28. Mai 2015
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Görges und Petkovic siegen in Roland Garros!

Am fünften Tag traten in Roland Garros fünf deutsche Teilnehmer an, um nach Kerber, Beck, Lisicki und Benjamin Becker auch die 3.Runde des Grand Slams  zu erreichen. Drei deutsche Spielerinnen – Görges, Petkovic und Witthöft – spielten gleich in der Eröffnungsrunde um 11 Uhr vormittags.

Auf  dem berühmten Court Philippe Chartrier wartete auf Julia Görges mit der an 5-gesetzten Caroline Wozniacki eine schwere Aufgabe. Wozniacki startete gut, ging  3:1in Führung. Julia steigert sich, übernimmt die Initiative und setzt sich mit 6:4 im 1.Satz durch. Im 2 .Satz geht die Bad Oldesloerin in einem hochklassigen Match auf Augenhöhe 5:4 in Führung, steht kurz vor einem sensationellen Sieg. Die Dänin schlägt zurück, der Tiebreak muss den zweiten Durchgang entscheiden. Julia ist hier bis in die Fingerspitzen entschlossen und entscheidet den Tiebreak und das Match für sich. Mit 6:4 und 7:6 hat die Bad Oldesloerin eine der Topfavoritinnen aus dem Rennen geworfen. Ein großartiger Auftritt der Norddeutschen.

görges

Obwohl Andrea  Petkovic nach ihrem Erstrundenmatch noch immer über leichte Schmerzen klagte, ging sie in der Partie gegen Lourdes Dominguez-Lino (WTA Nr. 113) als Favoritin auf Court 6. „Petko“, bekannt als Spätstarter, machte anfangs viele Fehler und lag gegen die Gummiwand aus Spanien1:3 und 2:5 zurück. Sie kämpfte sich auf 4:5 heran, musste aber den 1.Satz mit 4:6 abgeben. Wütend knallt sie danach ihren Schläger auf den Boden und zertrümmert den gebrochenen Rahmen mit ihren Füßen endgültig.  Dafür kassiert sie eine Verwarnung der Schiedsrichterin. Der Außenseiter aus  Spanien geht im 2.Durchgang sofort wieder mit 2:0 in Führung. Die Darmstädterin verkürzt auf 1:2, nimmt bei dem Seitenwechsel eine Auszeit und lässt sich am Oberschenkel behandeln. Danach kämpft sich die Deutsche vorbildlich Ball für Ball in die  Partie zurück, erspielt sich die Oberhand und beendet den 2. Satz erfolgreich mit 6:4 – zum Jubel der vielen Deutschen Zuschauer, die zu dem Platz gepilgert waren. Im dritten Satz holt Petkovic wieder einen Rückstand auf, und setzt sich am Ende mit großer Entschlossenheit und unbändigem Siegeswillen mit 6:4 durch. Sie erreicht als vierte deutsche Spielerin die dritte Runde in Paris. Gratulation! Das war wieder einmal eine Demonstration unerschütterlicher Wettkampfhärte von Andrea!

andrea-petkovic

Gegen die routinierte, an 17- gesetzte Sara Errani musste Carina Witthöft ihre ganze Power und Unbekümmertheit in die Waagschale werfen, um zum ersten Mal in ihrer noch jungen Karriere in Paris die dritte Runde zu erreichen. Im 1.Satz bestimmt die Italienerin mit taktisch geschicktem Spiel (hoher Topspin auf die Rückhand Carinas!) das Match und gewinnt trotz offenkundiger Aufschlagschwäche den Durchgang mit 6:3. Errani geht auch im 2.Satz 4:2 in Führung, aber die 20-jährige Hamburgerin spielt kompromisslos weiter, dreht das Match und gleicht auf 4:4 aus. Zum Leidwesen der Italienerin, die jetzt zetert und jammert. Carina nutzt die Chance entschlossen und beendet den Durchgang erfolgreich mit 6:4. Der Beginn des entscheidenden 3.Satzes ist geprägt von atemberaubenden Ballwechseln. Errani gewinnt die entscheidenden Punkte, erkämpft sich nach dem 1:1-Spielstand vier Spiele in Folge und setzt sich am Ende mit 6:2 durch. Das deutsche Ausnahmetalent hat hervorragendes Tennis geboten – sie wird aus dieser Niederlage lernen.

Im Anschluss an Carinas Niederlage nahm Philipp Kohlschreiber auf dem ungeliebten Court 3 – bei 4:2-Führung im fünften Satz – den unterbrochenen Kampf gegen Pablo Andujar wieder auf. „Kohli“ kommt wie am Vortag nur schwer in das Match. Der Spanier gewinnt die ersten beiden Spiele. Im nächsten Spiel vergibt der Augsburger nach atemberaubenden Ballwechseln 2 Breakbälle. Er verliert das dritte Spiel in Folge und gerät 4:5 in Rückstand. Der Spanier hat den Sieg vor Augen, wittert die Chance und nutzt sie: mit 6:1, 7:6, 3:6, 3:6 und 6:4 wirft er die deutsche Nr.1 aus dem Turnier. Nach seinem kurzen und schmerzvollen Auftritt verlässt Kohli mit gesenktem Haupt und steinerner Miene den Platz.

Anna-Lena Friedsam hatte auf dem Court Suzanne Lenglen die Ehre, gegen die Weltranglistenerste Serena Williams antreten zu dürfen. Unbekümmert und ohne Angst vor großen Namen nimmt die 21-jährige aus Neuwied das Spiel auf und gewinnt den 1.Satz sensationell mit 7:5. Serena ist „not amused“: sie hat nach der Statistik mehr als 20 Bälle unnötig verschlagen. Die junge Deutsche lässt keinesfalls im 2.Satz nach, erspielt sich beim Spielstand von 2:2 und Aufschlagspiel Williams 2 Breakbälle in Folge. Die Amerikanerin zeigt ihre Klasse und gewinnt noch das Spiel. Bei 4:3-Führung von Williams vergibt Anna-Lena drei Spielbälle in Folge, verliert das Spiel und darauf den Satz mit 3:6. Nach der Satzpause scheint der Bann endgültig gebrochen: Serena gewinnt 6 Punkte in Folge. Dann verliert sie wieder ihren Schlagrhythmus, produziert unerklärliche Fehler. Trotzdem setzt sie sich mit 6:3 im entscheidenden Satz durch.

Serena

Mit den zwei  Siegen am heutigen Tag – und drei unglücklichen Niederlagen – haben sechs deutsche Teilnehmer die dritte Runde beim Grand Slam in Paris erreicht. Das kann sich sehen lassen.

 

27. Mai 2015
von admin
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Großes Tennis der Deutschen auch am vierten Tag in Paris!

Wir hatten uns gefreut, wie souverän und offenbar schmerzfrei Andrea Petkovic in Paris ihre Erstrundenpartie, nach ihren Verletzungssorgen im Vorfeld, bestritten hatte. Dann erzählte „Petko“ in der Pressekonferenz, dass sie im Match zwar keinerlei starke Schmerzen verspürt hätte, dass die Gesundheitsprobleme aber im Alltag immer noch vorhanden seien. Eine Aussage der Darmstädterin, weit vor den French Open ausgesprochen, kann Erklärungshinweise liefern: „Ich spiele 50 Prozent meiner Matches mit Schmerztabletten.“

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Vor fast 20 Jahren, als die Dopingsünden auf der Tour de France öffentlich diskutiert wurden, hatten verschiedene Mediziner behauptet, dass auch ein Grand Slam-Sandplatz-Turnier, das über zwei Wochen läuft und bei dem die Spieler zumindest alle 2 Tage ihre Leistungen präsentieren müssen – und dies unter Umständen mehrfach über 5 Sätze!  – die Möglichkeiten des menschlichen Organismus weit überschreiten. Ein Vergleich kann zur Einordnung dieser Herausforderungen bei einem hochklassigen Tennisturnier beitragen: Die Profifußballer klagen über die Strapazen in sogenannten „Englischen Wochen“, in denen sie 3 Mal in 8 bis 9 Tagen den Rasen für Wettkämpfe betreten müssen. Haben Sie schon einmal einen Tennisprofi klagen hören, dass er 4 bis 5 Mal in einer Woche auf den Platz muss, um das Finale eines Turniers bestreiten zu  können? Dabei ist noch zu bedenken, dass generell die Spielzeit beim Fußball auf 90 Minuten beschränkt ist. Beim Tennis muss man sich in einem Drei-Satz-Match öfters 2- 3 Stunden auf der roten Asche die Füße wund laufen.

Wir haben diese Überlegungen unserem Ergebnisbericht vom 4.Tag in Paris vorangestellt, um darauf aufmerksam zu machen, welche Leistungen Tennisprofis Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat präsentieren müssen. Alle diese Sportler, die sich durch ihre Erfolge für ein Grand Slam-Turnier qualifiziert haben, verdienen Respekt! Das Wissen um diese „unmenschlichen“ Herausforderungen lässt unerwartete Niederlagen in einem anderen Licht erscheinen. Zu oft wissen wir nicht über die Hintergründe der Niederlagen Bescheid, viel zu oft werden wir in unserer Enttäuschung und in unserer Kritik den wahren Sachverhalten nicht gerecht. Ja, dies gilt auch für die Autoren dieses Blogs.

Zurück zum aktuellen Geschehen in Roland Garros: Alle Topgesetzten bei den Damen und den Herren haben bisher ihre Erstrundenmatches  gewonnen. Am heutigen Mittwoch ging es in die zweite Runde. Fünf hochkarätige deutsche Teilnehmer traten an diesem Tag zu ihren  Matches an.

Sabine Lisicki konnte schnell den ersten deutschen Tagessieg feiern. Im 1.Satz war ihre Gegnerin Daria Gavrilova (WTA Nr.46) chancenlos und „Bine“ gewann mühelos 6:1. Bevor der erste Punkt des 2.Satzes gespielt wurde, gab die 21-jährige Russin mit Wohnsitz in Australien wegen Verletzung auf- siehe oben… Lisickis Mitleid wird sich wohl in Grenzen gehalten haben – sie hat ohne großen Energieverlust die 3.Runde des Grand Slams erreicht.

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Auch Radwanska-Bezwingerin Annika Beck musste noch am Vormittag auf den Platz, um sich mit Paula Kania (WTA Nr.160), die zuvor Mona Barthel ausgeschaltet hatte, zu messen. Im Gegensatz zur Neumünsteranerin nutzte Annika die Chance entschlossen. Sie fegte die Polin mit 6:2 und 6:2 vom Platz.

Benjamin Becker setzte die deutsche Siegesserie dann in seiner Partie gegen Fernando Verdasco, der an Position 32-gesetzt war, fort. „Benni“, der sich schon in den USA bei den Wettkämpfen der Universitäten den Ruf eines „Dog-Fighters“ erworben hatte, rang den favorisierten Spanier in einem Marathon-Match mit 6:4, 0:6, 1:6, 7:5 und 10:8 nieder. Der 33-jährige deutsche Oldtimer hat in seiner langen Karriere erst das zweite Mal in Paris gewonnen. Das erste Mal war vor drei Tagen, als er den Belgier Bemelmans nach 4 Stunden bezwang.

Angelique Kerber hatte es in  ihrem Zweitrundenmatch mit  Ajla Tomljanovic (WTA Nr. 58) zu tun. Die Kielerin geriet gegen die 22 Jahre alte Australierin nie ernsthaft in Gefahr, obwohl ihr auch zwischendrin immer wieder leichte Fehler unterliefen. Nach genau 70 Minuten verwandelte sie ihren ersten Matchball und erreichte die dritte Runde mit einem klaren 6:3,6:2-Sieg.

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Am frühen Abend ging Philipp Kohlschreiber auf den roten Ascheplatz, um mit einem Sieg über Pablo Andujar (ATP Nr.42) als fünfter deutscher Profi an diesem Tag die dritte Runde in Roland Garros zu erreichen. Der Augsburger haderte im 1.Satz mit den Platzverhältnissen und mit sich selbst, produzierte ungewöhnlich viele unnötige Fehler und verlor den Durchgang mit 1:6. Im 2.Satz ging „Kohli“, als er seine Fehlerquote reduzierte, mit 5:2 in Führung. Dann ließ er wieder nach und verlor im Tiebreak, wobei er auch dort wieder kurz vor erfolgreicher Beendigung eine Führung verspielte. Im 3.Durchgang stemmte sich der Deutsche gegen die Niederlage und begann seine Aufholjagd mit einem 6:3 Satzgewinn. Die deutschen Zuschauer, die den Weg zum engen und entlegenen Court gefunden hatten, schöpften wieder Hoffnung und feuerten ihren Landsmann an. Der hatte sich langsam in eine gute Form gesteigert und gewann den vierten Satz souverän mit 6:3. Im fünften Satz wirkt “Kohli” fitter als sein Gegner, geht 4:2 in Führung, als das Match wegen Dunkelheit unterbrochen wird.

Morgen kann Kohlschreiber den fünften deutschen Sieg nacheinander in Paris unter Dach und Fach bringen.

 

 

 

26. Mai 2015
von admin
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Petkovic, Görges und Friedsam überzeugen in Paris am dritten Tag!

Nach den überzeugenden Leistungen der deutschen Teilnehmer am zweiten Tag der French Open traten die restlichen fünf nationalen Tennisprofis zu ihren Erstrundenmatches am Dienstag in Paris an. Die Aussichten auf eine Fortsetzung der Erfolgsserie vom Vortag waren von vornherein geringer. Als klare Favoritin konnte nur Andrea Petkovic gelten, aber ihr aktueller Gesundheitszustand war mit einem bangenden Fragezeichen versehen.

Auch Julia Görges (WTA Nr. 68), die um 11 Uhr als erste Deutsche in Roland Garros den Platz betrat, konnte man an einem guten Tag gerade auf der roten Asche einen Sieg über das US-Girl Coco Vanderweghe ( WTA Nr. 33) zutrauen. Die Bad Oldesloerin startete entschlossen, ging 4:1 und 5:2 in Führung und beendete den 1.Durchgang erfolgreich mit 6:2. Den Unterschied bei den beiden aggressiven Spielerinnen hatte bis dahin die geringere Fehlerquote der Deutschen ausgemacht. Im 2.Satz reduziert die Amerikanerin diese „unforced errors“ und gewinnt den Durchgang mit 7:5. Im 3.Satz übernimmt Görges wieder die Initiative, geht gleich 2:0 in Führung und lässt sich nicht mehr vom Erfolgskurs abbringen. Mit 6:1 im entscheidenden Durchgang zieht sie in die zweite Runde der French Open ein. Ein gelungener  Auftakt für das deutsche Team am dritten Tag in Paris.

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Michael Berrer (ATP Nr. 145) hatte sich erfolgreich durch die Qualifikation gekämpft und traf in der 1.Runde des Hauptfeldes auf Jeremy Chardy, der 100 Plätze höher in der Weltrangliste rangiert. Der Stuttgarter beginnt stark und gewinnt den 1.Satz mit 6:4. Der Franzose dreht im 2.Satz den Spieß mit einem 6:3-Satzgewinn durch. Berrer kämpft weiter mit vollem Einsatz, muss sich aber in den nächsten beiden Sätzen mit 4:6 und 4:6 geschlagen geben.

Anna-Lena Friedsam (WTA Nr.105) hatte eine glückliche Auslosung mit ihrer  kalifornischen Gegnerin Alexa Glatch (WTA Nr. 187) erhalten. Die 21-jährige aus Neuwied nutzte ihre Chance. Sie gewann den 1.Satz mit 6:4, verlor den 2.Satz mit 4:6, setzte sich im dritten Satz aber wieder entschlossen mit 6:4 durch und konnte das Erreichen der zweiten Runde als Erfolg feiern.

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Eine schwere Aufgabe wartete auf Dinah Pfizenmaier(WTA Nr.145) in ihrer Partie gegen Zarina Diyas(WTA Nr. 32). Die Kamenerin hielt sich taper im ersten Satz, musste dann die Überlegenheit der Kontrahentin aus Kasachstan einsehen und schied mit 4:6 und 1:6 aus.

Am Abend ging die an 10-gesetzte Andrea Petkovic in ihre Partie gegen Shelby Rogers aus den USA (WTA Nr.74). „Petko“ schien sich in der Zwischenzeit gut erholt zu haben – keine Spur von einer Behinderung in ihrem Match gegen die 22-jährige aus Charleston. Souverän erreichte unsere Weltklassespielerin mit einem klaren 6:2, 6:1-Sieg als dritter deutscher Repräsentant an diesem Tag die nächste Runde.

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Der Aufschwung des deutschen Tennis in Paris hat sich am dritten Tag trotz der schweren Auslosung  fortgesetzt. Hoffentlich wirken sich diese Erfolgserlebnisse der einzelnen Spieler und Spielerinnen positiv auf die Stimmung des gesamten Paris-Teams aus. Dann könnten wir uns in den nächsten Tagen auf herausragende Leistungen freuen, die angesichts der Probleme im Vorfeld so nicht zu erwarten waren.