14. Februar 2014
von admin
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“Die ungewisse Zukunft des deutschen Leistungssports”

Deutschland führt bei der Winterolympiade den Medaillenspiegel an. Unser Land, hat aktuell schon 7 Goldmedaillen gewonnen. Trotzdem wird auf hohem Niveau gejammert. Die Skilauflegende Jochen Behle, der im März 2013 aus Frust als Bundestrainer zurückgetreten war, meldet sich jetzt zu Wort und prophezeit dunkle Aussichten für die Zukunft des Leistungssports in der Bundesrepublik. Unabhängig von der Berechtigung seiner Kritik an den aktuellen Leistungen unserer Wintersportler, nennt er Gründe für den schwierigen Stand des Leistungssports in Deutschland, die auch für den „bunten weißen Sport“ gelten und die auf einige Eklats im gegenwärtigen deutschen Spitzentennis ein erhellendes Licht werfen.

behle

Behle beklagte anlässlich seines Rücktritts, dass die Zersplitterung der Trainingsgruppen im Langlauf und im Biathlon dazu führte, dass ein Teamgeist überhaupt nicht hergestellt werden konnte. Hier ist eine deutliche Parallele zu dem Davis-Cup-Team festzustellen. Ob Mayer, Kohlschreiber, Haas oder Brandt, jeder trainiert an seinem eigenen Ort, hat ein eigenes Trainerteam und individuelles Management. Wenn man sich kurz vor den Davis-Cup-Begegnungen zur gemeinsamen Vorbereitung trifft, ist es möglich, sich nach außen hin als eingeschworenes Team zu präsentieren, man kann im Interesse des eigenen Erfolges und Images sich mit einem ungeliebten Partner auch zum erfolgreichen Doppel zusammenraufen, aber wenn Interessenkonflikte entstehen, brechen diese „Potemkinschen Dörfer“ schnell wie ein Kartenhaus zusammen. Wie jetzt in Frankfurt, als nach einem grandiosen sportlichen Erfolg in wenigen Stunden ein nachhaltiger Imageschaden entstand, weil einzelne Spieler sich allein für ihre individuellen Ziele entschieden und weil der Trainer und Teamleiter offensichtlich keine Macht für alternative Entscheidungen besaß!

Behle sieht schwarz für die Zukunft der Spitzenleistungen im deutschen Sport: „Andere Länder werden im Medaillenspiegel an Deutschland vorbeiziehen”, sagte der 53-Jährige der ARD. “Das werden wir jetzt in Sotschi schon das erste Mal sehen. Und in vier Jahren wird es noch krasser werden, da bin ich mir ganz sicher.”

Als Gründe führte Behle einerseits das deutsche Schulsystem, das Jugendlichen wenig Freizeit ermögliche, und andererseits die Bundesregierung an. “In den Ministerien muss man sich Gedanken machen, ob man finanziell auf dem Niveau mitarbeitet, wie es andere Länder zum Teil tun”, sagte Behle. “Sport ist teurer geworden, weil das Umfeld immer mehr Geld verschlingt.”

Das deutsche Tennis hat nicht nur im Spitzensport mit den Problemen, die durch das neue Schulsystem hervorgerufen werden, zu tun, sondern sogar – oder erst recht – im Breitensport. Die verwaisten Plätze zwischen 13 bis 16 Uhr in den meisten deutschen Tennisclubs sprechen hier eine deutliche Sprache. Der individuelle Konflikt, den unsere leistungsorientierten Talente für sich lösen müssen, ist psychologisch und medizinisch gravierend: Die zeitliche wie geistige Beanspruchung unserer Jugendlichen, die ein Gymnasium (auch heute noch sind die Jugendlichen der Mittelschichtsportart Tennis zum großen Teil Gymnasiasten!) im neuen Schulsystem besuchen, sorgt dafür, dass die meisten Schüler nach Schulschluss und Heimweg sich zuerst einmal hinlegen, um sich zu erholen. Danach stehen noch Hausaufgaben auf dem Programm. Wo bleibt da die Zeit, um zum Tennisverein zu fahren und engagiert zu trainieren? Da sorgt ein pädagogisches System in unverantwortlicher Weise für Stress bei unserer Jugend und verhindert in großem Rahmen sportliche Leistungen, mit denen die Politiker/innen sich sonst so gern in der Öffentlichkeit präsentieren!

Finanzen spielen im Leistungssport eine große Rolle – das ist eine Binsenwahrheit. Viel Geld wird im heutigen Tennis benötigt, um nachhaltige Konzepte umzusetzen. Leider ist es um die Finanzen des DTB nicht mehr so goldig bestellt. Auch die Tennisvereine können finanziell längst nicht mehr aus dem Vollen schöpfen. Mit Recht hat die DTB-Führung jetzt finanzielle Unterstützung von dem Sportbund gefordert. Das wird dauern. Jeder Tennisverein sollte also mit Eigeninitiative und charmanten Marketingkonzepten Sponsoren finden. Das ist in der heutigen Zeit ohnehin schon schwieriger geworden – da hilft es nicht unbedingt, dass „Kohlschreiberlinge“ und andere Zauberlehrlinge dazu beitragen, dem Image des Tennissports in Deutschland mit verantwortungslosen Handlungen langfristig zu schaden.

In den nächsten Posts werden wir den laienhaften Versuch starten, für die aufgeführten Problemfelder Teamgeist, Schule und Finanzen Lösungsmöglichkeiten zu entwerfen.

Und als Abschluss des Posts singt euch Marius ein Lied über den legendären Moment von Behle:

12. Februar 2014
von admin
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“Padel-Tennis kennt keine Winterpause”

Das Jahr 2014 ist noch nicht alt, doch es kommt schon viel Bewegung in die Padel-Szene Deutschlands. Im Zuge unserer Ambitionen ein Teil der Padel-Bewegung zu werden, hat sich das Blogger-Team mit Verstärkung auf den Weg in den wilden Ruhrpott begeben und der neuen Indoor-Anlage vom PADELpoint NRW einen Besuch abgestattet.

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Die Initiatoren Mike Rose und Thomas Lönegren haben es zustande gebracht, sich unter anderem den Court der letztjährigen Padel-Weltmeisterschaften in Valencia zu sichern. Dieser steht nun als Showcourt in ihrer Zwei-Feld-Location im Herzen Hernes.

Nach einem längeren Gespräch mit den beiden Padelenthusiasten, die sich ihr Know-How und ihre Liebe zum Padel-Tennis während längerer Aufenthalte in Spanien aneigneten, ließen wir uns auch die Chance nicht nehmen, ein paar Bälle auf den offiziellen Plätzen der World-Padel-Tour zu spielen.

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Die seit Dezember geöffnete Anlage wird nach Aussage Roses gut in Herne und Umgebung angenommen und erfreut sich wachsender Beliebtheit. Nachdem zunächst viele ehemalige Bundes- und Regionalligaspieler der Region die neue Sportart für sich entdeckt haben, finden sich nach den ersten sechs Wochen vermehrt „Nicht-Schlägersportler“ auf eine lockere Runde Padel-Doppel in den Räumen des PADELpoints zusammen. Auch Kinder und Jugendliche aus dem „Pott“ sind begeistert und bevölkern zunehmend den Kunstrasen, um beim lizensierten Padel-Coach Mike zu trainieren oder mit ihren Peers eine Runde zu „zocken“. Neben der klassischen einfachen Platzbuchung bietet der PADELpoint Trainingseinheiten an, die unter konzeptioneller Regie Lönegrens speziell für die Anforderungen neuer Padel-Spieler entwickelt wurden.

Jeder Neugierige, der zum ersten Mal die Keule im Käfig schwingt, erhält eine fachkundige Einweisung in die Feinheiten der Sportart und das spezifische Equipment wird allen Beginnern gestellt. Es spricht also nichts gegen einen Besuch in Herne.

Wir wünschen den Jungs viel Erfolg mit ihrem Projekt und hoffen auf eine boomende Padel-Saison 2014, die auch bald in Hamburg beginnt.

9. Februar 2014
von admin
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“Mit Kampf, Teamgeist und Anstand ins Halbfinale”

Nach den Einzelsiegen von Petkovic und Kerber am ersten Tag des Federation-Cup-Viertelfinals gegen die Slowakei standen mit der 2:0-Führung die Zeichen auf Sieg. Teamchefin Barbara Rittner dämpfte eventuell auftretenden Übermut: „Wir müssen sehr aufpassen. Das kann noch ganz gefährlich werden. Wir nehmen die weiteren Matches sehr, sehr ernst.“

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Im ersten Einzel am Sonntag trafen die beiden Spitzenspielerinnen „Angie“ Kerber und „Domi“ Cibulkova zur möglichen Vorentscheidung aufeinander. Die Euphorie in der Aegeon-Arena in Bratislava war durch den unerwarteten Rückstand des Heimteams verflogen, aber die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Der Duracell-Hase aus Bratislava beginnt nervös, verschlägt ungewöhnlich viele leichte Bälle und Angie gewinnt die ersten acht Punkte in Folge. Das Publikum in der wieder ausverkauften Arena lässt seinen Topstar nicht hängen, muntert Cibulkova auf. Die steigert sich, aber die Kielerin setzt mit offensiver und entschlossener Spielweise dagegen. Das Niveau der Ballwechsel wird besser und besser, aber die fokussierte Angelique bleibt souverän und bringt den ersten Durchgang mit 6:3 unter Dach und Fach. Das deutsche Team springt geschlossen von den Sitzen auf und bejubelt Angies Leistung.

Auf höchstem Niveau mit rasanten Ballwechseln wird im zweiten Satz gekämpft. Das Energiebündel aus der Slowakei ist nicht unterzukriegen, obwohl Kerber aggressiv spielt und auch sehr gut serviert. Ohne Serviceverlust geht es in den Tiebreak. Mit norddeutscher Coolness und Entschlossenheit geht Angelique gegen das Stehaufmännchen aus Bratislava in Führung und am Ende bedeutet eine leicht verschlagene Vorhand Cibulkovas den Sieg Kerbers und Deutschlands. Die 3:0-Führung war von den Osteuropäerin nicht mehr einzuholen.

Das war „Großes Tennis“ von Cibulkova und Kerber, das war ein atemberaubender Kampf – das war eine Freude! Das deutsche Team und sein Anhang stürmte Angie entgegen und jubelte befreit.

Nach dieser Entscheidung mussten keine Streichhölzer gezogen werden, um zu bestimmen, wer jetzt im nächsten Match antreten muss. Die Regeln beim Fed-Cup schreiben bei uneinholbarer Führung vor, dass auf das letzte Einzel verzichtet wird und das Doppel für den Abschluss sorgt.

Julia Görges und Anna Lena Grönefeld traten dann gegen Cepelova und Rybarikova an. Leider mussten sich die Mädels knapp mit 7:10 im Match-Tiebreak des dritten Satzes geschlagen geben.

Seit 1992 hat ein deutsches Federation-Cup-Team erstmals wieder das Halbfinale dieses prestigeträchtigsten Nationen-Teamwettbewerbs im Frauentennis erreicht. Damals ist die Teamleaderin Babara Rittner an der Seite von Steffi Graf und Anke Huber sogar in das Finale vorgestoßen. Deutschland besiegte dort Spanien und holte den bisher letzten von insgesamt zwei Titeln bei der inoffiziellen Weltmeisterschaft der Tennisnationen in der Damenkonkurrenz. Unsere Tennisdamen treffen jetzt auf Australien, das sich deutlich gegen Russland durchsetzen konnte. Der ausgeprägte Teamgeist unserer Damen kann dafür sorgen, dass auch 2014 das Halbfinale keineswegs Endstation für Deutschland sein muss.