3. August 2013
von admin
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“Auf der Suche nach einem profilierten Image”

Im unserem letzten Post haben wir eine Parodie zu den Tätigkeiten des DTB in das Netz gestellt. Der Inhalt war wohl interessant: wir haben die bisher höchste Tagesbesucherzahl mit diesem Text erreicht! Mit dem heutigen Post setzen wir das Thema mit sachlicheren Argumenten fort. Das erfordert etwas mehr Geduld beim Lesen – lohnt sich aber. Es geht nämlich um die Zukunft unserer Sportart!

Wir konnten in den letzten Wochen mit Freude von dem Aufschwung des Tennissports in Deutschland berichten. Auch der DTB hat die Chance des Augenblicks „erkannt“ und nutzt diese zum öffentlichen Betteln. Am nächsten Tag wird auch noch der Streit zwischen DTB-Präsident Altenburg und Michael Stich medial breitgetreten.Damit hat man den positiven Trend, den das Tennis kurzfristig erfahren hatte, mit zwei unnötigen Eskapaden schnell ausgebremst.

Da wurde anscheinend versucht, das eigene Image zu stärken – auf Kosten der Sportart Tennis. Dessen Image nach verschiedenen sportsoziologischen Untersuchungen heutzutage sicherlich als angeschlagen, zumindest aber als unklar eingeschätzt werden kann. Die Verbesserung des Images, die Erarbeitung eines klaren Profils, ist aber eine zentrale Aufgabe der neuen Führung des DTBs.

Stellt sich die Frage: Was ist ein Image?

Und basierend darauf: Warum braucht Tennis ein eindeutiges Image?

Das Wort Image lässt sich am ehesten übersetzten mit „dem Bild“, das etwas oder jemand abgibt. Für den Erfolg einer Sportart, eines Unternehmens oder einer Person ist in der heutigen Zeit das Bild, das andere von ihr oder ihm haben, grundsätzlich entscheidend. Das Interesse oder Desinteresse, bzw. die Sympathie oder Antipathie in der Gesellschaft hängt in starkem Maße davon ab, welches Image vorliegt. In der Wirtschaft ist diese Tatsache schon lange bekannt, nicht umsonst steigen die Etats für Werbemaßnahmen und Imagekampagnen nach wie vor jedes Jahr. Die positive Beeinflussung durch die Außendarstellung entscheidet dann über den Erfolg.

Auch Tennis mit seinen Institutionen unterliegt als Unternehmen diesen „Phänomenen“. Eine Voraussetzung für die Formung eines klaren Images ist eine geschlossene Linie in der öffentlichen Darstellung, die die formulierten Ziele der obersten Instanz wiedergibt.

Ist der neuen DTB-Führung eine geschlossene Außendarstellung bisher gelungen?

Einige Fakten sprechen dagegen: Streitereien über einen Sponsorenvertrag, Rücktritt des Geschäftsführers nach einem halben Jahr, heftige Diskrepanzen zwischen einigen Landesfürsten und der Verbandsspitze sowie der öffentliche Streit mit dem Turnierdirektor der German Open.

Das wirkt nicht wie eine klare Linie, sondern wie ein Schlangenkurs auf stürmischer See.

Dies wirft eine weitere elementare Frage auf: Hat der DTB klare Ziele bezüglich seines Images bisher ausformuliert? Hat er nachhaltige Pläne bezüglich seiner Entwicklung in den nächsten 2 oder 5 oder 10 Jahren vorliegen?

Uns ist in Erinnerung geblieben, dass die neue DTB-Führung sich dem Zeitgeist anpassen will.

Die Vergangenheit hat bewiesen, dass wir uns wohl noch etwas gedulden müssen, wenn wir auf die Realisierung dieses wichtigen Ziels warten. Wir geben die Hoffnung nicht auf.

Ein weiteres Ziel für die Bildung eines positiven Images wäre die Förderung der Leistungen der Spitzensportler auf höchstem internationalem Niveau. Hier hatte das deutsche Tennis eine weltweit anerkannte Tradition. Die gut organisierte Nachwuchsarbeit und die letzten Erfolge – gerade der Damen – auf der ATP- und WTA-Tour zeigen wieder einen positiven Trend.

Werden diese positiven Trends vom DTB aktiv unterstützt?

Warum kommt der DTB-Vorstand nicht einmal auf die naheliegende Idee, dem „Glücksfall“ Sabine Lisicki nach ihrer Rückkehr aus Wimbledon einen Blumenstrauß in der Öffentlichkeit als kleine Geste zu überreichen und in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Sabine die Ursachen ihres Erfolges darzustellen? Das wäre Werbung für den deutschen Tennissport, das wäre auch Werbung in eigener Sache. Darüber hinaus würde Geschlossenheit und Loyalität demonstriert.

Ein erster großer Schritt in Richtung eines sympathischen und  leistungsorientierten Images.

Fehlt dem Vorstand vielleicht die emotionale Bindung zu seinen Spitzensportlern, um diese „leichte Übung“ zu verwirklichen?

Gehen wir weiter: Trotz der Tatsache, dass die höchsten Positionen des Verbandes mit „erfahrenen Marketingleuten“ besetzt sind, sind der Öffentlichkeit die Strategien, mit denen diese Experten ihre Ziele verfolgen, nicht bekannt.

Vielleicht ist deshalb auch kein klares Konzept zu erkennen.

Die Veröffentlichung von Strategien und Konzepten würde zwar dem Image des Tennisverbandes dienen und das Vertrauen der deutschen Tennisöffentlichkeit stärken, aber es gibt auch wirtschaftliche Unternehmen, die ihre Pläne „im Geheimen ausbrüten“, um den Markt mit innovativen Produkten zu überraschen.

Wenn der DTB-Spitze dieses „Geheimkonzept“ vorschwebt, wäre es allerdings an der Zeit, dass eine große „Vision“ oder eine durchschlagende Aktion jetzt in die Tat umgesetzt wird.

Gehen wir noch einen Schritt weiter:

Die öffentliche Darstellung ist für das Image entscheidend. Die Massenmedien verbreiten als wichtigstes Organ Informationen. Aufgrund dieser Informationen entstehen Images. Wie diese Informationen aufgenommen und verarbeitet werden, hängt von ihrem Inhalt ab. Werden positive, einheitliche Inhalte transportiert, entsteht eine emotionale Verankerung und der Rezipient fasst die Informationen in einem profilierten Image zusammen.

Emotionen sind neben dem Faktor Leistung bedeutungsvoller Bestandteil des Images des Sports. Über Emotionen entsteht die Bindung an eine Sportart oder aber dessen Ablehnung.

Deshalb plädieren wir für eine stärkere Fokussierung der Öffentlichkeitsarbeit über emotionale Bilder. Sabine Lisickis Erfolg in Wimbledon hat gezeigt, was gute Leistung gepaart mit authentischem, Emotionen auslösendem Auftreten bei den Zuschauern bewirken kann. Kann das nicht als wegweisend in Betracht gezogen werden? Sollte der DTB-Vorstand jetzt nicht unbedingt Verhandlungen mit den TV-Sendern aufnehmen, um Tennis wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu bringen? Stars wie Lisicki, Petkovic, Kerber, Görges, Haas – aber auch die Talente wie Barthel oder Brandts (okay, das ist unser neuer Favorit – vielleicht auch, weil er sich so früh positiv zu unserem Blog geäußert hat…) – haben die Emotionalität, die Authentizität und das sportliche Können, um faszinierende Bilder in die Wohnstuben der Fernsehzuschauer zu senden.

Nutzt die Gelegenheit! – möchten wir in aller Bescheidenheit unserer Führung zurufen. Das deutsche Tennis der Gegenwart bietet beste Voraussetzungen für eine vielversprechende professionelle Präsentation vor den verschiedenen TV-Intendanten!

Wir wollen nicht behaupten, dass eine positive Entwicklung des Deutschen Tennis ein Selbstläufer ist und der aktuelle Stellenwert in der Öffentlichkeit ausschließlich auf unglückliche oder falsche Entscheidungen der „Führungsetage“ zurückzuführen ist.

Die Basis – vom Freizeit- über den Wettkampf- bis hin zum Spitzenspieler, vom Sportwart des Tennisclubs bis hin zum Präsidenten der einzelnen Bundesländer – muss mit eigenem Engagement die Verbandsspitze unterstützen.

In einem Kommentar eines aktiven „Followers“ unserer Texte wurde ein Appell an die Tennisenthusiasten und Leser unseres Blogs gerichtet, sich aktiv an einer Aktion zu beteiligen. Darüber waren wir erfreut. Auch weil wir selbst in unserem Hinterkopf immer mit dem Ziel kokettiert hatten, vielleicht einen kleinen Beitrag zu einer neuen Bewegung im Tennis liefern zu können.

Die Resonanz zu diesem individuellen Aufruf war sehr bescheiden: keiner hat die Idee aufgegriffen.

Sind die Tennisleute in unserer Wohlstandsgesellschaft müde und phlegmatisch geworden?

Hat unsere Tennisjugend keine Visionen für ihren geliebten (?) Sport?

Wollen die „best ager“ keine Verantwortung mehr für die Zukunft des deutschen Tennis übernehmen, obwohl sie doch das „know-how“ hätten?

Ist es nicht billig, andere zu kritisieren, wenn man selbst überhaupt nicht tätig ist?

Ja, das gilt auch für uns: aber immerhin haben unsere Finger Hornhaut vom Tippen auf der Tastatur in den letzten Wochen bekommen…

Jeder Weg zum Ziel beginnt mit dem ersten Schritt: Schreibt uns eure Meinung zu diesem Text, zu diesem ernsten Thema. Wir wären froh über jeden kleinen Hinweis, über jeden Tipp. Auch über sachliche Kritik an unserem Blog.

Wer andere kritisiert, sollte mit Kritik anderer leben können. Gerade wenn man davon ausgeht, dass Kritiken immer Hinweise für Verbesserungen beinhalten.

Weckt eure müden Geister! Macht euch auf zum Shit-…. nein, besser: zum Blogstorm!

 

1. August 2013
von admin
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Nachricht über eine längst erwartete DTB-Aktion – eine Parodie?

Der folgende Post ist ein Beitrag zur Rubrik „What’s up“, die vorwiegend zeitnahe Ereignisse im Tennisgeschehen behandelt. Heute bezieht sich der Text auf die aktuelle mediale Darstellung des Deutschen Tennis Verbandes. Wir wollen die Problematiken benennen, die eine nicht durchdachte und unprofessionelle Außendarstellung mit sich führen und mögliche Auswirkungen darstellen.

 

Sabine Lisickis Siegeszug in Wimbledon bringt Tennis endlich wieder auf die Titelseiten der deutschen Printmedien.

Der Hamburger Turnierdirektor hat mit seinem hervorragend besetzten und durchgeführten Traditionsturnier sofort einen weiteren positiven Stich gesetzt – Tennis auf der Erfolgspur. Das Image wird wieder aufpoliert.

Im direkten Anschluss an diese Erfolge lesen wir jetzt eine Nachricht in einer großen deutschen Tageszeitung: Unter der Rubrik „Tennis“ folgt der Titel „DTB fordert mehr Unterstützung“

Erster Gedanke: Jetzt springt der DTB auf den fahrenden Zug auf. Zweiter Gedanke: Warum starten die ihre Profilierung gleich mit einer Forderung? Was haben die hohen Herren denn Unterstützung zu fordern – müssten sie nicht zu erst einmal selbst tätig werden? Wir warten doch schon so lange auf eine visionäre Aktion der Verwalter des deutschen Tennis! Ist denn unsere Forderung unberechtigt, dass sie die vorbildlichen Leistungen ihrer Sportler und ihrer Turnierdirektoren jetzt endlich mit eigener Arbeit und mit sinnvollen Beiträgen unterstützen sollten?

Im anschließenden Zeitungstext wird dann ausgeführt, dass der Beirat des DTB auf „stärkere finanzielle Unterstützung für die männliche Jugend“ hofft. Das klingt immerhin bescheidener als der gierig wirkende  Eindruck, den man beim Lesen des Titels gewonnen hatte.

In dem folgenden Satz wird auf die „hoffende Forderung“ näher eingegangen: „Bereits 300.000 Euro würden reichen, um den Talenten einen Trainer zur Verfügung stellen zu können.“ Es können ruhig auch mehr als nur 300 Tausender sein… Man traut seinen eigenen Augen nicht mehr. Ist das ihr Ernst? Feiern die beim DTB Karneval im Hochsommer? Haben die einen Stich?

Nee, den haben sie nicht. Mit dem haben sie seit längerer Zeit die Kommunikation unterbrochen.

Sparen wir uns die verzweifelten Fragen – kommen wir auf die Tatsachen zurück: Im Deutschen Leistungs-Zentrum sind mehrere gut bezahlte Trainer angestellt. Die DTB-Jugend hat einen Chef-Praktiker und einen Chef-Theoretiker. Darüber thront ein ehemaliger Spitzenspieler, der für die Koordination zuständig ist. Jetzt wird also noch ein Trainer benötigt, der allein schätzungsweise 15 – 20 förderungswürdigen Talenten zur Verfügung steht?

Wir stellen uns vor, wie der geforderte neue Trainer mit einer wilden Horde von 15- 20  pubertierenden Tennistalenten auf Turnierreise geht. Dann sind mindestens 250.000€ von den mindestens 300.000 € Jahresgage wohl verdientes Schmerzensgeld für diese unlösbare Aufgabe! Dafür könnten wir mitleidendes Verständnis aufbringen.

Tennis hat (leider) immer noch in bestimmten Kreisen der Öffentlichkeit das Image einer Elite-Sportart. Wenn der ehrenamtliche Jugendtrainer im Fußball liest, dass sein Tenniskollege einen hohen sechsstelligen Betrag für seine Dienste erhalten soll, fällt der vom Glauben (an die Vernunft im Tennis) ab. Der (falsche?) Eindruck in der Öffentlichkeit, dass im deutschen Tennis viel zu viel für zu wenig Leistung bezahlt wird, wird durch diese Presseveröffentlichung wohl kaum korrigiert.

Am Ende des Zeitungstextes wird noch darauf verwiesen, dass „für die weibliche Jugend (…) mit dem Automobilriesen Porsche ein Geldgeber parat“ steht.

Haben die Mitglieder des DTB-Beirats, die diese Information stolz herausgegeben hatten, kollektive Demenz? Haben die schon vergessen, welchen Skandal dieser eigentlich positive Vertrag durch seine Nebenwirkungen ausgelöst hatte? Bundestrainerin Barbara Rittner hatte den Vertrag eingefädelt, die DTB-Spitze hatte sich selbst damit gebrüstet und war nicht bereit Provisionen zu zahlen. Im weiteren Verlaufe musste Brune, der neue Geschäftsführer des DTB, aufgrund einiger „Verwicklungen“ schon nach kurzer Amtszeit zurücktreten. Muss man jetzt unbedingt wieder die Öffentlichkeit daran erinnern? Muss man wieder so tun, als ob der Porsche-Vertrag eine eigene Leistung wäre?

Wir können uns des Eindruckes nicht erwehren, dass die acht „Ehrenämtler“, die in Hamburg getagt hatten, den frischen Wind im deutschen Tennis spürten und unbedingt jetzt auch einen wichtigen Beitrag zum Aufschwung des deutschen Tennis leisten wollten. Das ist ehrenwert. Das ist gut gemeint. Das hat aber das Ziel letztendlich verfehlt.

Wenn der DTB-Beirat glaubt, mit diesem Informationsdienst einen Sponsor aus der Wirtschaft gewinnen zu können, wünschen wir viel Glück. Es spricht aber eher für seine herzerfrischende Naivität. Auf jeden Fall ist diese Art der PR nicht zeitgemäß! Hatte unser neuer DTB-Präsident nicht in seiner Antrittsrede gefordert, dass das deutsche Tennis jetzt mit dem Zeitgeist gehen müsse? Diese Forderung ist berechtigt – sie sollte jetzt endlich einmal in die Tat umgesetzt werden! Seine Mitarbeiter haben mit dieser Aktion bewiesen, dass sie den Zeitgeist noch immer nicht begriffen haben.

Zum Schluss dieses Beitrages zitieren wir ein ewig gültiges Graffito, das seit Jahrzehnten an der Wand des Hamburger Uni-Kinos steht:

„Wer nicht mit der Zeit geht, muss mit der Zeit gehen…“

 

P.S.

Auch als Blogger sollte man sich an die ethischen Prinzipien des Journalismus halten: Wir haben deshalb recherchiert und nach den tatsächlichen Aussagen des DTB-Beirats, der diese Zeitungsnachricht hervorgebracht hatte, gesucht. Wir sind beim Sport1-Internetdienst fündig geworden. Hier wird sachlich dargestellt, dass das achtköpfige Gremium, der Beirat, „ehrenamtlich in beratender Funktion für den DTB-Präsidenten Karl Altenburg tätig“ ist. Dieser Beirat will durch Kontakte das Team des Präsidenten unterstützen. Die Suche nach Förderern speziell des männlichen Nachwuchses hat beim DTB jetzt oberste Priorität. Der Beiratsvorsitzende Jürgen Weber: „Schon eine Summe zwischen 200.000 und 300.000 Euro würde uns sehr weiterhelfen.“

Das klingt viel sachlicher und angemessener, als die Informationen, die der Journalist der Tageszeitung veröffentlicht hat. Da hat der Journalist, der diese Informationen erhalten hatte, wohl vieles durcheinander gebracht. Vielleicht mit Absicht? So weit weg ist diese fast paranoide Spekulation nicht, wenn man die sachlichen Informationen mit ihrer Verarbeitung vergleicht.

Eine kritische Frage sei hier noch einmal erlaubt: Wo ist der neu eingestellte PR-Chef des DTB gewesen, als der Beirat seine Arbeitsergebnisse der Öffentlichkeit präsentierte? Ist es nicht seine Aufgabe, die Nachrichten so zu publizieren, dass sie keine solchen Missverständnisse hervorrufen können? Die kurze – und vielleicht sehr fehlerhafte – Meldung in der Tagespresse hat eher dafür gesorgt, dass der frische Wind aus den Segeln des deutschen Tennis genommen wurde.

In unserem nächsten Beitrag unter „What`s up“ werden wir in zwei Tagen einen objektiveren Post zu diesem Thema in das Netz stellen. Dieser neue Text wird der subjektiven Kritik dieser Parodie aus Gründen der Gerechtigkeit und Fairness sachlich- differenzierte Informationen gegenüberstellen.

29. Juli 2013
von admin
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Interview am Rothenbaum: Delbonis

Unser treuer Helfer und Übersetzer Harry hatte am Rothenbaum die Gelegenheit mit dem Vater des Überraschungsfinalisten Federico Delbonis zu sprechen. Das auf Spanisch geführte Gespräch wurde nun frei übersetzt und von Harry als Gastbeitrag auf unserem Blog zur Verfügung gestellt. Im Folgenden findet ihr die Aufzeichnungen des Gesprächs von Alfredo H. Delbonis und Harry:

Interview mit Alfredo Horacio Delbonis, Vater von Federico Delbonis, in Hamburg am 20.Juni 2013.

 delbonis

Im Jahre 2012 war Federico Delbonis zum ersten Mal bei dem Bet-at-Home Open in Hamburg. Er ist im Achtel-Finale an Marin Cilic gescheitert. In diesem Jahr hat er sich bis ins Finale gekämpft mit Siegen über Reister, Robredo, Tursunov, Verdasco und schließlich Federer. Sein Vater erzählt über das Tennisleben seines Sohnes:

Federico Delbonis

1.     Alter: 22 Jahre

2.     Ausbildung: Gymnasium bis 16, dann per Internet Abitur.

 

3.     Mit wie vielen Jahren hat Federico angefangen Tennis spielen?

Eigentlich hat er mit 8 angefangen, aber erst mit 9 fing er an Turniere zu spielen. Durch seine Erfolge ist man auf ihn aufmerksam geworden.

 

4.     Wo genau war das und was für ein Klub war es?

Der Club  heißt ‚Bancario Azul` und liegt im Provinz Buenos Aires. Es ist ein kleiner Club, der von Bankern gegründet wurde.   (http://noticiasdeazul.com.ar.webfst.alsolnet.com/)

 

5.     Haben Sie irgendwelchen Einfluss auf die Karriere des Sohnes?

Da ich schon Fußball gespielt habe (Der Papa hat mit Rudolfo Cardoso, dem ehemaligen HSV-Spieler und gegenwärtigen Trainer der A-Jungend, in einer Mannschaft gespielt und ihn herzlich begrüßt am Rothenbaum), fing Federico zuerst mit Fußball an. Aber bald danach hat er seine Leidenschaft und Können für das Tennispiel entdeckt. Ich selber spiele kein Tennis, somit habe ich wenig oder gar keinen Einfluss auf die sportliche Auswahl meines Sohnes gehabt.

 

6.     Hat der argentinische Tennisverband Euch irgendwie geholfen? Tennis ist auch in Argentinien teuer.

Der Tennisverband hat uns in der Hinsicht geholfen, in dem sie uns bei der Logistik geholfen haben. Sie haben uns beim Training, bei den Reisen und Turnieren unter die Arme gegriffen, aber erst später waren sie von Federico überzeugt und haben uns finanziell viel mehr geholfen. Zuerst hatten wir nur 2 Sponsoren aus unserem Club, die uns unterstützt haben. Das waren Bankkaufleute.

 

7.     Hat Ihr Sohn ein Vorbild im Tennis?

Ob Sie es glauben oder nicht, es war und ist immer noch Roger Federer. Rafael Nadal ist auch sein Vorbild. Er mag, wie er kämpft und das Tennis liebt und lebt.

 

8.     Ihr Sohn war in diesem Turnier letzten Sonnabend als Qualifikant gestartet. Jetzt steht er im Finale. Das müsste der größte Erfolg in seinem kurzen professionellen Leben sein.

Ohne Zweifel ist der Erfolg über Roger heute für ihn das Größte, das er bis jetzt erreicht hat. Er war dermaßen emotional nach dem Semifinale, dass er gar kein Wort herausbekam. Federico schlief am Abend vorher sehr ruhig. Wir übernachten hier im gleichen Zimmer.

 

9.     Aus Ihrer Sicht: Was sind die Qualitäten seines Spieles, die ihm bis zum Finale getragen haben?

Sein Aufschlag ist sehr stark. Er macht viele Punkte, weil er Linkshänder ist. Die meisten Spieler mögen keinen Linkshänder. Seine Vorhand ist auch sehr schnell und zuverlässig.

 

10.Wo sind die nächsten Turniere für Euch? 

Zuerst Gstaad in der Schweiz, Umag in Kroatien und schließlich Kitzbühel. Danach fahren wir nach Washington und zu den US Open.

 

Herr Delbonis, wir bedanken uns für das Gespräch!