27. Januar 2014
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“Fantastic Stantastic”

Die Australian Open endeten gestern mit einem Paukenschlag. Der Schweizer Stanislas Wawrinka belohnte sich für zwei Wochen harte Arbeit und bezwang im Finale der Australian Open den Spanier Rafael Nadal.

Der Schweizer ging hoch motiviert in das Match und machte von Beginn an deutlich, dass er nicht nur als Teilnehmer im Finale dabei ist. Er begann druckvoll und dominierte den ersten Satz gegen einen unsicheren Weltranglistenersten. Mit 6:3 brachte der Eidgenosse den ersten Satz verdient nach Hause. Bei 2:1 im zweiten Durchgang wurde dann deutlich, warum der Spanier bis dahin nicht sein gewohntes, zermürbendes Tennis eingesetzt hatte. Er spielte unter Schmerzen und nahm eine längere Behandlungspause Nachdem er auf den Platz zurückkehrte, wurde er vom unwissenden Publikum leider mit Pfiffen empfangen. Die Unterbrechung wirkte wie ein taktisches Manöver um den Spielrhythmus Wawrinkas zu beeinträchtigen. Nachdem Nadal zwischenzeitlich mit 120 KM/H servierte, gab es jedoch keinen Zweifel mehr an seinen Problemen. Stan zeigte sich unbeeindruckt und brachte den Satz souverän mit 6:2 unter Dach und Fach.

stan

Im dritten Satz machte sich eine Verunsicherung im Spiel von Wawrinka – kurz vor dem sensationellen Triumph – bemerkbar. Anstatt Nadal weiter unter Druck zu setzen und die Schwäche des Gegners zu nutzen, war es der Schweizer, der einen Gang zurück schaltete. Nadal kämpfte sich dieser Phase zurück – die Schmerzmittel wirkten und der spanische Stier ließ den Ausgang des Finales mit dem 6:3-Satzsieg wieder offen erscheinen.

Im vierten Satz sollte aber doch die Entscheidung fallen. Wawrinka, der jetzt auf Position 3 der Weltrangliste vorrückt, fing sich wieder, spielte zielstrebiger und lies dem leidenden Rafa keine Chance mehr. Mit 6:3 besiegte der von Magnus Norman trainierte Wawrinka Nadal und errang seinen ersten Major Titel.

Sein Erfolg beim ersten Grand Slam des Jahres ist durchaus verdient. Er schlug auf dem Weg ins Finale unter anderem Tommy Robredo, Novak Djokovic und Thomas Berdych, ehe er Nadal bezwang und somit der erste Spieler wurde, der sowohl Nole, als auch Rafa in einem Grand Slam Turnier besiegen konnte.

Dem in den Einzelkonkurrenzen von Überraschungen geprägten ersten Grand-Slam-Turnier der Saison, setzt diese Sensation im Herrenfinale die Krone auf. In unserem nächsten Post werden wir versuchen, diese verblüffenden Resultate einzuordnen.

25. Januar 2014
von admin
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“Ladiesnight auf der Südhalbkugel”

Nach zwei unterhaltsamen und durchaus überraschenden Wochen stand am Sonnabend in der Nightsession  das erste Damen-Grand Slam-Finale des Jahres bei den Australian Open in Melbourne an.

Die erfahrene Chinesin Li Na traf auf das Energiebündel Dominika Cibulkova aus der Slowakei. Zwei Spielerinnen, die vor dem Turnier nicht unbedingt zu den Top-Favoritinnen zählten und eine Finalpaarung stellten, die auch von keinem Fachmann der Tenniswelt im Vorfeld vermutet worden wäre.

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Li Na hatte einige Runden zuvor Nervenstärke bewiesen und im Match gegen Lucie Safarova aus Tschechien schon Matchbälle gegen sich, ehe sie sich nach erfolgreicher Challenge per HawkEye in die Partie zurück kämpfte, das Match gewann  und im weiteren Turnierverlauf immer stärker auftrumpfte. Mit deutlichen Siegen in Viertel- und Halbfinale spielte sie sich souverän in das Finale.

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Cibulkova hatte in den letzten 14 Tagen den sagenumwobenen „Lauf“ und schlug sich im Eiltempo durch das Turnier. Die nur 1,61 m große (kleine) Cibulkova, der aufgrund der geringen Körperlänge von vielen Trainern in ihrer Jugend keine Chance auf eine erfolgreiche Karriere gegeben wurde, spielte sich mit eisernem Willen und konstant schnellem Tennis  Runde um Runde durch das Tableau. Lediglich die an Position 3-gesetzte Maria Scharapova konnte dem slowakischen Powertennis einen Satz lang stand halten. Die Frage vor dem Finale war somit, ob die Slowakin ein weiteres Mal über sich hinaus wachsen kann, oder ob ihr die Nerven einen Strich durch die Rechnung machen und die routinierte Chinesin mit ihrer schnellen Rückhand den Titel erringen wird.

Im ersten Aufschlagspiel Cibulkovas spielte die ungewohnte Situation für die Slowakin noch eine Rolle. Sie servierte zwei Doppelfehler und kassierte gleich das Break. Die routinierte Li Na ging dann 2:0 in Führung. Das nächste Servicegame war hart umkämpft: Am Ende gewann die Slowakin das für sie so wichtige Game, um in das Spiel zu kommen. Die Nervosität beider Spielerinnen war im weiteren Verlauf nicht zu verhehlen: Li Na servierte drei Doppelfehler und Cibulkova gelang das Re-Break zum 3:3, nutzte das Momentum und ging zum ersten Mal mit 4: 3 in Führung. Das Match erreicht jetzt höheres Niveau, aber bei beiden Kontrahentinnen ist der enorme Druck zu spüren. Beispiel: bis zum 5:5 im ersten Durchgang hatte die Chinesin 23 Vorhandfehler produziert! Am Ende des 1.Satzes hatte Li Na  aber doch die Nerven etwas besser in den Griff bekommen als der „Duracell-Hase“ aus der Slowakei und sie beendete den 1.Durchgang erfolgreich  im Tiebreak.     

Schnell ging die Chinesin, die ihre Vorhand wiedergefunden hatte, im nächsten Satz mit 3:0 in Führung. Li Na hatte ihren Rhythmus gefunden, spielte sicherer und ließ bis zum Ende keine Spannung mehr aufkommen. Mit 6:0 düpierte sie die resignierende Slowakin und gewann den Titel letztendlich klar in zwei Sätzen. Wir gratulieren der verdienten Siegerin.

Auf Hamburger Jungs kann man sich im Tennis verlassen: Sascha Zverev hat sich im Endspiel des Junioren-Grand Slams in Australien durchgesetzt. Mit 6:3, 6:0  gab er seinem amerikanischen Finalgegner Kozlov keine Chance. Wir müssen uns keine Sorgen um die Zukunft des deutschen Herrentennis machen!

24. Januar 2014
von admin
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“Rafael Nadal phänomenal!”

Weltweit sind die Augen der Tennisenthusiasten erwartungsvoll auf Melbourne gerichtet. Dort findet heute im Halbfinale der Australian Open der Show-Down zwischen der Nr.1 der Weltrangliste, dem Spanier Rafael Nadal, und dem wiedererstarkten Schweizer Roger Federer statt. Ein Duell, das mehr als das vorweggenommene Endspiel dieses Grand Slam-Turniers ist. Am Jahresbeginn geht es um Hinweise, welche Spieler die Saison 2014 dominieren werden und welche Innovationen sich in dem harten Kampf um die Weltspitze am Ende durchsetzen werden. Viele offene Fragen begleiten dieses Semifinale: Hat Federer mit seinem schwedischen Turniercoach Edberg die Trumpfkarte gezogen, die als Nuance den Unterschied über Sieg und Niederlage ausmacht? Kann sich noch klassische Eleganz im Welttennis gegen moderne Power und Athletik durchsetzen? Wird sich der Umbruch im Profitennis der Damen und Herren, der sich in dem von Favoritenstürzen geprägtem Turnier in Down Under andeutete, auch in diesem Spiel widerspiegeln? Und nicht zuletzt die Frage, ob Federer, der einstige Champion der Tennisweltklasse, sich in diesem Jahr die Führungsposition wieder zurück erobern kann. Und das ausgerechnet gegen einen Konkurrenten, der der einzige Spieler auf der Tour ist, der gegenüber dem Schweizer über alle Jahre hinweg eine positive Siegesbilanz aufzuweisen hat.

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Die Spannung auf den Tribünen war deutlich zu spüren, als die Duellanten die Rod Laver Arena betraten und sich einschlugen. Federers Strategie wird vom ersten Schlag an deutlich: Abkürzen der Ballwechsel und jede günstige Gelegenheit konsequent nutzen, um Netzangriffe zu starten. Nadal beeindruckt mit außergewöhnlichen Passierschlägen – Federer marschiert unverdrossen weiter. Das Duell auf hohem Niveau und auf Messers Schneide macht Spaß. Nuancen werden entscheiden. Nadal spielt seine Topspin-Grundschläge höher über das Netz, um Federer hinten zu halten und erspielt sich mit dieser Taktik erste Breakbälle. Roger hält bis in den Tiebreak Stand. Zwei Mal zögert der Schweizer hier bei Situationsvorteilen, das nutzt das spanische Energiebündel und gewinnt den ersten Durchgang.

Das spektakuläre Weltklassetennis setzt sich im zweiten Satz fort. Vorbildlich ist der Respekt, den sich die Kontrahenten zollen, die Fairness, die beide Spieler kennzeichnet. Federer spielt sehr gut, aber Nadal wächst noch über sich und seinen Gegner hinaus: er gewinnt Punkte in aussichtslosen Situationen, demonstriert unnachahmliches Ballgefühl und einen unbedingten Siegeswillen. Federer muss sein Aufschlagspiel trotz starker Gegenwehr zum 2:4 abgeben, Rafa fährt den 2.Satz unbeirrt mit 6:3 nach Hause. Angesichts der überragenden Vorstellung seines Gegners bleibt dem Schweizer nur noch eine Chance: vor der drohenden Niederlage ohne Zögern und risikobereit, Punkt für Punkt, alle Register seiner Spielmöglichkeiten im dritten Satz zu ziehen

Im diesem Durchgang ist aber eher Ratlosigkeit im Gesicht Federers zu erkennen. Der Schweizer wirkt resigniert und kann dem permanenten Druck Nadals nicht standhalten. Trotz des Re-Breaks zum 2:2 schafft es Fedexpress nicht mehr, Nadal in Verlegenheit zu bringen. Der Spanier spielt bis zum Schluss hochkonzentriert und unterbindet die sporadisch erfolgenden Attacken des Altmeisters mit sensationellen Kontern. Taktisch versiert, aber auch technisch brillant beendet Nadal den dritten Satz mit 6:3 und zieht hochverdient ins Finale ein.

Dieser souveräne 3.Satz Erfolg war eine Demonstration Nadals – ein Beleg, dass er zu Recht die Nr. 1 ist.

Wiederholt Rafa diese Leistung im Finale, steht dem zweiten Schweizer Wawrinka ein aufreibendes Match bevor. Wir blicken mit Spannung auf das kommende Herrenfinale, das definitiv einen würdigen Sieger der diesjährigen Australian Open hervorbringen wird.

Eine erfreuliche Nachricht aus deutscher Sicht zum Ende unseres Posts: Sascha Zverev ist nach seinem 3-Satz-Sieg über das australische Talent Mousley in das Finale der Juniorenkonkurrenz eingezogen!

Für alle fleißigen Leser unseres Blog haben wir wieder zum Abschluss ein paar bunte Highlights aus Australien: