower  standen sich bei dem anschließenden Semifinale zwischen Roger Federer und Milos Raonic gegenüber.

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Wir konnten dieses Match nur phasenweise verfolgen. Deshalb sei nur kurz das Ergebnis genannt: Roger Federer hat das Finale mit einem klaren 6.4, 6:4, 6:4 erreicht. Im gesamten Dreisatzmatch hatte der Schweizer dem Kanadier nicht einen einzigen Breakball ermöglicht!

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Wir freuen uns auf ein Finale Djokovic gegen Federer!

 

 

3. Juli 2014
von admin
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Kvitova und Bouchard im Finale von Wimbledon!

Tag für Tag hatten wir von Wimbledon berichtet. Das war uns eine Freude, solange die Profis aus unseren Landen sich mit der internationalen Elite messen konnten. Die Besucherzahlen auf unserem Tennis-Blog sind dabei ständig gestiegen. Trotzdem hörten wir aus Tenniskreisen die Frage – und leise Klage – ob wir jetzt nur noch Ergebnisdienste leisten wollen.

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Diese Kritik ist berechtigt, obwohl wir uns bemühten, einen eigenen Ton in den  sachlichen Berichten unterzubringen. Einige User äußerten ihre Meinung, dass gerade die kritischen Texte, die psychologischen Beiträge und sogar die Geschichten aus dem Tenniszirkus den besonderen Gehalt unserer Posts ausmachen. Eigentlich haben wir uns über diese Wertungen gefreut – entsprachen sie doch unseren Intentionen, mit denen wir beim Start unseres Blogs angetreten waren. Wir wollten Bewegung in das deutsche Tennis bringen, wir wollten darstellen, dass Tennis nicht nur ein Sport, sondern immer auch ein besonderer Lebensstil ist.

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Für viele Beiträge zu diesen Themen erhielten wir auch private Anerkennung. Was nützt es aber, wenn wir nur eine kleine Minderheit erreichen? Kann man damit eine Bewegung initiieren? Kann man damit eine Community schaffen, die dafür sorgt, dass das Image des Tennis in Deutschland wieder aufblüht? Wir sind der Meinung, dass wir Schritt für Schritt unseren Leserkreis erweitern müssen, um real Wirkungen erzielen zu können. Dabei werden wir nie kritische Aspekte oder Insiderinformationen außer Acht lassen. Wir verraten auch gern, dass unser Hauptaugenmerk auf diesen Inhalten liegt. Wir werden aber auch in Zukunft ausführlich über die Großereignisse im Tennis berichten, die doch die Mehrheit der Tennisfans – und da zählen wir uns dazu – fasziniert. Deshalb brechen wir hier die Reflektionen ab und wenden uns dem Geschehen in Wimbledon am heutigen Tag zu:

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Nach der gestrigen kalten Dusche für das deutsche Tennis im erstmals sonnigen London, standen heute die Semifinals  der Damen im Mittelpunkt der Spielansetzungen in Wimbledon.

Zuerst kam es auf dem Center Court zu dem tschechischen Duell zwischen Petra Kvitova und Lucie Safarova. Der Beginn dieser Partie ist geprägt von einer Nervosität beider „Hardhitter“. Petra Kvitova gelingen einige Big Shots (Vorhand, Service-Asse), sie führt schnell 2:0. Safarova wird sicherer, gleicht aus. Bis zum 6:6 entwickelt sich eine rasante Begegnung auf Augenhöhe, in der beide Spielerinnen nicht mehr ihre Aufschlagspiele verlieren. Kvitova, die Wimbledonsiegerin von 2011, setzt sich dann im Tiebreak mit 7:4 durch. Im zweiten Satz wird die 1.83 Meter große Petra noch dominanter, lässt ihrer Gegnerin aus Brünn kaum noch eine Chance, selbst die Initiative zu ergreifen. Mit 6:1 im zweiten Satz zieht Petra Kvitova in das Finale von Wimbledon.

Petra-Kvitova-

Im Anschluss an diese Partie fand das zweite Semifinale zwischen Eugenie Bouchard und Simona Halep statt. Für viele Experten war diese Begegnung das vorweggenommene Endspiel der Championships 2014 bei den Ladies. Die Hardhitterin Bouchard und die klug operierende Halep starten von Anfang an auf hohem Niveau. Die 20-jährige“Genie“ spielt modernes Tennis, weicht nicht hinter die Grundlinie bei den Ballwechseln und nimmt jeden Ball im „aufsteigenden Ast“. Großer Schrecken beim Publikum, als die 22-jährige Rumänin umknickt und ein „Medical Time-Out“ nehmen muss. Mit einer Knöchelbandage kommt sie auf den Platz und auch sofort in das Match zurück. Bis 5:5 kann keine Spielerin die Oberhand gewinnen. Bei eigenem Service beginnt die Kanadierin plötzlich zu zögern, verliert den Rhythmus und verschlägt zwei leichte Bälle. Unbekümmert und wieder nervenstark setzt sie ihr aggressives Spiel fort und geht 6:5 in Führung. Halep gleicht zum 6:6 aus. Im Tiebreak entscheidet das Fünkchen mehr Entschlossenheit auf Seiten Bouchards. Sie gewinnt den 1.Satz mit 7:4 im Tiebreak. Im 2.Durchgang stürmt die Kanadierin wild entschlossen in das Finale. Sie führt 5:1, vergibt 3 Matchpoints. Bei 5:2 wehrt die junge Rumänin wieder zwei Matchbälle ab. Beim nächsten Matchpoint serviert „Genie“ ein Ass und  gewinnt dieses Semifinale mit 7:6 und 6:2. Bouchard ist zum ersten Mal in ihrer noch jungen Karriere im Endspiel eines Grand Slams!

bouchard

Für alle kritischen Leser, die mehr als einen Ergebnisdienst von diesem Tennisblog erwarten: Haben wir nicht ein wenig Anerkennung für unseren Mut verdient, als wir schon vor dem Achtelfinale angekündigt hatten, dass  Eugenie Bouchard dieses Jahr den Titel in Wimbledon gewinnen wird?

 

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2. Juli 2014
von admin
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Kerber, Lisicki und der Titelverteidiger scheiden in Wimbledon aus

Alle Viertelfinalspiele der Herren und zwei der Damen – beide mit deutscher Beteiligung – waren am Mittwoch in Wimbledon von der Turnierleitung angesetzt worden. Damit wurde Kerber und Lisicki, nach ihren Erfolgen vom Vortag, kein Ruhetag gegönnt. Dass beide mittags in der ersten Spielrunde  antreten mussten, war auch nicht von Vorteil.

Auf dem Center Court spielte Angelique Kerber gegen Eugenie Bouchard aus Kanada. Bis 3:3 im ersten Satz war das Spielgeschehen ausgeglichen. Die Kanadierin zog dann das Tempo in den Schlägen noch an und war erfolgreich mit vielen „Big Shots“. Sie gewann 3 Spiele in Folge und damit den ersten Durchgang mit 6:4. Im zweiten Satz setzte Bouchard ihre aggressive Taktik unbeirrt weiter fort. Angie versuchte diesem Druck standzuhalten, wirkte aber in ihrer Körpersprache nicht siegessicher. Hatte sie ihre Energiespeicher noch nicht wieder auffüllen können? War ihre Muskulatur noch immer etwas verspannt vom harten Vortagsmatch gegen Sharapova? Verlassen wir den Bereich der Spekulation und wenden uns den Tatsachen zu: Bouchard gewinnt den zweiten Durchgang mit 6:4 und hat es als einzige Spielerin der WTA-Tour geschafft, in allen Semifinals der drei Grand Slams im Jahr 2014 zu stehen! Die Viertelfinalbegegnung kommentierte „Genie“ mit folgenden Sätzen: „Es war ein hartes Match. Bis zum Ende wusste ich, dass es noch nicht vorbei ist. Deshalb habe ich versucht, mental in der Gegenwart zu bleiben. Es war mir klar, dass ich nicht vorausschauen darf. So habe ich dann mein Spiel fokussiert durchgezogen.“

bouchard

Auf Court 1 setzte sich  Sabine Lisicki mit Simona Halep auseinander. Die Berlinerin startete aggressiv und setzte ihre Gegnerin mit knallharten Schlägen unter Druck. Bis zur 4:1-Führung gelang Sabines fast alles. Dann schlichen sich erste leichte Fehler ein und es unterliefen ihr bei dem Aufschlag zu viele Doppelfehler. Die Rumänin steigerte sich von Spiel zu Spiel, glich dann auf 4:4 im ersten Satz aus. Je sicherer Halep wurde, desto mehr Fehler produzierte „Bine“. Konsequenz:  Lisicki verlor auch die nächsten 8  Spiele in Folge und die 22-jährige Rumänin zog – nach weniger als einer Stunde Spielzeit -  mit 6:4 und 6:0 in das Halbfinale ein. Nach dem Sieg äußerte sich die Siegerin zu dem Viertelfinal-Spiel: „ Ich bin heute langsam gestartet. Nach 1:4  bin ich sehr gut in das Match gekommen. Auf dem Center Court hat es mir wirklich Spaß gemacht. Es war jetzt das zweite Mal und ich habe jeden Augenblick genossen.“

halep

Nach diesen beiden Niederlagen in der Viertelfinalrunde sind jetzt alle deutschen Teilnehmer in den Einzelkonkurrenzen in Wimbledon ausgeschieden.

Werfen wir mit leiser Enttäuschung also den Blick auf die Herrenkonkurrenz in London und kommen nur kurz (man wird Verständnis haben…) unserer Chronistenpflicht nach:

Zum Entsetzen der britischen Tennisfans verlor der „local hero“, Andy Murray, den ersten Satz in seinem Aufeinandertreffen mit Grigor Dimitrov auf dem Center Court mit 1:6. Im zweiten Durchgang kämpfte der Titelverteidiger  sich zurück, scheiterte aber im Tiebreak. Murray wirkt dann im 3.Satz resigniert und Dimitrov nutzt gnadenlos seine Chance. Mit dem 6:1, 7:6 und 6:2- Sieg des Bulgaren war die erste Sensation am Viertelfinaltag perfekt.

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Auch Novak Djokovic kam gegen Marin Cilic in Bedrängnis. Nach klarem 6:1- Erstsatzsieg des Serben, wendete Cilic das Blatt und gewann den zweiten Durchgang mit 6:3. Der Djoker produzierte im dritten Durchgang zahlreiche Flüchtigkeitsfehler, war deutlich mit sich und der Welt unzufrieden und verlor den Satz im Tiebreak (4:7). Verärgert – und damit mit der nötigen Spannung – breakt Nole seinen Kontrahenten gleich im 1.Spiel des vierten Satzes, lässt sich nicht mehr hängen und gewinnt dann den 4.Durchgang mit 6:2. Konzentriert beendet er dann auch den fünften Satz erfolgreich mit 6:2 und zieht in das Semifinale gegen Grigor Dimitrov ein.

nolesieger

Bei dem Schweizer Duell zwischen den Freunden und Trainingspartnern, Federer und  Wawrinka, hatte Stan den besseren Start und gewann den 1.Satz (6:3) mit einem einzigen Break. Der siebenfache Wimbledonsieger steigerte sich im nächsten Satz und konnte sich im Tiebreak (7:5) knapp durchsetzen. Dieser Satzerfolg gab Roger mehr Selbstvertrauen. Er dominierte das Geschehen und gewann den 3.Satz mit 6:4. Auch im vierten Durchgang wich Federer nicht mehr von seiner Siegesroute ab und beendet das Match mit einem 6:4 im vierten Satz.

Im Halbfinale trifft er auf den Kanadier Milos Raonic, der sich gegen den – wieder beeindruckenden – Favoritenkiller Nick Kyrgios im letzten Spiel des Tages mit 6:7, 6:2, 6:4 und 7:5 durchsetzen konnte.