1. März 2014
von admin
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“Die Faszination des Padel-Spiels”

Das erste Argument, mit dem die Padel-Tennis-Enthusiasten – ob in Buenos Aires oder Berlin, ob in Las Palmas oder Herne – dem interessierten Neueinsteiger Mut machen wollen, lautet immer gleich: „Padel-Tennis ist ganz leicht. Das kann jeder sofort!“

Unabhängig von den Zweifeln an dem sportlichen Leistungsvermögen des Interessierten, die in diesen Worten mitschwingen, stellt man dann in der Praxis schnell fest, dass diese Aussage ihre Berechtigung hat: Aufgrund des kleinen, handlichen Schlägers mit der riesengroßer Treff-Fläche, wegen des begrenzten, übersichtlichen Spielraumes und der unkomplizierten Technik, ist dieses Spiel wirklich leicht und schnell zu erlernen. Ohne viele Mühen und Frustrationen ist auch der Anfänger schnell in der Lage, den Ball im Spiel zu halten. Dadurch ist es früh möglich, Padel mit anderen gleichgesinnten Newcomern sinnvoll auf dem glasumrandeten Platz zu spielen.

padelfoto

Bei diesem gemeinsamen Spiel entdeckt man ein zweites Charakteristikum dieses Trendsports: die Vielfalt von überraschenden Situationen. Da musst du flink reagieren, wenn der Ball von den gläsernen Seitenwänden zurückspringt, da musst du mit akrobatischen Bewegungen versuchen, den Ball von der hinteren Glaswand in das Spiel zurück zu bringen. Diese Situationen reichen eigentlich schon  aus, um ständig alarmbereit, mit wachen Augen und gespannter Muskulatur  dem Ball hinterher zu jagen, aber die Pioniere dieses Sports haben noch eine weitere, kaum zu berechnende Variation in das Spielfeld eingebaut: das an den Seitenwänden über dem Glas eingebaute Gitternetz. Von dort prallen die Bälle ab, „wie sie wollen“ – und wie es auch der erfahrenste Spieler nie berechnen kann. Improvisation ist angesagt bei dieser Mischung aus Squash und Tennis und das sorgt immer wieder für heitere Spielsituationen. Da freut man sich spontan über die kreativen und unorthodoxen Lösungsversuche der Partner auf der anderen Seite des Netzes, da lacht man über sich selbst, weil trotz aller Verrenkungen der Schlag nicht in das gegnerische Feld platziert werden konnte. Dieser gemeinsame Spaß beim Spielen sorgt für Geselligkeit. Nicht nur auf dem Platz, sondern auch nach dem Sport an der „Padel-Bar“, die auf jeder neuen Anlage einen festen Platz haben sollte. Dort hat man dann reichlich Gesprächsstoff, wenn man die urkomischen Ballwechsel und die heldenhaften Lösungsversuche der einzelnen Spieler bei erfrischenden Drinks und „kleinen Happen“ rekapituliert.

Das Scheitern in gewissen fast unlösbaren Spielsituationen ist vorprogrammiert. Das führt zu einer gesunden Demut der Sportler, das führt zu einer Solidarität mit den Mitspielern, die auch Opfer der Vielfalt geworden waren. In dem Padel-Glaskäfig wird nicht gejammert, wenn ein formvollendet angesetzter Schlag misslingt. Da wird keine verbiesterte Miene aufgesetzt, weil man sich einmal nicht erfolgreich präsentiert hat. Da hat man Spaß. Da lacht man während des Spiels über sich selbst und die Situationskomik, und geht mit einem Lachen vom Platz.

Das ist wohltuend, wenn man es mit zu ernsten, übertrieben  ehrgeizigen Doppeln vergleicht, die wir zu häufig in unserem Tennis-Club miterleben können. Kein Wunder, dass die Teilnehmer im Anschluss an das Spiel meist getrennt mit ihren PKWs direkt nach Hause fahren…

Im Gegensatz dazu, steht von Anfang an beim Padel-Tennis das Miteinander im Vordergrund.  Dazu erzieht schon der enge Raum, auf dem man mit einem Partner im Doppel agiert. Da passiert es anfangs öfters, dass man bei geschwinden Reaktionen seinen Partner fast über den Haufen rennt. Von Ballwechsel zu Ballwechsel lernt man dann, sich in seinen Bewegungen miteinander abzustimmen. Das geht nur, wenn man sich in den anderen hineinversetzt. Padel erzieht damit zur Empathie, zur Solidarität.

Auch dieser Aspekt ist in unserer modernen Welt in seiner sozialen Bedeutung nicht zu unterschätzen.

