12. Dezember 2013
von admin
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“Tennis braucht die Jugend – braucht die Jugend Tennis?”

„Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern viel Zeit, die wir nicht nutzen.“     ( Seneca)

In unserer Post-Serie haben wir das – für den zukünftigen Erfolg so wichtige – Image des Tennis behandelt. Zuletzt hatten wir es mit anderen Sportarten verglichen und festgestellt, dass unser Sport noch über genügend Kapazitäten verfügt, um auch in Zukunft interessierte Menschen hinzuzugewinnen. Ein Blick in die Zukunft kommt nicht an der Gruppe vorbei, die allein aufgrund des Alters die kommenden Hauptakteure sein werden: die Jugendlichen. Fokussiert man sich auf diese Gruppe, so wird schnell deutlich, dass außerhalb der Ballungszentren ein Rückgang der Mitgliederzahlen im Jugendtennis eingestanden werden muss. Das ist bedenklich. Da muss sich schleunigst etwas ändern. Um sinnvolle Maßnahmen einzuleiten, wäre es von Vorteil, wenn man sich auf wissenschaftliche Untersuchungen stützen könnte. Leider sind kaum Studien zum Image des Tennis im Bereich der Jugend in den letzten 2 Jahrzehnten veröffentlicht worden. Die letzte Untersuchung – die aufgrund der zu geringen Probandenzahl aber auch nicht als repräsentativ gelten kann – hatte ein Teil unseres Bloggerduos 2012 veröffentlicht. Greifen wir also auf das zurück, was überhaupt vorhanden ist:

Grundsätzlich wird Sport bei Jugendlichen mit positiven Eigenschaften wie Gesundheit, Vitalität oder Fairness assoziiert. Am Wichtigsten beim Sport ist für Jugendliche der Spaß“, gefolgt von der „körperlichen Betätigung“. Fast gleichrangig setzt sich die Liste fort mit Gesundheit, „mit Freunden zusammen zu sein“, „Neues zu lernen“ und „Leistungen zu bringen“. Ein geringerer Teil bevorzugt es, „an der freien Natur zu sein.“

Wenn das die Motivationen für das Sporttreiben bei Jugendlichen ist, bräuchten wir uns um die Zukunft des „bunten weißen Sports“ keine Sorgen zu machen: ohne Ausnahme erfüllt Tennis alle diese Ansprüche.

tenniskunst

Was den breiten Zustrom von Jugendlichen zum Tennis gegenwärtig noch entgegensteht, sind gewisse Imageaspekte bei einigen der jungen Probanden: Tennis sei altmodisch und Tennis wäre nicht spektakulär.

Andere finden Tennis anspruchsvoll, cool und elegant. Noch hoffnungsvoller macht uns ein anderes Ergebnis der Befragung: 50 Prozent würden gern Tennis spielen! Das ist das zukünftige Potenzial, das der DTB mit zeitgemäßen Imagekampagnen gewinnen könnte! Lasst uns die Zeit nutzen und jetzt mit dieser Arbeit beginnen!

Und zum Abschluss haben wir einen Clip für euch, der die dominierenden Protagonisten des modernen Tennis gelungen in Szene setzt.

11. Dezember 2013
von admin
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“Der bunte weiße Sport”

Ein guter Film sagt mehr als tausend Worte

Wir haben in fünf Teilen, auf für einen Post außergewöhnlich vielen Seiten, versucht, das Image des Tennis von verschiedenen Seiten zu beleuchten. Dabei haben wir einige junge Leser verprellt, haben aber auch neue Interessierte dazu gewonnen, wie die ansteigenden Besucherzahlen beweisen.

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Unser Ziel war es, Material für eine Imagekampagne des deutschen Tennis zu sammeln. Während unserer Arbeit stießen wir auf einen Videoclip, der einige der von uns herausgearbeiteten Wesensmerkmale in vorbildlicher Form präsentierte. Anstatt noch einmal unsere Aussagen umständlich zusammenzufassen, anstatt unsere subjektiven – und nie vollständigen – Empfehlungen ausufern zu lassen, schien es uns sinnvoller, den kurzen Clip in seinen positiven Aspekten zu untersuchen.

Das ist kürzer, das ist praktischer, das ist prägnanter und das entwickelt deshalb viel klarere und konkretere Vorstellungen.

Eine fröhliche Instrumental-Hintergrundmusik mit schnellem Rhythmus ist dem gesamten Ablauf des Films unterlegt. Am Anfang werden Großaufnahmen von tennisspielenden Kindern und Jugendlichen gezeigt – kurz unterbrochen von einer Szene, in der der Trainer die Bälle aus dem Korb zuwirft. Auffällig ist die Freude, die aktive Beteiligung und die positive Einstellung der Teilnehmer, die noch einmal durch eine Szene, in der Jugendliche den Daumen hoch halten, verdeutlicht wird. Tennis ist dynamisch, Tennis macht Spaß, Tennis ist toll. Danach werden eine Gruppe von Jungen, eine Gruppe von Mädchen und ein dunkelhäutiger Teilnehmer in das Bild gerückt. Tennis ist geschlechterübergreifend, Tennis ist Koedukation, Tennis ist friedliche Integration.

Dann folgen Szenen, die die Rasanz und Dynamik des Tennissports illustrieren: Aufschläge mit Geschwindigkeitsmesser, schnelles Einsammeln der Bälle von den Kindern. Tennis erzieht zur Selbstdisziplin, Kooperation und zur Empathie.

Die nächste Einstellung zeigt den Trainer im Gespräch mit Schülern: Tennis fördert Lernen in demokratischen Kommunikationsformen.

Nach dem nächsten Schnitt wird eine „Leiter-Übung“ mit höchsten Koordinations-Anforderungen in hohen Tempo gezeigt: Tennis fordert Körper und Geist gleichzeitig heraus. Mens sana in corpore sano.

Nach diesen Anstrengungen folgen Szenen, die Erholung und Entspannung darstellen: zwei Jungs trinken ihr Mineralwasser, ein Vater brät die Curry-Wurst, Kinder, Eltern und Großeltern beim gemeinsamen Essen. Abgeschlossen wird diese Einheit von einem „Panorama-Shot“ auf die zahlreiche Zuschauermenge, die engagiert und froh am Treiben teilnimmt. Deutliches Signal: Tennis ist Regeneration, Tennis ist für jung und alt, Tennis macht Spaß, Tennis ist der Sport für die Familie!

Als abschließende Sequenz wird das Show-Match mit bekannten Persönlichkeiten unserer  Sportart gezeigt. Da werden erstaunliche Reaktionen, kreative Trickschläge und kunstvolle Zaubereien gezeigt.

Die Zuschauer sind begeistert.

Wir auch.

Ein Vorschlag sei erlaubt: Der DTB sollte jetzt in ähnlicher Form weitere Videoclips drehen lassen, die vielleicht sogar noch andere gesellschaftlich relevante Merkmale „des bunten weißen Sports“ in den Blick der Öffentlichkeit rücken. Diese Videos gehören auf die Homepages der Vereine, sollten aber bei günstiger Gelegenheit unbedingt auch in den TV-Massenmedien präsentiert werden!

Das kann nicht zu teuer sein! Außerdem sollten sich für diese sympathischen und sozial zukunftsweisenden Präsentationen wohl leicht Sponsoren aus der Wirtschaft finden lassen…

Zur Illustration und Überprüfung unserer Argumentation haben wir hier noch einmal das „Deutschland spielt Tennis-Video“ hinter den Post gestellt:

9. Dezember 2013
von admin
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“Großes Tennis”

Vergleich mit anderen Sportarten

Wir hatten angekündigt, dass wir in diesem Post das besondere Profil des Tennis, in dem es sich von anderen attraktiven Sportarten in unserer Gesellschaft abgrenzt, diskutieren wollen.

Im letzten Beitrag zum Image des Tennis haben wir die Grundlagen oder Bausteine, die Tennis distinktiv auszeichnen, aufgeführt. Um Tennis wieder „in das rechte Licht“ in der deutschen Öffentlichkeit zu rücken, muss man diese Sportart mit den Konkurrenten auf dem Markt vergleichen und die speziellen Vorzüge des weißen Sports unterscheidend gewichten.

Im engen Rahmen eines Blogposts kann man nicht alle Sportarten gleichwertig zum Vergleich heranziehen. Deshalb fokussieren wir uns in unserem Vergleich auf den größten Konkurrenten auf dem Sportmarkt, dem gegenwärtig übermächtigen Fußballsport und ziehen nur in den Aspekten, in denen Tennis sich besser als Fußball profiliert, Sportarten, die vergleichbare Vorzüge aufweisen, als Alternativen hinzu.

tennispaint

Beginnen wir den Vergleich mit dem ersten Vorzug des Tennis, den wir in unserer Analyse herausgearbeitet hatten, der individuellen Leistung: Eindeutig geht es im Teamsport Fußball auch um individuelle Leistungen. Im Tennis stellt man seine Fähigkeiten aber immer als Einzelner zur Schau. Der Fußballer kann sich in bestimmten Phasen zurück halten, einen hohen Vorsprung „verwalten“ oder sich sogar für kurze Zeit auf dem Feld „verstecken“, wenn er neue Energien braucht. Die Anforderung an den Tennisakteur ist – auch aufgrund der Zählweise, dass nur der gewonnen hat, der den letzten Punkt siegreich beendet hat –  dauerhaft und kontinuierlich. Er kann es sich nicht leisten, unkonzentriert zu agieren, weil jeder ankommende Ball fokussiert wahrgenommen werden muss, um richtig beantwortet werden zu können. Es gibt Professoren an den Universitäten, die behaupten, dass erfahrene Tennis- Wettkampfspieler in Prüfungssituationen einen Vorteil haben, weil sie in ihrem Sport  täglich lernen, ihre individuellen Leistungen zu überprüfen und zu messen und weil sie hohe Konzentrationsleistungen trainiert haben. Wer seine Kinder präventiv vor den bekannten Examensängsten schützen will, sollte sie Tennis spielen lassen.

Fußball und Tennis haben beide ideale Möglichkeiten, partnerschaftliche Kommunikation einzuüben – obwohl die Kommunikationsziele und -stile sich unterscheiden: Die Kommunikation im Fußball ordnet sich allein dem Ziel, gewinnen zu wollen, unter. Das gesellige Miteinander-Schlagen im Partnersport Tennis ist entspannter, gibt Raum für Rücksicht, Selbstironie, Humor und für gegenseitige Ratschläge – auch weil Pausen von vornherein bei dem gemeinsamen Schlagen als fester Bestandteil vorgesehen sind. Es wird mit weniger Erfolgsdruck in geselligerer Atmosphäre gespielt. Wenn wir diese geselligen, entspannten und harmonischen Aspekte positiv gegenüber dem Fußball hervorheben, so sollte man gleichzeitig auf die Sportart Tanzen verweisen, in der diese Merkmale vielleicht noch intensiver gefördert werden. Golf weist wohl auf den ersten Blick ähnliche Vorzüge auf. Da kann man nach jedem Schlag lange quasseln – und zwar umso länger, je schlechter der Golfball geschlagen wurde. Ambitionierte Leistungsgolfer schätzen diese Verzögerung von sportlichen Aktivitäten nicht unbedingt. Nicht zuletzt aufgrund dieser Struktur verabreden sich postmoderne Geschäftsleute mit ihren Businesspartnern gern zum Golf. Aber ist es gesund, den Arbeitsstress auch noch in die Freizeit hineinzuziehen?

Tennis wie Fußball fördern die Entwicklung psychischer Fähigkeiten – mit einem Unterschied: im Tennis sind die Herausforderungen größer, weil der Sportler zu jedem Zeitpunkt allein – in voller eigener Verantwortung – reagiert und darüber hinaus unaufhörlich im Blickpunkt der Betrachter steht. (Wenn keine Zuschauer anwesend sind, wird das Ich zum Betrachter. Tennisspieler kennen dieses Problem…). Diese hohen psychischen An- und Herausforderungen stellen sonst nur Sportarten wie Golf, Tischtennis oder Badminton – wenn wir von den „Abenteuer-Sportarten“ und Skifliegen absehen, bei denen es sogar um Leben und Tod gehen kann. Die Entwicklung psychischer Fähigkeiten im Tennis ist aber gesellschaftlich relevant, weil die psychischen Stärken den Unterschied bei Höchstleistungen ausmachen – das wissen die Personalabteilungen großer Unternehmen längst. Auch bei allen Leistungstests spielen diese psychischen Faktoren eine entscheidende Rolle für den Erfolg.

