16. März 2015
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Michael Berrer: Oldie but Goldie!

Der deutsche Tennisprofi Michael Berrer macht in Indian Wells gerade positiv auf sich aufmerksam. Er schlug sich erfolgreich durch die Qualifikation, besiegte in der ersten Hauptfeldrunde  den ATP-Aufsteiger Estrella-Burgos und zwang in der zweiten Runde Richard Gasquet bei 7:6, 4:6 und 3:1 zur Aufgabe.

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Der Mann ist mittlerweile 34 Jahre alt. Im letzten Jahrhundert (1999) hat er seine Profikarriere im Tennis gestartet. Elf Jahre tingelte er auf der Tour, bis ihn 2010 mit 30 Jahren der Durchbruch unter die Top 100 der ATP-Weltrangliste gelang und er mit Rang 42 seine bisher beste Platzierung erreichte. In den folgenden Jahren rutsche er wieder auf Plätze zwischen 110 und 150 ab.

Inzwischen hat er seinen Psychologie-Bachelor auf der Universität Phoenix in Arizona erworben, hat geheiratet und im Stuttgarter Domizil mit seiner Frau Nadine, die als Zahnärztin arbeitet, die Tochter Nadine zur Welt gebracht.

Die familiäre Sicherheit erlaubte es ihm, seine Tenniskarriere im „hohen Tennisalter“ weiter erfolgreich fortzusetzen. In seinem 35.Lebensjahr stieg er 2015 wie „Phönix aus der Asche“: In Rotterdam machte er schon auf sich aufmerksam, als er seinen vielversprechenden deutschen Konkurrenten Jan-Lennard Struff in drei Sätzen bezwang. Als Qualifikant gelang ihm dann in Doha sein größter Karriereerfolg, als er sensationell Rafael Nadal in der ersten Runde des hoch dotierten ATP Masters 1000 mit 1:6, 6:2 und 6:4 aus dem Turnier warf.

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In Indian Wells hat unser „Oldie but Goldie“, der von seinen ATP-Profikollegen hochgeschätzt und respektiert wird,  seine Erfolgsserie fortgesetzt. In der nächsten Runde des Turniers in der kalifornischen Wüste trifft er auf den Franzosen Gilles Simon.

Auch wenn er dieses Match verlieren sollte: Michael Berrer ist mit seinem ungewöhnlichen Karriereweg ein würdiger Repräsentant des deutschen Tennis. Auch weil er den Beweis antritt, dass im modernen Spitzentennis eine vielseitige (Aus-)Bildung zum sportlichen Erfolg führen kann.

Wir drücken ihm mit aller Sympathie die Daumen, dass er in diesem Jahr weitere großartige Siege erringt.

15. März 2015
von admin
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Petko verliert, Bine und Kohli siegen!

Bei den BNP Paribas Open in Indian Wells trifft sich die Weltelite des internationalen Tennis. Unsere derzeit einzige Top Ten-Spielerin, Andrea Petkovic griff jetzt in das Geschehen ein. Sie traf auf Lesia Tsurenko, die aktuelle Nr. 85 der Weltrangliste. Die Ukrainerin hatte in der ersten Runde Annik Beck deutlich geschlagen. Zu unserem Missfallen hat sie jetzt auch die zweite Deutsche aus dem Turnier geworfen. „Petko“ verlor den 1.Satz 3:6, steigerte sich im 2.Durchgang und gewann ihn 6:4, musste sich aber am Ende mit 4:6 im 3.Satz geschlagen geben.

Wenn zwei unserer Spitzenspielerinnen überraschend ausscheiden, springt meist die Dritte in die Bresche. So auch in der kalifornischen Wüstenoase: Sabine Lisicki hatte in  5 Turnieren im Jahr 2015 in der ersten Runde verloren. Mit dem Rücken zur Wand gelang ihr jetzt – als einziger deutscher Spielerin(!) –  ein  Sieg im Auftaktmatch. Nach harten Kampf bezwang sie die Italienerin Roberta Vinci, die Nr.40 der Weltrangliste,  mit 6:1, 5:7 und 6:4.

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Hoffentlich ist das ein Befreiungsschlag für die Aufschlag-Weltrekordlerin, die im nächsten Match auf Sara Errani treffen wird.

Bei den Herren hat Philipp Kohlschreiber (nach Michael Berrer) die erste Runde erfolgreich überstanden. Er schlug den Amerikaner Tim Smycek, der vorher Benjamin Becker besiegt hatte, souverän mit 6:3 und 6:1. In der nächsten Runde spielt „Kohli“ gegen Andy Murray. Berrer wird sich mit dem Franzosen Richard Gasquet auseinandersetzen.

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Drei von 11 angetretenen deutschen Profis haben sich in die Runde der letzten 32 in Indian Wells gespielt. Von einem großen Aufschwung des deutschen Spitzentennis können wir noch nicht reden.

14. März 2015
von admin
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Die Krise unserer Spitzenspieler setzt sich fort – Kerber verliert

Bei dem Tennis-Großevent in Indian Wells haben unsere Spitzenspielerinnen und -spieler bisher eher an die enttäuschenden Ergebnisse des neuen Jahres angeknüpft – im letzten Post hatten wir davon berichtet. Am Freitag griffen Angie Kerber, Dustin Brown, Mona Barthel (nach ihrem Sieg über Mladenovic) und Michael Berrer (nach erfolgreicher Qualifikation) in das Geschehen ein.

Victor Estrella Burgos, der Gegner des 34-jährigen Qualifikanten Michael Berrer in der ersten Runde der BNP Paribas Open, ist ein Phänomen. Seit mehr als 14 Jahren ist er der Spitzenspieler der Dominikanischen Republik. Im Jahr 2002 startete er auf der ATP-Tour, konnte sich aber in den ersten zehn Jahren niemals unter die Top 200 der Welt platzieren. Im Alter von  33 Jahren platzte 2013 bei  ihm der Knoten. Der Mittelamerikaner stieg Platz für Platz im ATP-Ranking hoch. Aktuell ist er die Nr.57 der Weltrangliste. Im Kampf der Oldtimer setzte sich der Berrer, aktuell auf Rang 161 der ATP,  im ersten Satz mit 6:3 durch. Den zweiten Satz gewann Estrella Burgos knapp mit 7:5. Im entscheidenden dritten Satz behauptete sich wieder Berrer mit 6:4 und errang den ersten Sieg eines Deutschen in dem Hauptfeld der Herrenkonkurrenz in Indian Wells.

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Angelique Kerber, die mehr von sich in der neuen Saison erwartet hatte, als sie bisher leisten konnte, verlor den ersten Satz im Match gegen das US- Girl Sloane Stephens nach hartem Kampf unglücklich mit 6:8 im Tiebreak. Im zweiten Satz baute die Kielerin mehr und mehr ab. Sie unterlag deutlich mit 2:6 und hat wieder gegen eine niedriger platzierte Gegnerin verloren. Angie fehlt gegenwärtig das Selbstvertrauen. Nur mit Erfolgen kann sie die gewohnte Sicherheit zurückgewinnen. Für große Erfolge braucht sie   aber wiederum das alte Selbstbewusstsein und die verloren gegangene Siegesgewissheit. Ein Teufelskreis.

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Mona Barthel war gegen die Tschechin Lucie Safarova, die aktuelle Nr.11 der Weltrangliste, eher Außenseiter. Die Neumünsteranerin zeigte auch in der kalifornischen Wüstenoase, dass sie dank  ihrer druckvollen Schläge mit der absoluten Weltspitze an guten Tagen mithalten kann. Noch fehlte ihr gegen die Tschechin aber die Überzeugung und der entschlossene Siegeswillen. Sie unterlag in einem ausgeglichenen Match mit 4:6 und 6:7.

Von der Begegnung Andrey Golubev gegen Dustin Brown hatte man ein Match auf Augenhöhe erwartet. Es wurde ein Kampf auf Biegen und Brechen. Der Rastaman setzte sich im ersten Satz im Tiebreak durch. Im 2.Satz schlug der Kasache zurück und gewann 7:5. Der dritte Satz wurde wieder im Tiebreak entschieden. Dem Deutsch-Jamaikaner fehlte das letzte Quäntchen Glück und er unterlag am Ende mit 7:6, 5:7 und 6:7. Bad luck.

Resümee: Trotz guter Leistungen gewannen unsere Repräsentanten bei vier Begegnungen mit der internationalen Konkurrenz wieder nur eine Partie. Die einzelnen Erfolge der Spieler aus der zweiten Reihe überdecken noch die Krise unserer Spitzenspieler. Morgen treten Petkovic, Lisicki und Kohlschreiber zu ihren Auftaktmatches an. Es wäre für die weitere Entwicklung wichtig, wenn sie mit Erfolgen wieder vorangehen könnten.

Wir werden zeitnah von ihren Auftritten berichten.