Also: „Bleibt entspannt“ und „haut rein!“ – beim Padel Tennis!

Viel Spaß.    

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“. Deshalb folgt jetzt für alle, die von unseren Sätzen noch nicht motiviert werden konnten,ein Padel-Video mit beeindruckenden Ballwechseln.

26. Februar 2014
von admin
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“Der DTB arbeitet am Image”

Das „Image des Tennissports in Deutschland“ ist ein stetig wiederkehrendes Thema in unserem Blog. Unsere These, dass nur über nachhaltige Konzepte und eine positive Außendarstellung Tennis seine Popularität steigern und an Aufmerksamkeit gewinnen kann, haben wir in vielen Posts dargestellt. Dabei sind wir nicht müde geworden, den DTB und seine öffentlichen Auftritte zu gegebenen Anlässen zu kritisieren.

Als (zumindest bemüht) objektiv schreibende Autoren wollen wir jetzt die Chance ergreifen und auf Geschehnisse hinweisen, die in letzter Zeit fast im Verborgenen stattgefunden haben und die den Tennissport in Zukunft durchaus wieder ins Rampenlicht des Mediensports rücken können.

Der DTB konnte sich die Übertragungsrechte für den Davis Cup und den Fed Cup bis 2016 in Deutschland sichern. Dazu gehören neben den deutschen Paarungen auch alle anderen Partien. Zusammen mit dem im letzten Jahr gewonnenen medialen Kooperationspartner Pro Sieben/Sat1 sind dem DTB neue Möglichkeiten gegeben, Tennis in den Massenmedien einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Gestartet wurde das TV-Angebot auf Sat1 Gold mit dem Davis-Cup der Herren gegen Spanien. Es hätte ein toller Start werden können…

Abgerundet wird das neue Konzept mit der ebenfalls kooperativ ins Leben gerufenen Internetseite tennis.de. Hier können alle interessierten Tennisfans Livestreams von Matches der internationalen Topevents der WTA- und ATP-Tour verfolgen – alles kostenlos. So werden die WTA-Veranstaltungen in Indian Wells, Miami und Charleston live im Internet gezeigt. Zusätzlich wird das aktuelle Geschehen im Tennis redaktionell aufgearbeitet.

Bedenkt man, dass Eurosport weiterhin die Grand Slam Turniere mit Ausnahme von Wimbledon ausstrahlt, ist heute und in Zukunft Live-Tennis wieder viel stärker im TV zu verfolgen.

Die Laufzeit des Vertrages zwischen dem DTB und der Pro Sieben Sat1 Medien AG ist mit 10 Jahren langfristig angelegt und gibt Planungssicherheit. Ein elementarer Faktor für ein erfolgreiches Comeback der Traditionssportart.

Zudem hat der DTB einen neuen exklusiven Shop Partner binden können. Die Tennis Warehouse Europe ist der weltweit führende Tennis-Onlineversandhandel und somit ein großer und finanzstarker Partner. Und der DTB hat mit der Clinton Group einen exklusiven Ausrüster für die Damen und Herren der Nationalteams gefunden. Darüber hinaus wird sich das Unternehmen bei der Förderung des deutschen Spitzennachwuchses engagieren – weitere Bausteine für eine erfolgreiche Zukunft.

altenburg

Den Bedarf an direkter Imagepflege hat der DTB nach dem würdelosen Abschluss des Davis-Cup Matches gegen Spanien erkannt. Die katastrophalen Entscheidungen am sportlich so erfolgreichen Wochenende in Frankfurt haben das Präsidium des DTB zur Aufarbeitung genötigt und zum Handeln gezwungen. Als Wiedergutmachung sind alle Sonntag-Besucher des Davis Cups gegen Spanien zu einem Tennis Tag am 30. März beim Frankfurter Tennisclub 1914 Palmengarten e.V eingeladen. Zum Event- Programm zählen ein Kinder-Training mit Bundestrainer Carsten Arriens und seinem Co-Trainer Michael Kohlmann sowie ein Showkampf der dann aktuellen Nationalspieler. Wer genau das sein wird steht noch nicht fest, der Kader wurde noch nicht bekannt gegeben. Somit ist  auch noch nicht sicher, ob das Frankfurter Drama personelle Konsequenzen nach sich trägt.