Bei den pädagogischen Intentionen unterscheidet sich Tennis kaum vom Fußball oder anderen Sportarten. Sport allgemein ist ein ideales Feld zum Lernen.

Bei der Förderung des Spieltriebs könnte graduell das Fußballspiel mehr Möglichkeiten haben – u.a. auch deshalb, weil das Spielobjekt, der Ball, vom Spieler länger im eigenen Besitz behalten werden kann. Auch weil es mehr Gegner gibt, die um- oder überspielt werden können. Tennis braucht sich sonst keinesfalls in diesem Aspekt gegenüber anderen Sportarten verstecken – es bietet aufgrund der dauernd wechselnden Spielsituationen unendliche Möglichkeiten für erfolgreiche, gewagte, strategische Aktionen. Und auch für unsachgemäße, etwas „verdaddelte“ Kunstschläge. Auch diese bringen dem ausführenden Spieler Spaß und bei verschlagenen Punkten umso mehr den Gegnern. Nur dem Doppelpartner wird der Spaß verdorben – aber dessen Frust trägt immerhin zur Emotionalisierung des Geschehens bei. Der Golfsport, der eine Zeitlang viele Tennisspieler wegzog, ist unter dem Spiel-Aspekt keine Konkurrenz für den weißen Sport: die Zahl der Lösungsmöglichkeiten bei situativen Anforderungen ist weit eingeschränkter – da fühlt sich der wahre Spieler unterfordert.

Apropos Spieltrieb: der historische Ursprung des Tennis, das Jeu de Paume, verdankte seinen Erfolgszug(und die Zählweise!) in den reichen Adelskreisen hauptsächlich der Tatsache, dass auf jeden Punkt Geld gewettet wurde! (15 Centimes, 30 Centimes, 40 Centimes). Tennis ist also eigentlich der ursprüngliche (Wett-Kampf-) Sport für Zocker und, Gambler. (Wem dieses Profil nicht gefällt, der soll dieses historische Zeug vergessen.)

Im Lifetime-Aspekt hat Tennis gegenüber Fußball einen Vorteil. Im hohen Alter setzt man seinen verletzlicheren Körper ungern einer Blutgrätsche aus. Zum Glück ist auch der aggressivste Gegner immer durch ein Netz von deinem Aktionsraum getrennt. Sicherlich ist in diesem Lebenszeit-Aspekt Golf der größte Konkurrent – vielleicht auch der Jagdsport. Aber das ist eher Mord als Sport, oder?

Bevor wir das Fazit ziehen, verlangt es die Fairness, die besonderen Vorzüge des Fußballs als Volksport Nr.1 zu erwähnen: Fußball fördert den Teamgeist und den Ball treten kann jeder Anfänger – die Tennistechnik ist da schon schwieriger zu erlernen. Aber ist das nicht auch eher ein Vorteil? Ist die größere Herausforderung nicht auch eine Motivation für Menschen, die Besonderes von sich erwarten? Damit sind wir bei dem Merkmal angekommen, das wir in unserer Argumentation bisher wohlweislich unterschlagen hatten: dem elitären Charakter des Tennis. Elitär hat heutzutage zumindest eine ambivalente Qualität, aber unabhängig von jeder Wertung hat Tennis – historisch betrachtet – eindeutig eine elitäre Tradition. Geiz ist geil? Nein, ein guter Geschmack ist eben teuer. J Die Golf- und Polospieler werden uns zustimmen. Und guter Geschmack ist eindeutig ein distinktives Merkmal auch – und gerade – in der modernen Gesellschaft.

Fassen wir zusammen: Tennis ist eine hochattraktive Sportart und bietet ein großes Feld, um einen individuellen Lebensstil darzustellen. Viele Kapazitäten liegen gegenwärtig noch brach oder wurden bisher in ihrer Gesamtheit nur nicht deutlich genug der Öffentlichkeit präsentiert.

Lasst uns diese Juwelen aufsammeln und mit gelungenen Imageaktionen unter das Volk streuen!

Um die Attraktivität des Tennisspiels zu verdeutlichen, haben wir euch noch einen Clip mit überragenden Ballwechseln herausgesucht: