1. Juli 2014
von admin
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Deutsche Siege bei den Damen und Sensation durch Kyrgios bei den Herren

Am Dienstag wurden in Wimbledon die Begegnungen angesetzt, die das Viertelfinalfeld in den Einzelkonkurrenzen komplettieren sollten. Zieht man nach der 1. Woche des Turniers und vor den Viertelfinals  ein Zwischenfazit, dann kann man festhalten, dass es bei den Damen keine Avantgarde mehr gibt, die das übrige Teilnehmerfeld beherrscht. Die absolute Spitze verliert auch in den ersten Runden und es drängen junge Spielerinnen nach(Bouchard, Cornet, Muguruza, vielleicht auch bald Madison Keys)), die gnadenlos das freie Terrain an der Spitze erobern wollen. Ganz anders sieht die Struktur bei den Herren aus. Hier dominiert eine Elite (Nadal, Djokovic, Murray, auch Wawrinka, wenn er gesund ist – zum Teil auch Ferrer) unangefochten bei allen Grand Slam- Events. Der Bulgare Dimitrov hat das Potential, in naher Zukunft in diese Gruppe einzubrechen.

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Auf Court 3, dem ehemaligen „Friedhof der Stars“, versuchte Sabine Lisicki gegen  Yaroslava Shvedova ihren Siegeszug in London fortzusetzen. Zu Beginn hat die Berlinerin wieder Probleme mit dem Service. Sie kassiert auch gleich im ersten Aufschlagspiel ein Break und hat nach drei Servicegames schon sechs Doppelfehler produziert. Zum Glück funktionieren ihre Grundschläge – besonders die aggressive Vorhand – sehr gut. Nach 23 Minuten hat sie eine 5:2 Führung herausgespielt. Bei 5:3 bringt sie ihr Aufschlagspiel durch und gewinnt den ersten Durchgang mit 6:3. Zu Beginn des zweiten Durchgangs gelingt der Deutschen urplötzlich nichts mehr. Sie verliert mit zahlreichen unnötigen Fehlern 3 Spiele in Folge und baut ihre bisher unterlegene Gegnerin auf. „Bine“ fängt sich, gewinnt drei Spiele nacheinander und gleicht zum 3:3 aus. Das Wimbledon-Lächeln ist wieder auf ihrem Gesicht. Trotzdem verliert sie das nächste Spiel und mit zwei Doppelfehlern auch das eigene Aufschlagspiel. Die Kasachin wird entschlossener und gewinnt den zweiten Durchgang mit 6:3.Ein   unerklärliches „Auf und Ab“ kennzeichnet das Auftreten unserer deutschen Wimbledonhoffnung. Im Entscheidungssatz nimmt Sabine bei 1:1 und Spielball Shedovas ein „Medical Time-Out“, lässt sich die Schulter behandeln. Anschließend kann keine der Kontrahentinnen bis zum 3:3 die Oberhand gewinnen. Dann zieht Lisicki an, führt 5:3. Das nächste Spiel gewinnt wieder die Kasachin. Nach dem Seitenwechsel unterlaufen Shvedova drei leichte Fehler. 3 Matchbälle für „Bine“! Die ersten beiden werden abgewehrt, dann knallt Sabine einen Vorhandreturn in das gegnerische Feld, der verschlagen wird. Die Deutsche ist in das Viertelfinale vorgedrungen! Wie sagte ein Kommentator: „Durchatmen – das war eine schwere Geburt!“  33 „unforced errors“ von Sabine Lisicki und 20(!) Doppelfehler bestätigen die Aussage.

Zur gleichen Zeit wie Sabine hatte Simona Halep ihre Auseinandersetzung mit der Kasachin Zarina  Diyas aufgenommen. Die Rumänin setzte sich  klar und unangefochten mit 6:3 und 6:0 durch.