Das selbstkritische Verhalten unseres Präsidenten Dr. Altenburg ist zu würdigen. Als Reaktion auf den Frankfurter Eklat sagte er: „Wir müssen und werden aber auch unsere eigene Organisation kritisch hinterfragen, um in der Zukunft auf eine solche für die Zuschauer nicht akzeptable Situation besser vorbereitet zu sein.“

Wichtig für eine positive Entwicklung wird das geschickte und in sich geschlossene Auftreten des DTB in Zukunft sein. Machtkämpfe sollten intern und positive Entwicklungen, die durchaus stattfinden, öffentlichkeitswirksam präsentiert werden.

Wenn Sportler und Funktionäre an einem Strang ziehen, dann kann wieder „Großes Tennis“ in Deutschland entstehen!

Unsere bescheidene Meinung: Der DTB hat jetzt positive und anerkennenswerte Zeichen gesetzt!

24. Februar 2014
von admin
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“Champions, Coaches, Counselors und Comebecker”

Die deutschen Medien überschlugen sich, als verkündet wurde, dass Nole Djokovic Boris Becker als Coach für die Australian Open verpflichtet hatte. Der Platz in der hintersten Ecke des Melbourne Parks wird beim ersten gemeinsamen Training in Australien von internationalen TV-Teams, Fotografen und Journalisten gestürmt. Um das Training sicher zu stellen, sorgt zahlreiches Security-Personal dafür, dass nur, wer eine Akkreditierung vorweisen kann, Zugang findet.

Alles nur Hype, nur „Big Show“ bei den Auftritten der deutschen Tennislegende mit dem aktuellen serbischen Tennisstar?

Nein. Natürlich wird hier für die Öffentlichkeit inszeniert, aber sachliche Motive stehen im Vordergrund. Auch andere Konkurrenten haben erfahrene und erfolgreiche ehemalige Profis verpflichtet, um beim Grand- Slam- Turnier alle Ressourcen für den Sieg zu nutzen. Der eine oder andere Tipp eines „mit allen Wassern gewaschenen“ Coaches kann die entscheidende Nuance sein, die zum Triumph führt.

An diesem Ort wollen wir nicht detaillierter auf die Funktion der Trainerlegenden , wie Lendl, Edberg, Chang oder Hingis, im modernen Profitennis eingehen, sondern generell auf die Aufgaben eines Coaches auf der Profitour – auch um nebenbei ein anderes Licht auf die Bedeutung dieser „Comebecker“ für die Spitzenprofis im Tennis zu werfen. Vielleicht wird dadurch auch der sachliche Aspekt der Entscheidung Djokovics für die Integration Beckers in sein Team deutlicher.

Vor vielen Jahren hatte einer unserer Autoren im Auftrag des Sportwissenschaftlichen Instituts Hamburg eine qualitative Untersuchung unternommen, die der Frage nachging, welche Bedeutung der Coach für den Tennisspieler besitzt. Zwölf deutsche Spieler, die alle unter den Top 150 der damaligen Weltrangliste positioniert waren, gaben Auskunft. Das Ergebnis war überraschend: als entscheidendes Kriterium für die Auswahl des Coaches wurde von allen Befragten Vertrauen genannt! Nicht die sportlichen Erfolge, nicht die technisch-taktische Kenntnisse der Coaches,, sondern das Vertrauen in den Menschen, das Vertrauen in das souveräne sportliche, pädagogische und psychologische Wissen des Betreuers war entscheidend!

Berücksichtigt man die Situation des Tennisprofis, der Woche für Woche im Ausland, in unbekannten Sprachräumen und nicht vertrauten Kulturen seine Leistungen bringen muss, wird deutlich, dass der Coach so etwas wie „die Heimat in der Fremde ist“. Wenn sprachliche, soziale und sportliche Probleme auftreten, ist der Coach der Ansprechpartner und Betreuer, mit dem man gemeinsam Lösungen entwirft. Die psychologischen Fähigkeiten der Coaches sind von besonderer Bedeutung im Tennis-Zirkus!

bobbrett

Die Ergebnisse dieser lang zurück liegenden Studie werden von Bob Brett, dem Trainer der Wimbledonsieger Becker und Ivanisevic, bestätigt. Im Zusammenhang mit Beckers Auftritt in Melbourne betonte der Australier in einem aktuellen Interview die psychologischen Eigenschaften eines guten Trainers: „Für einen Coach ist es am wichtigsten, den Charakter seines Spielers zu kennen. Er muss seine Stärken und Schwächen kennen, nicht nur auf dem Court. (…) Man muss immer wieder überlegen, was das Richtige für den Spieler ist – sowohl technisch und taktisch, als auch im zwischenmenschlichen Bereich.

Im Gegensatz zu Stimmen aus der deutschen Tennislandschaft, die bei dem Einsatz der Legenden als Coaches fordern, „dass diese erst einmal eine ordentliche Trainerausbildung absolvieren sollten“, sieht Brett in dieser Zusammenarbeit der sogenannten „Comebecker“ mit den absoluten Spitzenstars überwiegend positive Tendenzen: „Partnerschaften wie die zwischen Becker und Djokovic, Edberg und Feder, Lendl und Murray, Ivanisevic und Cilic oder Chang und Nishikori sind faszinierende Kombinationen von Persönlichkeiten und Spielstilen. (…) Djokovic hat die Möglichkeit, mit Boris an seiner Seite sein Spiel noch weiter zu entwickeln. Er wird von seiner Erfahrung (…) profitieren – vor allem in Sachen Effektivität und Strategie.“

Im modernen Tennis handeln Trainer, Betreuer (Coaches) und Berater (Counselor). Trainer, Coach oder Counselor sind unterschiedliche Begriffe mit unterschiedlichen Aufgabenfeldern! Vereinfachend kann man den Trainer als fachkundigen Sportlehrer, der für Technik und Taktik zuständig ist, bezeichnen. Der Coach wirkt als Betreuer, der auch über die Sportart hinaus als erfahrener und psychologisch geschulter Partner mit dem Spitzenspieler für optimale Voraussetzungen sorgt. Der Counselor fungiert eher als Berater, der strategische Funktionen bei bevorstehenden wegweisenden Entscheidungen übernimmt. Der Unterschied zwischen Coach und Counselor ist nur haarscharf: während der Coach seinen Sportler genau kennen muss, kann der Counselor auch von außen – mit der nötigen Distanz – dabei helfen, sinnvolle und nachhaltige Entschlüsse zu tätigen. Häufig übernehmen die Manager der Tennispros – in enger Absprache mit den Coaches – den Job des Counselors.

Auf der internationalen Profitour wird kaum der Begriff Trainer genannt, wenn die Spieler/innen über ihr sportliches Personal reden. Man spricht von seinem Coach und weist damit darauf hin, dass diese Person noch andere Qualitäten und Funktionen als die eines „normalen“ Trainers besitzen muss.

Der ideale Trainer auf der WTA- und ATP-Tour verfügt sowohl über herausragende Trainer-, wie Betreuer-, als auch über Berater-Fähigkeiten. Diese Begabungen sind in einer Person sehr selten in gleich hohem Maß anzutreffen (Tennisinsider behaupten, dass Bob Brett zu dieser einzigartigen Spezies gehört!). Deshalb zieht der Tennisprofi, um optimale Voraussetzungen zu schaffen, immer häufiger einen Experten auf einem dieser Fachgebiete hinzu.

Im modernen Team, das den Spitzenprofi zu Höchstleistung führen soll, haben die einzelnen Personen also bestimmte Funktionen. Je mehr Budget zur Verfügung steht, desto mehr unterschiedliche Fachleute können verpflichtet werden, um das Unternehmen zum Erfolg zu führen. Die Comebecker sind teils eher Berater, teils Betreuer und manchmal beides in einer Person. Manchmal werden sie auch nur verpflichtet, weil, aufgrund ihrer vergangenen  Erfolge, die Spieler ihnen vertrauen, dass sie den richtigen Weg zum Turniersieg weisen. Dieses Quäntchen mehr (Selbst-)Vertrauen kann entscheidend sein für den erfolgreichen Weg zum Ziel.

Vielen deutschen Tennistrainern – auch mit bester offizieller Ausbildung – fehlen die Erfahrungen und die Kenntnisse der besonderen Situation im System des internationalen Spitzentennis. Vielen fehlen auch die psychologischen Kenntnisse, weil dieser Aspekt in der deutschen Trainerausbildung noch immer nicht ausreichend repräsentiert ist.

Wenn sie nicht ein eigenes Talent vom Verein bis in die Weltklasse geführt haben, fehlt ihnen auch das Wissen über die jeweilige Sportlerpersönlichkeit. Folgen wir Bob Bretts Aussagen, verhindert allein dieser Mangel ein erfolgversprechendes Wirken auf der Tour.

Zum Schluss ein Ausblick: In der deutschen Trainerausbildung für das Spitzentennis sollten in den Lehrgängen die ehemaligen Weltklasseprofis hinzugewonnen werden: In Referaten und Diskussionen könnten sie Einblicke in das komplexe System des internationalen Proficircuits in authentischer Weise geben und damit dem Trainernachwuchs fundierte Orientierungen bieten.

 

Um einen Eindruck zu bekommen, wie die Arbeit auf dem Trainingsplatz bei den Profis ausehen kann, haben wir ein Video von Djokovic und Becker für euch angefügt: