9. Februar 2014
von admin
Keine Kommentare

“Auf die deutschen Tennisdamen kann man sich verlassen”

Die Augen der Sportenthusiasten sind weltweit auf die Olympischen Spiele in Sotschi gerichtet, aber in der Slowakei fieberte man dem ersten Tag des Federation-Cup-Viertelfinales gegen die Damen aus Deutschland entgegen und ließ die Winterspiele in den Hintergrund treten. Schon im Auftakteinzel konnten sie ihren neuen Superstar, Dominika Cibulkova, gerade Grand-Slam-Finalistin in Melbourne, lautstark bejubeln. Der „Duracell-Hase“ trat in der Aegon-Arena in der slowakischen Hauptstadt Bratislava gegen unsere Andrea Petkovic an. Eine schwere Aufgabe für Andrea Petkovic, der sie sich aber bravourös stellte.

Vor 4000 Zuschauern in der ausverkauften Halle ging es mit den ersten Ballwechseln gleich „heiss her“. Andrea hat sogar 2 Breakbälle beim ersten Aufschlagspiel des Energiebündels aus Bratislava, die aber abgewehrt werden. Bei 1:1 knickt die Darmstädterin um, wirkt kurz geschockt und verliert 3 Spiele in Folge zum 1:4. „Domi“ dominiert dann bis zum 6:2 Satzgewinn. Auch im zweiten Durchgang „legt die Slowakin los wie die Feuerwehr“ – Petko hält dagegen, obwohl sie jeden Schlag aggressiv spielen muss. Im Tiebreak steigert sich Petkovic noch einmal und geht 6:1 in Führung. Das Stehaufmännchen Cibulkova wehrt 5 Satzbälle in Folge ab, vergibt einen Matchball. In der Hektik des Kampfes behält die Deutsche die Nerven, auch als Zuschauerrufe ihre Schläge negativ beeinflussen und Teamcoach Babara Rittner heftig mit dem Schiedsrichter diskutiert. Sie spielt risikobereit mit hohem Tempo und holt sich verdient den 2.Durchgang. Im entscheidenden Satz schließt Petko nahtlos an ihre herausragende Leistung an und geht 3:0 in Führung. Der Erfolgsdruck scheint bei der Slowakin zu wirken. Das Publikum feuert sie an, Cibulkova fightet zurück, aber Petko lässt sich den Sieg nicht mehr nehmen: 6:2 gewinnt sie den dritten Satz. Großes Tennis, Andrea!

petko

Die anschließende zweite Einzelrunde zwischen Angelique Kerber und Daniela Hantuchova ist im 1.Satz ein Match auf Augenhöhe. Hantuchova setzt ihre harte Vorhand wirkungsvoll ein, Kerber kontert hervorragend. Beide Spielerinnen haben offensichtliche Probleme mit dem Service – viele Breaks sind die Folge. Bis zum Tiebreak hat keine der beiden Kontrahentinnen einen Satzball. Die außerordentliche Wettkampfhärte Angies setzt sich am Ende durch: sie gewinnt den Tiebreak denkbar knapp mit 11:9. Im zweiten Satz wünschte man sich, dass die Kielerin doch etwas mehr die Initiative übernehmen würde. Der Wunsch war Befehl für Angie. Mit vermehrten „Winnerschlägen“ setzt sie sich souverän mit 6:1 im zweiten Satz durch und bringt das deutsche Team mit 2:0 in Führung. Bravo, Angie!

Ein Kompliment für den Teamcoach Babara Rittner: mit sensibler Einfühlung, aber auch mit entschlossener Anfeuerung hatte sie einen nicht zu unterschätzenden Anteil an der deutschen Führung nach dem ersten Tag. Der ständige Blickkontakt der Spielerinnen mit ihr war ein deutliches Zeichen für das Vertrauen, das sie bei ihnen genießt.

Bleiben wir auf dem Boden: noch ist nichts entschieden. Die Einzelsiege waren hart umkämpft. Eine kleine Nuance kann morgen das „Momentum“ sofort wieder umschlagen lassen.

Wir werden natürlich wieder zeitnah von der Entscheidung am Sonntagnachmittag berichten.

8. Februar 2014
von admin
1 Kommentar

“Skandalöse Wunderheilungen bei den Herren, Hoffnungen bei den Frauen – und ein schlechter Verlierer”

Wir dachten, dass über den Davis-Cup-Skandal in Frankfurt jedes weitere Wort überflüssig sei und dass wir unser Augenmerk gut gelaunt den deutschen Damen bei ihrem Federation-Cup-Match gegen die Slowakei  in Bratislava widmen können. Aus gegebenem Anlass müssen wir vorher doch noch einige Worte über unsere Herren verlieren: Die von uns etwas ironisch angekündigte Wunderheilung“ von Kohlschreiber und Haas, die wegen Verletzung nicht zum letzten Einzel in der hessischen Metropole antreten konnten, ist jetzt Realität geworden. Beide Spieler traten diese Woche in Belgrad zum ATP-Turnier an und stehen beim Schreiben dieser Zeilen im Viertelfinale. Da fehlen einem fast die Worte – das ist der Hohn, das ist der Höhepunkt der Unverschämtheit! Das ist rücksichtsloser Betrug an den Frankfurter Zuschauern und an den deutschen Tennisfans. Nikolas Kiefers Forderung direkt nach dem Eklat, auf diese Spieler in Zukunft im Davis-Cup zu verzichten und einen Neustart mit ehrlichen jungen Profis zu wagen, hielten wir anfangs für etwas übertrieben. Die Meinung haben wir jetzt nach dem Auftreten der beiden in Zagreb geändert: Wenn überhaupt wieder Glaubwürdigkeit in dem deutschen Herrenprofitennis entstehen soll, dürften die unverantwortlich egoistisch handelnden Kohlschreiber und Haas nie mehr unser Land im Davis-Cup oder bei Olympia vertreten.

Verlassen wir thematisch dieses Trauerspiel und kommen zu den Damen, auf die im deutschen Tennis in den letzten Jahren grundsätzlich mehr Verlass war. Sie treten gegen die Slowakei auswärts mit Andrea Petkovic und Angelique Kerber im Einzel und Julia Görges und Anna-Lena Groenefeld im Doppel an. Sabine Lisicki musste wegen Schulterproblemen absagen. Das erste Einzel bestreitet heute Petkovic gegen Cibulkova, die Australian Open –Finalistin. Andrea geht diese Auseinandersetzung sachlich an: „Wir waren vielleicht leicht favorisiert in der öffentlichen Wahrnehmung. Danach hat sich das ganz schnell auf fünfzig zu fünfzig zurückentwickelt. Cibulkova wird mit einem ganz anderen Selbstbewusstsein hierherkommen. Sie wird fest daran glauben, dass sie eine Angie, die in den Top Ten steht, schlagen kann. Das macht alles noch mal spannender und für uns schwieriger. Aber insgesamt denke ich, dass wir gut aufgestellt sind für diese Aufgabe.“

fedcup

Teamcoach Babara Rittner gewinnt dem Hype um Dominika Cibulkova etwas Positives ab: „Vielleicht nimmt das von uns den Druck ein bisschen weg. Die Slowaken erwarten wahrscheinlich, dass Cibulkova zwei Punkte im Einzel holt”.

Im anschließenden zweiten Einzel am heutigen Tag in der 4000 Zuschauer fassenden Aegon-Arena in Bratislava trifft Angelique Kerber auf Daniela Hantuchova. Auch dieses Match verspricht viel Spannung.

Wir drücken unseren Ladies die Daumen und werden zeitnah von den Ergebnissen des ersten Tages berichten.

P.S.

Wir müssen doch noch einmal auf unsere Herren zurückkommen, weil einige Insiderinformationen darauf hinweisen, dass das Trauerspiel sich wohl eher in Richtung Tragikomödie entwickelt: Gerüchte sagen aus, dass am Samstag bei der ausgelassenen Siegesfeier Haas und Kohlschreiber mit unterschiedlich langen Streichhölzern ausspielten, wer zum letzten Einzel antreten muss, weil Flo Mayer wirklich verletzt war. Kohlschreiber zog im wahrsten Sinne des Wortes den Kürzeren, er verlor die Entscheidung und hätte nach den Absprachen das vierte Einzel spielen müssen. Er zeigte sich allerdings als schlechter Verlierer und verweigerte dann später doch seinen Auftritt.

Ein wenig mehr Verständnis für das Verhalten von Tommy Haas taucht bei uns auf: Spielschulden sind Ehrenschulden, oder?

Die Affäre ist jetzt auch noch zur Farce verkommen…

Armer Carsten Arriens, armer Präsident Altenburg – armseliges deutsches Herren-Profitennis.

7. Februar 2014
von admin
Keine Kommentare

“Quo vadis, Padel-Tennis?”

Wir haben gestern einen Kommentar zu einem unserer älteren Artikel über die Verhältnisse im deutschen Padelzirkus erhalten. Vielen Dank für den Kommentar – Kritik trägt dazu bei, Sachverhalte auszudifferenzieren und damit Projekte voranzubringen. Daher haben wir uns auch entschlossen, auf den Beitrag einzugehen und die Thematik erneut aufzugreifen.

Zur besseren Übersichtlichkeit – Der Kommentar:

Genie oder Wahnsinn? Vielen Dank für diesen inhaltreichen Artikel über Binsenweisheiten. Es gibt Preisunterschiede bei Padelschlägern? na so was! aktuell gibt es in Spanien 124 Marken, die Padelschläger verkaufen und qualitativ reichen die von Vollplastik über Fiberglass bis zu Carbon. Dazu kommen unterschiedliche Gewichtsklassen und Handlingeigenschaften. € 200,- als zu teuer zu bezeichnen ist so aussagekräftig wie “€ 10.000,- für ein gebrauchtes Auto ist zu teuer”. Dass sich der Preis des Schläger an der Platzdichte orientieren soll, ist wirklich ein Zusammenhang, der sich mir wohl nie erschließen wird.

Verständnis für unterschiedlichen Platzgebühren fehlt auch? Könnte sein, dass es einen Unterschied macht, ob ich auf einem staatlich subventionierten Sportvereinsplatz meinen Sport ausübe oder auf einer privatwirtschaftlich geführten Anlage!? eventuell auch mit den in diesem Zusammenhang entstehenden Baukosten, die der Fachautor als pauschal zu teuer erkennt! Neben Stundenpreisen bieten manche Plätze auch eine Art flatrate an. Vom verwendeten Stahl, über jede Schraube, den Fundamentarbeiten, der Kunstrasenqualität, der Beleuchtung..bei allem kann man sparen und somit für jedes Element unterschiedlich viel ausgeben, so wie das beim Bauen aber auch bei jedem Konsumgut der Fall ist. Ich freue mich auf die ersten “billig-outdoor-Plätze” und bin gespannt, wie sie nach 5 Jahren aussehen, geschweige denn nach 10.

Mir tränen die Augen, wenn ich in Berlin sehe, was man mancher Orts für Badminton bezahlen muß, wo mir ein 50 Euro Netz hingestellt wird und fertig ist der Platz. Auf einer € xy.000,- teuren Padelanlage, die meist privat zu 100% vorfinanziert werden mit vollem Risiko, da soll dann alles “für nen Euro” zu haben sein? Am Ende entscheidet das zum Glück noch jeder für sich selbst und in der für seine “starke Kaufkraft” bekannte Stadt wie Berlin wird Padel sehr gut angenommen….

 

Das Padel-Tennis-Projekt in Deutschland voranzubringen ist unsere Intention. Unser Padel-Post hatte deshalb auch das Ziel, zu untersuchen, warum „Die Trendsportart Nr.1“ in unserem Land noch nicht so Fuß gefasst hat, wie es von der Sportindustrie erwartet wurde und wie es der Boom in Südamerika oder Spanien versprach.

In unserem Engagement im Padel-Tennis ist uns deutlich geworden, dass in diesen Padel-Hochburgen  der Sport natürlich gewachsen ist. Von einzelnen privaten Initiativen, über erste Plätze bei Tennisvereinen, zu großzügigen Anlagen. Unterstützt wurde diese Entwicklung von nationalen Protagonisten - wie zum Beispiel in Spanien der Tennisstar Manolo Santana – die mit der Organisation von Padel-Events und als Testimonials dafür sorgten, dass sich eine noch breitere Öffentlichkeit für den attraktiven Trendsport interessierte. In Deutschland haben wir gegenwärtig keine Protagonisten, die mit ihrem Engagement im Padel für hohe Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit sorgen. Wir haben auch – und das wiegt viel schwerer – nur sehr wenige Anlagen bundesweit, auf denen Padel-Infizierte überhaupt Gelegenheit bekommen, ihre sportliche Neigung auszuüben.

Der erste Schritt, um die Symbiose aus Squash und Tennis auch in Deutschland zum Blühen zu bringen, wäre also der Bau von Padelplätzen, richtig? Da dachten wir, dass je günstiger der finanzielle Aufwand für diese Bauprojekte ist, desto mehr Anlagen in der Bundesrepublik entstehen könnten. Natürlich unter der Voraussetzung, dass die Kriterien nachhaltigen Qualitätsstandards entsprechen müssen. Auch unter dieser Vorbedingung hatten wir bei unseren ersten Kontakten zu Padel-Bauunternehmen den Eindruck gewonnen, dass es sehr unterschiedliche Preisangebote gab, die eine sachliche Orientierung eher erschwerten. Diese Verunsicherung trägt unter Umständen auch dazu bei, dass gewisse Padel-Bauprojekte gar nicht erst realisiert werden.

Wir stimmen alle überein, dass unterschiedliche Qualitäten unterschiedliche Preise hervorrufen. Wir freuen uns auch, dass so viele unterschiedliche Schläger angeboten werden. Aber bestimmt die Nachfrage nicht auch das Angebot? Die Nachfrage kann gegenwärtig aber noch nicht so umfassend sein, weil es ganz einfach noch zu wenige Padel-Plätze bundesweit gibt! Deshalb befürchteten wir auch hier, dass die 200,- € teuren Schläger, die in den Medien annonciert werden, für einige Padel-Interessierte eher ein Faktor sein könnten, gar nicht erst zum Schläger zu greifen.

Unsere Kritik an den unterschiedlichen Platzgebühren auf den deutschen Padel-Anlagen war nicht darauf gerichtet, dass es Unterschiede gibt, sondern dass die doch sehr großen Differenzen dem Kunden nicht einsichtig sind. Dient diese mangelnde Transparenz der Ausbreitung des Padels in unseren Landen?

Wir sollten nicht weiter auf jedes Detail der berechtigten Kritik eingehen und wollen noch einmal deutlich machen, dass unser Text eine bestimmte Intention verfolgte. Das Ziel war es, Voraussetzungen zu schaffen, dass Padel-Tennis in Deutschland ohne unnötige Hindernisse seinen Erfolgszug antreten kann. Das Angebot auf dem Padel-Markt schien uns noch zu unstrukturiert. Es verwirrt eher, als dass es motiviert, etwas zu unternehmen.

Alle, die sich im Padel-Tennis in Deutschland engagieren, sollten gemeinsam die noch kleine Pflanze begießen, sie sorgfältig pflegen, um sie zum Blühen zu bringen.

Zu viel Wasser kann dazu beitragen, dass die Pflanze vorher eingeht.

 

Zum Abschluss sei noch vermerkt, dass wir uns in den nächsten Tagen selbstverständlich mit dem aktuellen Thema „Fed-Cup“ und unseren harmonisierenden Mädels auseinander setzen werden. Viel Erfolg, Ladies!