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Im ersten Spiel auf dem Center Court  trat Angelique Kerber gegen die Turnier-Favoritin der Tennisexperten, Maria Sharapova, an. Vom ersten Punkt an ist Angie „im Match“. Sie führt gleich 2:0. Die Russin holt auf. Ein rasantes Spiel entwickelt sich, in dem die Konkurrenten um die Oberhand ringen. Der Tiebreak muss entscheiden. Kerbers Kämpferherz und ihre Entschlossenheit setzt sich durch: sie gewinnt den 1.Satz mit 7:4 im Tiebreak. Auf höchstem Niveau wird auch im zweiten Satz gekämpft. Die Russin erhöht noch einmal das Tempo, setzt sich knapp mit 6:4 durch. Im 3.Satz gibt Kerber alles, riskiert noch mehr und kontert mit bedingungslosem Einsatz. Sie geht 5:2 in Führung, vergibt den ersten Matchball. Sharapova, für die „Tennis eine Schlacht“ ist, beweist unbedingten Siegeswillen, holt auf 4:5 auf. Angie lässt sich nicht beeindrucken, macht die ersten drei Punkte in Folge bei Aufschlag Sharapovas. Verliert diese drei Matchbälle in Folge, weil Maria mit allem Willen dagegensetzt und selbst punktet. Angelique verliert nicht die Nerven, erspielt sich den vierten und fünften Matchball. Ein Tennisthriller mit höchsten Ansprüchen wird dem begeisterten Publikum geboten! Beim siebten Matchball der Kielerin spielt das Energiebündel Sharapova einen Grundschlag in das Aus. Angie Kerber hat nach bravouröser Leistung als zweite Deutsche das Viertelfinale erreicht!

Auf Court 1 war die Tschechin Lucie Safarova in der Zwischenzeit durch einen überlegenen 6:3, 6:2-Sieg über die Russin Ekaterina Makarova auch in die Runde der letzten Acht vorgedrungen.

Roger Federer bestätigte die These von der Dominanz der Elite bei den Herren in seinem Achtelfinalspiel gegen Tommy Robredo. Bei seinem überzeugenden Gewinn (6:1, 6:4, 6:4), blieb er weiter ohne Satzverlust in Wimbledon 2014!

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Freund und Landsmann Stanislas Wawrinka beeindruckte ebenso  in seinem Achtelfinalsieg (7:6, 7:6, 6:3) gegen den Spanier Feliciano Lopez.

Der Kanadier Milos Raonic zog mit 34 Assen  und einem 4:6,6:1, 7:6 und 6:3-Sieg über den Japaner Nishikori auch in das Viertelfinale der Herren ein.

Nick Kyrgios hatte mit Erreichen des Achtelfinals in Wimbledon sein Saisonziel 2014 schon realisiert. Gegen Rafael Nadal wollte er noch einen weiteren Schritt gehen. Der Spanier hält sich auch im vierten Spiel auf Rasen in Wimbledon an das Gesetz der Serie: er verliert den Auftaktsatz. Von Beginn an spielte Krrgios beherzt und aggressiv  und setzte sich mit 7:5 in dem Tiebreak des 1.Satzes durch. Alles scheint sich zu normalisieren, als sich der Spanier im 2.Satz mit 7:6 durchsetzt. Doch der junge Aussie agiert weiterhin mit unbändigen Siegeswillen und Entschlossenheit. Kein Zögern, keine Angst vor dem Mißerfolg kurz vor Erreichen des Ziels beeinträchtigt seine Aktionen. Er nutzt fokussiert jede Chance und schafft die Überraschung,  als er den dritten Satz mit 7:6 und den vierten Durchgang mit 6:3 gewinnt. Die erste große Sensation in der Herrenkonkurrenz von Wimbledon 2014 ist perfekt! Respekt vor dem vorbildlichen Mut, dem geistesgegenwärtigen „Zupacken“ und dem zielstrebigen Siegeswillen des noch unerfahrenen Australiers!

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Nach vor Ende dieses Tennisdramas wurde das Viertelfinale der Damen in der Begegnung der beiden Tschechinnen Petra Kvitova und der Tschechin Strycova vervollständigt.  Petra Kvitova sicherte sich den letzten Platz unter den besten Acht von Wimbledon mit einem 6:1 und 7:5- Sieg.

An diesem Tag in Wimbledon wurde „Großes Tennis“ präsentiert  – gekrönt von sensationellen Ergebnissen. So macht das Spaß – so kann es weitergehen.

30. Juni 2014
von admin
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Lisickis “Love Affair” mit Happy End am “Manic Monday”

Der anhaltende Regen am Samstag und das traditionelle britische Gesetz, dass am heiligen Sonntag nicht gearbeitet, respektive nicht Profitennis gespielt werden darf, hatten den Ablaufplan in Wimbledon am Montag bis oben hin vollgestopft. Fünf unterbrochene Spiele vom Samstag sollten am heutigen Tag   fortgesetzt werden – darunter auch Sabine Lisickis Auseinandersetzung mit Ana Ivanovic.

Bei 6:4 und 1:1nahmen die Deutsche und die Serbin auf Court 1 ihr Match wieder auf. Sabine vergibt einige Chancen im Aufschlagspiel der Serbin, verliert auch gleich ihr eigenes Servicegame mit zwei Doppelfehlern und ist schnell 1:3 und dann 2:5 in Rückstand. „Bine“ konnte noch nicht an ihre Leistung vom Samstag anknüpfen. Vor Beginn ihres Aufschlagspiels beginnt es leicht zu regnen. Eine Unterbrechung käme diesmal vielleicht nicht ungelegen. Bei Einstand im achten Spiel bricht der Schiedsrichter ab. Der berühmte „Manic Monday“, der „wahnsinnige“ Montag, spielt wieder sein Spiel.

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Nach eineinhalb Stunden ging es weiter. Ivanovic gewinnt den zweiten Satz schnell mit 6:3. “Bine“ beendet ihr erstes Aufschlagspiel im entscheidenden Durchgang erfolgreich, breakt die Serbin im zweiten Spiel, baut dann die Führung entschlossen über 3:0 auf 4:1 aus. Die Selbstzweifel, die bei heutigem Spielbeginn auf Lisickis Gesicht zu lesen waren, sind längst gewichen und haben Spielfreude und Siegeswillen Platz gemacht. Mit fehlerlosen, aggressiven Tennis nimmt sie Ivanovic wieder den Aufschlag ab und serviert zum Matchgewinn. Zwei direkte Returnfehler der sensiblen Serbin und zwei darauf folgende Asse der Deutschen beenden den Entscheidungssatz mit 6:1. „Bumm Bumm Bine“ ist im Achtelfinale. Ihre „Love Affair“ mit dem Londoner Rasen gefällt uns uneingeschränkt!

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Das Aufeinandertreffen der jungen USA-Hoffnung Madison Keys mit  Yaroslava Shvedova  war Samstag bei 6:7 und 6:6 unterbrochen worden. Keys sagte ihre weitere Teilnahme dann wegen einer Oberschenkel-Verletzung  ab. Die letzte US-Spielerin in der Einzelkonkurrenz ist jetzt auch ausgeschieden.

Vor der ersten Regenunterbrechung konnten noch einige Spiele, die auf den Nebencourts angesetzt waren, beendet werden. Im rein tschechischen Duell zwischen Lucie Safarova und Tereza Smitkova fegte Safarova ihre „Landsfrau“ mit 6:2 und 6:0 vom Platz und erreichte damit schon das Viertelfinale.

Eugenie Bouchard, die in der dritten Runde Andrea Petkovic geschlagen hatte, traf unter dem Dach des Center Courts auf die Serena Williams- Bezwingerin Alize Cornet. Im Duell der exemplarischen Vertreter der Young Ladies- Generation, die – ohne Mitleid  für Gegner und Tennisball – auf die Filzkugeln „draufdrischt“, setzte sich die etwas variablere und auch gelassenere Kanadierin Bouchard mit 7:6 und 7:5 durch. Seit Turnierbeginn hat „Genie“, die jetzt im Viertelfinale steht, noch keinen Satz abgegeben. Eine mutige Weissagung von ansonsten bescheidenen Bloggern gefällig? Na gut – die Kanadierin gewinnt Wimbledon 2014!

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Caroline Wozniacki, die sich in Wimbledon bisher sehr stark präsentierte, trat gegen Babora Zahlavova Strycova, die Na Li aus dem Turnier geworfen hatte, an, um in das Viertelfinale einzuziehen. Die Dänin begann zu passiv, verlor den ersten Satz mit 2:6. Im zweiten Durchgang spielte sie aggressiver, musste bei 4:5 zwei und  bei 5:6 drei Matchbälle abwehren und verliert trotzdem den Satz und das Match mit 5:7. Damit bescherte sie der 28-jährigen Strycova den größten Erfolg ihrer bisherigen Karriere.

Wie schon bei den French Open scheiden die Topgesetzten bei den Ladies schon in den ersten Runden Tag für Tag aus. Heute lag die an 4-gesetzte Polin Agniezka Radwanska gegen die Russin Ekaterina Makarova schon mit 3:6 und 0:5 zurück, als die zweite Regenunterbrechung am Tag ihr eine Gnadenfrist gab. Noch ist Polen nicht verloren. Am späten Abend spielte die Polin bei der Wiederaufnahme der Begegnung noch sechs Punkte und verlor den zweiten Satz mit 0:6. Polen hat doch verloren.

Nach der ersten Regenpause ging Petra Kvitova gegen die Shuai Peng auf den Court und machte mit der Chinesin dann 6:3, 6:2 „kurzen Prozess“. Kvitova ist damit die dritte Tschechin im Viertelfinale des Grand Slams in London!

Bei den Herren hatte am Samstag  überraschend der Italiener Sandro Bolleli dem an 10-gesetzten Japaner Kei Nishikori große Probleme bereitet. Bei dem Stand von 3:3 im fünften Satz setzten die Kontrahenten den Kampf fort.Nishikori brauchte am Manic Monday noch vier Spiele, um mit 3:6, 6:3, 4:6, 7:6 und 6:4 in das Achtelfinale einzuziehen.

Stanislas Wawrinka hatte es eilig und überrollte den Usbeken Denis Istomin noch vor der Regenunterbrechung: Mit 6:3, 6:3 und 6:4 hat der Schweizer die Runde der letzten 16 erreicht.

In das Viertelfinale ist der an 26-gesetzte Kroate Marin Cilic eingezogen. 31 Asse halfen bei seinem 7:6, 6:4 und 6:4-Sieg über den Franzosen Chardy.

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Andy Murray setzte sich spätnachmittags mit Kevin Anderson auf dem Center Court auseinander. Unter dem schützenden Dach spielte der Titelverteidiger fast fehlerloses Rasentennis. Der Schotte gewann gegen einen starken Gegner wieder ohne Satzverlust. Mit 6:4, 6:3 und 7:6 erreicht er das Viertelfinale.

Das „Aufschlagtier“John Isner aus den USA war der letzte Überlebende seiner Nation im Kampf um den Titel in London. Dem Spanier Feliciano Lopez gelang es, mit wenigen Breakbällen 6:7, 7:6, 7:6 und 7:5 gegen ihn zu gewinnen.  „Ami go home“ ist längst kein frommer Wunsch mehr in London – jetzt ist auch der letzte „Ami“ im Einzel aus dem Turnier.

Spätabends stieß auch der Grigor Dimitrov in das Viertelfinale vor.  Bei seinem  6:4, 7:6, 6:2- Sieg gegen den Argentinier Leonardo Mayer beeindruckte der immer stärker werdende Bulgare.

Nach dem Sieg des Bulgaren hätte Angelique Kerber auf Court 1 noch zu ihrem Achtelfinalspiel gegen die Turnierfavoritin der Experten, Maria Sharapova, antreten müssen. Ein dritter Regenschauer verhinderte das erst einmal. „It‘ just another Manic Monday“….

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Das Highlight des Tages, die Achtelfinal-Begegnung Djokovic gegen Tsonga begann um 19 Uhr Ortszeit auf dem Center Court.Dieses Match kann unter dem Dach nicht wegen Regen abgebrochen werden – eher wegen der Dunkelheit. Aber der überragende “Djoker” schafft es gegen einem immer mehr riskierenden Tsonga doch noch, das Match am Montag zu beenden. Der 6:3, 6:4und 7:6 Sieg, deutet an, dass für den Serben das Erreichen des Viertelfinals nur eine Zwischenstation auf seinem zielstrebigen Weg in Wimbledon ist.

Zum Schluss des Posts kein Tagesfazit, sondern eine Frage: Ist es wirklich zeitgemäß,dass angesichts des Londoner Wetters und des gehörig durcheinander geschüttelten Tableaus, das für ungleiche Erholungsphasen bei den Spielern und Spielerinnen und damit für ungleiche Wettkampfvoraussetzungen sorgt, an einer „mittelalterliche“ Tradition, dem „arbeitsfreien“ Sonntag, festgehalten wird?

28. Juni 2014
von admin
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Angelique und die Königin von Wimbledon begeistern!

15 deutsche Tennisprofis waren im Hauptfeld in Wimbledon angetreten. Am sechsten Tag des Turniers kämpften die letzten drei „Überlebenden“ um das Erreichen des Achtelfinales. Dabei standen unseren Damen schwere Aufgaben bevor.

Der anhaltende Regen sorgte aber erst einmal dafür, dass das Wettkampffieber über einen ungewissen Zeitraum hinweg kontrolliert werden musste. Diese Wartezeit diente bestimmt nicht dem Abbau der Nervosität im Vorstartzustand.

Mit mehr als 2-stündiger Verspätung musste Andrea Petkovic dann in der ersten Spielrunde auf Court 3 gegen Eugenie Bouchard, das kanadische „Wondergirl“, antreten. Sie geriet schnell 0:2 in Rückstand, holte auf 1:2 auf, dann wurde das Spiel wieder unterbrochen, weil ein heftiger Schauer jede Aktion auf dem nassen Grass unmöglich machte. Bei Wiederaufnahme des Spiels baut „Genie“ sofort Druck auf, drängt Andrea so in die Defensive, dass sie einen aggressiveren Matchplan nicht umsetzen kann. Mit 6:3 setzt sich die Kanadierin im ersten Satz durch. „Petko“ stemmt sich im zweiten Durchgang gegen die Niederlage, gleicht nach 1:3-Rückstand auf 3:3 auf. Trotz härtester Gegenwehr verliert sie knapp die nächsten beiden Spiele. Den ersten Matchball wehrt sie mit einem akrobatischen Volley ab, den 2.Matchball verwandelt Bouchard und gewinnt mit 6:3 und 6:3. Andrea hat hervorragenden Einsatz gezeigt und sehr gutes Tennis gespielt, sie verlor gegen eine überragende Gegnerin, die in dieser Form sich in Wimbledon noch weiter in den Vordergrund spielen wird.

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Angie Kerber ging gegen Kirsten Flipkens als leichte Favoritin auf Court 12. Die Belgierin imponiert mit einer knallharten Vorhand und einem Rückhand-Slice, der auf dem feuchten Grass schwer zu beantworten ist. Angie braucht Zeit, um sich an die Strategie ihrer Gegnerin zu gewöhnen. Sie verliert den Auftaktsatz 3:6. Im zweiten Durchgang setzt Angie mit gewohnter Wettkampfhärte dagegen, geht 3:0 in Führung und gibt das Heft bis zum 6:3-Satzsieg nicht mehr aus der Hand. Flipkens wird ungeduldiger im 3.Satz, produziert einige leichte Smash-Fehler. Angelique geht über 3:1 mit 5:2 in Führung. Mit Entschlossenheit und Siegeswillen gewinnt sie dann den Entscheidungssatz mit 6:2. Die erste Deutsche ist im Achtelfinale!

Inzwischen hatte die Französin Alize Cornet für die nächste Sensation gesorgt. Nach der an 2-gesetzten Na Li wurde heute die Nr.1 der Setzliste, Serena Williams, aus dem Turnier geworfen. Das Powergirl aus den USA hatte sich im ersten Satz noch erwartungsgerecht deutlich mit 6:1 durchgesetzt. Dann steigerte sich das 24-jährige Talent aus Nizza, spielte sich in eine berauschende Form und bezwang die große Favoritin in den nächsten beiden Sätzen mit 6:3 und 6:4.

French Open tennis tournament at Roland Garros

Maria Sharapova hingegen gab sich gegen  Alison Riske aus den USA keine Blöße. Ungehindert zog sie mit 6:3 und 6:0 in die nächste Runde ein.

Auch Simona Halep, die Finalistin der French Open, konnte von Belinda Bencic, der Schweizer Wunderwaffe in der Nachfolge von Martina Hingis, auf ihrem Marsch in das Achtelfinale nicht aufgehalten werden. Mit 6:4 und 6:1 setzte sich die Rumänin souverän durch.

Bei den Herren ging nach der Regenverzögerung  zuerst Rafael Nadal gegen den Kasachen Mikhail Kukushkin auf den Center Court. Um das Spiel zu ermöglichen, hatte man das Dach geschlossen. Zum dritten Mal in Folge verlor Nadal den Auftaktsatz – immerhin erst im Tiebreak gegen den unbekümmert aufspielenden Kukushkin. Dann nahm Rafa aber Fahrt auf und gab nur noch ein Spiel pro Satz ab.  Mit 6/7, 6:1, 6:1 und 6:1 zog der Spanier in das Achtelfinale ein.

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Roger Federer hatte in London bisher wenig „Federlesens“ mit seinen Gegnern gemacht. In seinem Match gegen den Kolumbianer Santiago Giraldo setzte er seine unangefochtene Erfolgsserie fort. Der „Fedexpress“ aus der Schweiz erreichte ohne jegliche Verspätung sein Ziel. Kurz und schmerzlos gewann Roger mit 6:3, 6:1 und 6:3. Es ist offensichtlich, dass der Schweizer sich rechtzeitig für Wimbledon in eine herausragende Form gespielt hat, die es ihm sogar ermöglichen könnte,  den Titel zum siebten Mal zu holen.

Auch der an Nr.8 –gesetzte Kanadier Milos Raonic gab in dem Duell der Aufschlagriesen mit Lukasz Kubot aus Polen keinen Satz ab. Mit 7:6, 7.6 und 6:2 spielte er sich ohne ein Break seines Gegners in die vierte Runde.

Wir hatten den jungen „Aussie“ Nick Kyrgios in einem Porträt in unserem Blog vorgestellt. In Wimbledon hatte der Halbgrieche in den ersten Runden positiv auf sich aufmerksam gemacht. Gegen den tschechischen Youngster Jiri Vesely hat er seinen Traum vom Erreichen eines Achtelfinals in einem Grand Slam schon jetzt realisiert: Kyrgios gewann mit 3:6, 6:3, 7:5 und 6:2.

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Um 20 Uhr Ortszeit musste Sabine Lisicki alle ihre Rasenkünste aufbieten, um der an 6-gesetzten Serbin Anna Ivanovic Paroli bieten zu können. Sabine ist auf dem Wimbledon-Grass gleich wieder in ihrem Element. Ein rasantes und hochklassiges Match auf Augenhöhe wird von Anfang an den Zuschauern geboten. „Bine“ wirkt entfesselt, wenn sie auf dem heiligen Rasen antreten darf. Sie bietet „Großes Tennis“, begeistert die Zuschauer und gewinnt – bis in die Fußspitzen entschlossen – den 1.Durchgang mit 6:4. Ivanovic spürt den Rausch, in den sich die Berlinerin gespielt hat und verlangt nach Abbruch wegen Dunkelheit. Lisicki zeigt Entertainer-Qualitäten: Lachend wendet sie sich direkt an die Zuschauer und fragt sie, ob sie nicht auch wollen, dass das Match fortgesetzt wird. Spontan begeistert stimmt das Publikum dem Wunsch ihrer Königin lautstark zu. Noch hat Basisdemokratie nicht Einzug in den Showsport Tennis gefunden, Ivanovic bleibt demonstrativ auf ihrer Bank sitzen. Aber auch die Turnierleitung plädiert nach Minuten für die Fortführung des Schauspiels. Nach dem 1:1 im zweiten Durchgang, wird dann aber doch entschieden, das Match abzubrechen.

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Wegen des spielfreien Sonntags geht die Show von „Bumm-Bumm-Bine“ jetzt am Montag weiter.