7. Juni 2014
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Ein Kampf auf des Messers Schneide beim Damenfinale in Paris

Ladies First – das erste Finale der French Open-Einzelkonkurrenzen fand am Samstag auf dem Court Philippe Chartrier zwischen Olga Sharapova und Simona Halep statt. Das Duell der Diva gegen die Bodenständige. Die Russin bezeichnet sich selbst „als Kuh auf dem Eis“, wenn sie von Ihren Sandplatztennis spricht. Das ist charmant untertrieben: Auf dem roten Clay hat Maria längst ihre beste Erfolgsbilanz und vor zwei Jahren hatte sie den Einzeltitel bei den French Open auch schon einmal gewonnen. Für einige Fachleute galt sie deshalb auch als leichte Favoritin.

Simona Halep hat sich aber seit Beginn dieser Saison stetig weiterentwickelt. Sie hat im Verlauf des Pariser Turniers bis in das Finale noch keinen Satz abgegeben. Andere Tennisexperten trauten eher der aktuellen Nr.4 der Weltrangliste zu, den Sieg ihrer Landsmännin Virginia Ruzici aus dem Jahr 1978 bei den diesjährigen French Open zu wiederholen.

scharapo

Ein spannendes Match auf Augenhöhe war also zu erwarten. Von Beginn an entwickelt sich dann auch ein ausgeglichenes Spiel mit verbissenen Grundlinienduellen. Simona Halep geht 2:0 in Führung. Sharapova gleicht mit dem Gewinn der nächsten beiden Spiele aus. Das fünfte Spiel dauert mehr als 12 Minuten. Mit atemberaubenden Gewinnschlägen ist die Russin am Ende erfolgreich. Anschließend spielt sie auf höchstem Niveau, baut die Führung auf 5:2 aus. Die Rumänin kämpft sich auf 4:5 zurück. Sharapova ist aber bis in die Fingerspitzen entschlossen und gewinnt den ersten Durchgang mit 6:4. Zu Beginn des zweiten Satzes nutzt sie den Schwung, geht 2:0 in Führung. Die Weltranglistenvierte aus Constanta erhöht jetzt das Tempo, wehrt sich mit allen Mitteln, holt die unmöglichsten Bälle aus den Ecken zurück und gleicht aus. Bis zum 6:6 – mit zahlreichen Breaks – sind die Kontrahentinnen in einer Auseinandersetzung auf höchstem Niveau ebenbürtig.

Im Tiebreak ist jetzt der Druck zu spüren, den Spielerinnen unterlaufen leichte Fehler. Sharapova fängt sich eher, ist entschlossener und geht in Führung. Als alles verloren schien, bäumt die Rumänin sich noch einmal auf, macht Punkt für Punkt und gewinnt den zweiten Durchgang.

halep

Die russische Tennisdiva nimmt danach erst einmal eine Verletzungspause. Als sie zurückkehrt, setzt sich das dramatische, extrem ausgeglichene Match fort. Keine der Widersacherinnen scheint nachhaltige Dominanz erringen zu können. Keine der beiden lässt sich bei Rückständ abschütteln. Ein Kampf auf des Messers Schneide.Geprägt von Kampfgeist und Siegeswillen. Im fünften Spiel bringt Sharapova denkbar knapp ihr Servicegame durch, breakt anschließend Halep, geht 4:2 in Führung. Simona holt auf 4:4 auf. Drei Stunden Spielzeit in der Hitze von Paris und den Zuschauern wird durchgängig grandioses Tennis geboten! Die Kampfmaschine aus Russland gewinnt das nächste Game klar und gibt auch im nächsten Spiel keinen Punkt mehr ab: 6:4 für Sharapova im entscheidenden Durchgang. Nach 2012 gewinnt die Russin zum zweiten Mal die French Open. Welche Wettkampfhärte! Was für ein Siegeswille!

Das dramatische Damenfinale hat uns einen Vorgeschmack auf das Endspiel der Herren zwischen Nadal und Djokovic morgen in Roland Garros gegeben.

6. Juni 2014
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Showdown kurz nach High Noon beim Grand Slam in Paris

Ganz Lettland fieberte mit, als der neue Nationalheld  Ernests Gulbis zu dem Semifinale gegen den an 2-gesetzten Novak Djokovic – um 13 Uhr Ortszeit bei sengender Hitze – in Roland Garros antrat. „Hurricane – Ernie“ zeigte keine Nervosität, servierte wieder wie „Billy the Kid“ gegen das  Returnwunder aus Serbien. Beim dritten Servicegame des Balten gelang dem „Djoker“ das erste Break. Der Serbe zieht seine Aufschlagspiele souverän durch, nimmt am Ende des Satzes dem Letten noch einmal das Aufschlagspiel ab und gewinnt den ersten Durchgang mit 6:3. Beide Kontrahenten hatten noch nicht ihre Höchstform erreicht – unnötige Vorhandfehler bei Ernie, leicht vergebene Punktchancen von Nole. Gulbis wirkte unruhig, gab seinen Waffen die Schuld an den „Fehlzündungen“ und wechselte drei Mal den Schläger in diesem Satz.

djoko

Im zweiten Satz setzt sich die Dominanz des Djokers fort: ihm genügt diesmal ein Break, um den Durchgang erfolgreich mit 6:4 zu beenden. Wenn die Anhänger  des Letten auf die obligatorische „Nachlässigkeitsphase“ des Serben hofften, hatten sie richtig gelegen. Novak ließ etwas nach, Gulbis fand ins Spiel und setzte sich im dritten Satz mit 6:3 durch. Im vierten Durchgang zog die Nr.2 der  Weltrangliste wieder an, gewann den letzten Satz wieder mit 6:3 und hat seinMindestziel, das Erreichen des Finales der French Open 2014, erreicht.    

Im zweiten Showdown auf dem Court Philippe Chartrier kam es dann zum Duell zwischen den Grand Slam – Legenden Rafa Nadal und Andy Murray. Der Brite hatte sich tapfer durch die Vorrunden geschlagen, aber gegen die Nr.1 der  Weltrangliste stand er von Anfang an auf verlorenem Posten. Total fokussiert schoss Rafa seinen – doch deutlich strapazierten – Gegner kurz und schmerzlos mit 6:3, 6:2 und 6:1 vom Platz.

nadapic

Wir können uns auf ein Herrenfinale in Paris am Sonntag freuen, in dem die beiden herausragenden Spieler dieses Grand Slam-Turniers, Rafael Nadal und Novak Djokovic, zum „Final-Shoot-Out“ aufeinandertreffen.

 

 

 

 

5. Juni 2014
von admin
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Ehrenvolle Niederlage von Petkovic im Halbfinale der French Open

Am Donnerstag standen die Halbfinals der Damenkonkurrenz in Roland Garros als Highlight auf dem Programm. Die 27-jährige Maria Sharapova und die 20-jährige  Eugenie Bouchard, die beide einen Tag Spielpause hatten, trafen zuerst auf dem Court Philippe Chartrier aufeinander – ein Duell zwischen jugendlicher Unbekümmertheit und großer Erfahrung. Beide Spielerinnen hatten in dem bisherigenTurnierverlauf  aufgrund ihrer Nervenstärke Matches gewonnen, in denen sie eigentlich hoffnungslos zurück gelegen hatten. Bouchard macht sofort Druck, rückt kaum hinter die Grundlinie. Selbst bei ihren Aufschlagspielen wird die Russin von der Kanadierin sofort in die Defensive gedrängt, verliert den ersten Satz mit 4:6. Im zweiten Durchgang erhöht Sharapova das Tempo, schlägt einige überraschende Winner. Bei Bouchard schleichen sich mehr Fehler ein und sie gerät 2:5 in Rückstand. Die russische Tennisdiva vergibt 3 Satzbälle (zwei davon mit Doppelfehlern), ihre junge Konkurrentin holt auf 5:5 auf. Dann setzt sich die bissig-entschlossene Maria doch wieder mit 7:5 im zweiten Satz  durch. Im dritten Satz fliegt die Filzkugel in höchstem Tempo in den Grundlinienduellen über das Netz.Das Pariser Publikum erlebt ein  dramatisches Halbfinale auf höchstem Niveau. Die selbst ernannte russische Turnierfavoritin gewinnt dabei haarscharf die Oberhand. Zwingt die junge Kanadierin zu einigen unnötigen Punktverlusten, nutzt andererseits jede Gelegenheit zu direkten Punktgewinnen. Sharapova geht 5.2 in Führung. Vergibt 4 Matchbälle. Beim 5. Matchpoint rutscht ihr Vorhandschuss von der Grundlinie ab – unerreichbar für Bouchard.

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Maria Sharapova ist im Finale von Roland Garros 2014 – dank einer außerordentlichen mentalen Stärke und Fitness.     

Im Anschluss an diese Auseinandersetzung wurde das zweite Semifinal zwischen Andrea Petkovic und Simona Halep angesetzt. Den Kontrahentinnen,die am Vortag noch ihre Viertelfinals erfolgreich bestritten hatten, wurde vom Spielplan kein Ruhetag gegönnt. Im ersten Satz war bei beiden Spielerinnen keine Müdigkeit zu spüren. Trotzdem verliert die Deutsche ihr erstes Aufschlagspiel. Mit einem extremen Winkelspiel und einer außerordentlich gewandten Beinarbeit  dominiert die Rumänin zum Auftakt die Partie, geht 2: 0 in Führung. Das ist für Andrea in Paris nicht ungewohnt. Sie gewinnt dann ihr Servicegame. Halep lässt sich aber nicht beirren, spielt kontrolliert-aggressiv, mit energischem Siegeswillen und gewinnt den 1.Satz souverän mit 6:2. Andrea weiß, dass sie sich steigern muss, um den Traum vom Einzug in das Finale zu realisieren. Sie agiert im 2. Satzentschlossener, gewinnt ihr Aufschlagspiel und liegt zum ersten Mal vorn. Das stärkt ihr Selbstbewusstsein. Sie spielt großartiges Tennis bis zur 3:1, 40:15-Führung. Dann folgt ein Doppelfehler, darauf ein ganz leicht verschlagener Ball der Darmstädterin, das Momentum kippt und Petko wird gebreakt. Es entwickelt sich bis zum Tiebreak ein Match auf höchstem Niveau mit atemberaubenden Ballwechseln. Ein Doppelfehler der Deutschen bringt die Rumänin auf die Siegerstraße, obwohl Andrea bis zum 4:7 im Tiebreak sich tapfer gegen die Niederlage wehrt. Simona Halep zieht in das Finale gegen Maria Sharapova ein. Andrea Petkovic hat auch im Halbfinale dieses Grand Slams eine ehrenvolle Leistung vollbracht.  

     petko

Einen kleinen Trost bot der heutige Tag dann doch noch dem deutschen Tennisherz: Julia Görges und Anna-Lena Groenefeld haben gemeinsam im Doppel große Erfolge errungen. In Paris trafen sie jetzt im Finale des Mixeds als Gegner aufeinander. Anna-Lena spielte an der Seite vom Niederländer Jean-Julien Royer, Julia hatte sich den Serben Nenad Zimonjic zum Partner gewählt. Die deutsch- holländische KombinationGroenefeld/Royer setzte sich mit4:6, 6:2 und 10:7 im Championstiebreak durch. Der erste Titelgewinn für das deutsche Tennis in den Hauptkonkurrenzen bei den French Open 2014! Es wird der einzige bleiben.