28. Juni 2015
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Wimbledon (is) special!

In unserem letzten Post haben wir einige Fakten zu dem bevorstehenden  Wimbledon-Turnier aufgeführt. Es gibt noch einige Besonderheiten, die es auch verdient haben, aufgelistet zu werden. Bevor wir davon berichten, noch ein aktueller Hinweis: Judy Murray, die Mutter von Andy, ist schon in Wimbledon eingetroffen und hat sich mit ihrem Sohn auf der Anlage eingeschlagen:

judy_murray

Die Deutschen gelten weltweit als „Vereinsmeier“ – die Briten als Initiatoren der snobistischen Clubs. Das Turnier wird auf der Anlage des All England Lawn und Croquet Club gespielt. Mitglied in diesem exklusiven Club zu werden, ist nur Auserwählten vorbehalten. Man muss entweder Mitglied der königlichen Familie sein, extrem reich sein oder die Einzelkonkurrenz gewonnen haben. Vor Jahren reichte auch ein Sieg im Doppel für die Mitgliedschaft. Das ist aber längst wieder abgeschafft worden. Da kann ja quasi jeder kommen…

Dann gibt es noch den sogenannten „Last Eight Club“, der auch seine exquisiten Räume auf der Anlage besitzt. Grundbedingung,  um das elitäre Ambiente dieses Clubs genießen zu können, ist das Erreichen des Viertelfinales beim Turnier. Im Einzel wohlgemerkt. In der Lounge ist man dort unter sich, plaudert über vergangene Erfolge, präsentiert dann beim Spaziergang über die Anlage seinen  Clubausweis, genießt die neidischen Blicke der Normalos und ist zufrieden, dass sich die harte Trainingsarbeit für den Erfolg auch nach der Karriere noch auszahlt.

Nicht nur der Rasen ist in Wimbledon heilig, auch der Sonntag ist es. Früher wurde nie am „Holy Sunday“ gespielt. Die Puritaner hatten vor Hunderten von Jahren in England das strikte Verbot der Arbeit am Sonntag eingeführt. Sport ist kein Spaß, wenn dafür gezahlt wird, sondern knochenharte Arbeit. Deshalb konnte man als Teilnehmer des Turniers am Sonntag zwar Croquet spielen und die berühmten Erdbeeren verzehren, aber der Tennisschläger blieb gefälligst im Spielerhotel.

Croquet

Weil das berühmte Londoner Regenwetter für Verzögerungen in der Vergangenheit gesorgt hatte, entschloss man sich, den zweiten Sonntag der beiden Wimbledonwochen, zum Spielen freizugeben. Da werden die Endspiele der Damen und Herren jetzt gespielt. Die Finalisten werden an diesem Tag zu Freizeitspielern erklärt. Die Millionen Pfund, die sie für die Finalteilnahme kassieren, werden nicht als Honorierung ihrer Leistung begriffen, sondern sind Anerkennung dafür, dass sie 14 Tage lang dem Sauwetter getrotzt haben und auf dem nassen Grass mehrfach ausgerutscht sind und den heiligen Rasen geküsst haben.

rasen

In letzter Zeit haben die konservativen Traditionalisten der Turnierleitung einen weiteren Kompromiss zugelassen: Wenn das Wetter in der ersten Spielwoche wieder einmal verhagelt ist, spielt man jetzt auch am Sonntag der ersten Woche. Dann stehen plötzlich Tickets für Jedermann zum Verkauf und Zigtausende strömen auf die Anlage. Dann ist die Stimmung auf der Anlage nicht mehr „very british“ und „very cool“, sondern es herrscht eine Begeisterung wie beim Heimspiel von Chelsea London.

Spielkleidung ist – und wird ewig – weiß sein. Von der weißen Cap bis zu den weißen Socken. Darüber freuen sich die Ausrüster der Stars nur sehr zurückhaltend: Die weißen Klamotten gehen später kaum in den Verkauf. Kein Junge oder Mädchen weltweit – nicht einmal in London – kauft die puritanisch weiße Kleidung, um dann von den Freunden beim gemeinsamen Spiel des jetzt langsam doch „bunten weißen Sports“ ausgelacht zu werden.

Es gibt noch weitere „ulkige Spleens“ während der Wimbledonwochen. Wir schließen aber hier unseren Bericht, um nur noch die Auslosung unserer deutschen Tennisprofis aufzulisten:

DAMEN

Carina Witthöft (Hamburg) – Angelique Kerber (Kiel/10)

Kirsten Flipkens (Belgien) – Annika Beck (Bonn)

Witalia Dijatschenko (Russland) – Anna-Lena Friedsam (Andernach)

Shelby Rogers (USA) – Andrea Petkovic (Darmstadt/14)

Anastasia Pawljutschenkowa (Russland) – Mona Barthel (Neumünster)

Timea Bacsinszky (Schweiz/15) – Julia Görges (Bad Oldesloe)

Jarmila Gajdosova (Australien) – Sabine Lisicki (Berlin/18)

Swetlana Kusnezowa (Russland/26) – Laura Siegemund (Metzingen)

Tatjana Maria (Bad Saulgau) – Bojana Jovanovski (Serbien)

HERREN

Novak Djokovic (Serbien/1) – Philipp Kohlschreiber (Augsburg)

Jan-Lennard Struff (Warstein) – Bernard Tomic (Australien/27)

Teimuras Gabaschwili (Russland) – Alexander Zverev (Hamburg)

Victor Estrella (Dom. Republik) – Benjamin Becker (Mettlach)

Juan Monaco (Argentinien) – Florian Mayer (Bayreuth)

Dusan Lajovic (Serbien) – Tommy Haas (Bradenton/Florida)

Dustin Brown (Winsen/Aller) – Lu Yen-Hsun (Taiwan)

Adrian Mannarino (Frankreich) – Michael Berrer (Stuttgart)

 

 

 

 

26. Juni 2015
von admin
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Das Phänomen Wimbledon

Andrea Petkovic ist im Viertelfinale von Eastbourne mit 5:7 und 1:6 gegen Caroline Wozniacki  ausgeschieden. Sie war der letzte deutsche Teilnehmer  bei den Turnieren, die eine Woche vor Wimbledon stattfanden. Das gibt uns Zeit und Ruhe, den Blick auf die inoffizielle Weltmeisterschaft im Tennis zu richten. Dabei sollen keine aktuellen Ergebnisse im Vordergrund stehen, sondern andere Befunde sollen die Bedeutung dieses internationalen Sportereignisses charakterisieren.

wimbledon

Die 757 besten Profis der Welt, inklusive der Qualifikationsspieler,  nehmen dieses Jahr an dem Turnier teil. 3250 akkreditierte Medienvertreter berichten von ihren Matches. Eine halbe Million Zuschauer strömen durch die Eingangstore, die belagert sind von Tausenden, die sich keine der begehrten Tickets ergattern konnten. Es gibt immer wieder Coaches, die diese Notsituation nutzen, die Freikarten ihrer Spieler vor den Toren „verticken“ und sich ihr ohnehin schon üppiges Gehalt damit erheblich aufbessern.

Das längste Spiel in der Geschichte Wimbledons hat 11 Stunden und 5 Minuten gedauert und wurde über drei Tage gespielt. In dem Marathonmatch zwischen John Isner und Nicolas Mahut im Jahr 2010 hat allein der fünfte und entscheidende Satz  mehr als 5 Stunden gedauert.

Der jüngste Gewinner der ehrwürdigen Lawn Championships war Boris Becker. Der 17-jährige Junge aus Leimen hatte im Jahr 1985 mit seinem Sieg einen Tennisboom in Deutschland ausgelöst, von dem wir heute nur noch nostalgisch träumen können.

becker

Die jüngste Gewinnerin war Charlotte Dod mit 15 Jahren im Jahr 1897. „Lottie“ war ein sportliches Allround-Talent: Sie gewann im Golf die British Amateur Championships, spielte in der englischen Hockeynationalmannschaft und gewann mit 37 Jahren noch die Silbermedaille im Bogenschießen 1908.

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Arthur Gore war der älteste Gewinner. Mit 41 Jahren gewann er 1909 das Einzel in London. Bei den Damen war Charlotte Cooper Sterry die Älteste. Sie gewann den Titel 1908 mit 37 Jahren. Serena Williams hat die Chance, diesen Rekord in den nächsten Jahren zu brechen.

Rekordsiegerin an der Church Road ist die gebürtige Tschechin, spätere US-Amerikanerin Martina Navratilova mit 9 Einzelsiegen zwischen 1978 und 1990. Steffi Graf, die erfolgreichste Tennisspielerin aller Zeiten, hat sieben Mal das Turnier gewonnen. Von den aktuellen Teilnehmerinnen haben Venus und Serena Williams mit jeweils 5 Titeln die erfolgreichste Bilanz.

Bei den Männern zog der Amerikaner Pete Sampras  2000 durch seinen siebten Sieg mit William Renshaw gleich, der das Turnier in den 1880er Jahren dominierte. 2012 konnte Roger Federer  mit seinem 7. Titelgewinn zu Sampras und Renshaw aufschließen und hofft,  2015 als Rekordhalter allein an der Spitze zu stehen.

54 250 Tennisbälle werden auf dem heiligen Rasen während der zweiwöchigen Turnierzeit verbraucht. 250 Ballkinder von öffentlichen Schulen werden eingesetzt.  350 Schieds- und Linienrichter wachen auf den Grasscourts. Mehr als 700 Personen sorgen für die Sicherheit.

Wimbledon ist nicht nur Sport, sondern ein gesellschaftliches Ereignis. Das Catering profitiert davon: 142 000 Portionen Erdbeeren mit 7000 Litern Sahne werden während der 14 Tage konsumiert. 28 000 Flaschen Champagner und 230 Tausend Gläser Pimms werden geleert.

Natürlich floriert auch das Merchandising: 11 000 Mini-Tennisball-Schlüsselringe werden verkauft, 10 000 Twinpack-Armbänder und 8000 gelbe Autogrammbälle. Der größte Verkaufsschlager sind wohl die Mini-Regenschirme. Mindestens 10 000 Stück werden über die Tage verkauft. Wenn es stärker regnet, kann sich diese Zahl sogar verdoppeln. Das Londoner Wetter bietet dafür beste Voraussetzungen.

 

24. Juni 2015
von admin
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Petkovic macht weiter Hoffnungen!

Unser Damen-Spitzentrio, Kerber, Petkovic und Lisicki, macht uns in den letzten Wochen Hoffnung für Wimbledon. Bei den „Aegon Internationals“ hat sich Andrea Petkovic auch im zweiten Match von ihrer besten Seite gezeigt: Beim WTA-Rasenturnier in Eastbourne zog die 27-Jährige aus Darmstadt am Mittwochnachmittag durch ein 6:3, 6:4 gegen Coco Vandeweghe (USA) souverän ins Viertelfinale ein. Nach 1:33 Stunden beendete die Nummer zehn der Setzliste das Match.

 andrea-petkovic

In der Runde der letzten Acht wird Petko gegen die frühere Weltranglistenerste Caroline Wozniacki (Dänemark) spielen, die gegen Swetlana Kusnezowa (Russland) in drei Sätzen gewann.

Der kurze Aufschwung der hochgelobten Eugenie Bouchard ist schon wieder beendet. Die Kanadierin musste nach 3:6 und 0:3 ihr Match gegen Belinda Bencic aufgeben.

Für Furore sorgt im englischen Badeort eine Einheimische: Die 24-jährige Johanna Konta (WTA Nr. 146) hat eine Favoritin nach der anderen in ihrer Heimatstadt aus dem Turnier geworfen: Erst Diyas, dann Makarova und zuletzt Muguruza.

Tennis - AEGON International 2013 - Day Four - Devonshire Park

Unser wohl vielversprechendstes Tennistalent, Alexander Zverev, ist am Mittwoch  beim Rasenturnier in Nottingham im Achtelfinale ausgeschieden. Der 18-jährige Hamburger unterlag dem routinierten Zyprioten Marcos Baghdatis 3:6, 3:6. Mit seinen zwei Siegen bei den „Aegon Open“ ist Sascha trotzdem eine erfreuliche Generalprobe für sein Wimbledon-Debüt am 29.Juni gelungen.