4. Juni 2014
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Nicht nur Petkovic zeigt “Großes Tennis” beim Grand Slam in Roland Garros

Bei den French Open 2014 das Viertelfinale zu erreichen, ist für Andrea Petkovic mehr, als von ihr erwartet werden konnte. Jetzt hofften die deutschen Tennisfans, dass sie sich noch einmal steigern würde, um ihre Erfolgsspur in dem Match gegen die 27-jährige Sara Errani aus Bologna weiter fortzusetzen. Obwohl die an 10-gesetzte Italienerin Errani gegen die Deutsche (an Position 28 gesetzt) leicht favorisiert war. Erst einmal verhinderte der Regen das mit Spannung erwartete Duell auf dem Court Philippe Chartrier. Als es dann nach 3-stündiger Verzögerung ernst wurde, startet Andrea wie immer in Paris etwas verhalten. Der italienische Sandplatzfloh geht 2:0 in Führung. Dann spielt die Darmstädterin aggressiver, setzt Winkelschläge ein und punktet mit dem Rückhand longline. Fokussiert und entschlossen gewinnt sie 6 Spiele in Folge und damit den ersten Satz nach 27 Minuten mit 6:2. Errani wird giftiger, breakt ihre Widersacherin im ersten Spiel des zweiten Satzes. Drei weitere Aufschlagverluste der Akteure folgen. Dann gewinnt Andrea ihr Servicegame, führt 3:2. Errani kann nicht mehr gegensetzen, der Siegeswillen der Deutschen ist heute nicht zu brechen. Sie gewinnt auch die nächsten drei Games und zieht mit 6:2 im zweiten Durchgang in das Semifinale der French Open ein. Gratulation Andrea, du hast es verdient! Du hast dich um das deutsche Tennis verdient gemacht!

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Zum Ärger mit der italienischen Presse kam zum weiteren Nachteil Erranis eine überragende Leistung der Deutschen dazu.

Im zweiten Damen-Viertelfinale kam es auf dem Court Suzanne Lenglen zu dem osteuropäischen Duell zwischen Svetlana Kusnetsova und Simona Halep. Die Auseinandersetzung ist von Anfang an von langen, temporeichen Ballwechseln geprägt. Die Rumänin agiert fehlerloser und gewinnt den ersten Durchgang mit 6:2. Die Russin ist jetzt gezwungen noch risikovoller zu spielen. Etwas beeinträchtigt von ihrer Oberschenkelverletzung kommt sie nicht zum Erfolg. Halep gewinnt auch den zweiten Durchgang souverän mit 6:2, erreicht das Semifinale in Roland Garros und trifft dort jetzt auf unsere Andrea Petkovic.

Die Franzosen hofften und bangten: in der Herrenkonkurrenz startete die „last hope“ der „Grande Nation“, Gael Monfils, ausgerechnet gegen den letzten Vertreter des Erzfeindes, den Briten Andy Murray. Ausverkauftes Haus, Stimmung wie im Fußballstadion. Das kann doch einen „Highlander“ nicht erschüttern. Murray spielt souverän auf, gewinnt die ersten beiden Sätze mit 6:4 und 6:1. Angefeuert vom Pariser Publikum bäumt sich Monfils auf, gewinnt spektakuläre Punkte und den dritten Satz mit 6.4. Murray wirkt jetzt müde. Unter den Augen der begeisterten Zuschauer gibt der Franzose seinem britischen Konkurrenten im vierten Satz kaum eine Chance und gewinnt diesen Durchgang mit 6:1. Ist der Schotte wieder von einer Verletzung geplagt, rebelliert jetzt sein geschundener Körper? Nein! Zum Entsetzen der einheimischen Tennisfans dreht der Brite den Spieß wieder um. Gewinnt Spiel auf Spiel und beendet den entscheidenden Durchgang mit 6:0. Eine vorbildliche Willensleistung. Der Gastgeber hat keinen Aktiven mehr im Turnier.

Im letzten Herren-Viertelfinale des Tages stand Geburtstagskind Rafael Nadal seinem Landsmann David Ferrer auf dem Court Suzanne Lenglen gegenüber. Nach diesem Match hätte auch die Tennis-Großmacht Spanien nur noch einen Vertreter in Roland Garros 2014.

Ferrer hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er die Nr.1 der Weltrangliste schlagen kann. Er weiß aber auch, dass Nadal zu den wahren Champions gehört, die bei Großereignissen immer wieder ihr bestes Leistungspotential realisieren können. Die Nr.5 der Weltrangliste beginnt beeindruckend und entschlossen, gewinnt den ersten Satz mit 6:4. Das fordert Rafa nur zu Höchstleistungen auf. In einem erstklassigen 2.Satz setzt er mit 6:4 dagegen. Ferrer beginnt zu wanken, Rafael zieht gnadenlos durch und deklassiert in den nächsten beiden Durchgängen seinen Landsmann mit 6:1 und 6:0.

Zur Feier seines Sieges und anlässlich seines Geburtstages haben wir euch ein Nadal-Videogeschenk gemacht:

3. Juni 2014
von admin
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Umkämpfte Matches bei den Damen, souveräne Siege bei den Herren in Paris

Es spitzt sich zu in Paris bei den French Open. Am Dienstag standen die ersten Viertelfinalspiele der Damen und Herren auf dem Programm. Bei dem Eröffnungsmatch auf dem Court Philippe Chartrier trat die 20-jährige Garbine Muzuruga zu einer mit Spannung erwarteten Partie gegen die routinierte Turnierfavoritin Maria Sharapova an. 

Vor ihrem Match gegen die junge spanische Herausforderin sprach die aparte russische Tennisdiva markante Worte: “Ich bin ein Wettkämpfer. Vom ersten Tag an, war ich nicht hier, um Freundschaften zu schließen. Das hier ist ein Schlachtfeld für mich und ich will siegen. Ich versuche, mit allen Mühen und mit allen Mitteln, die Aufgabe zu bewältigen. Manchmal ist das nicht sehr schön, aber wenn ich am Ende des Tages meinen Job gemacht habe, bin ich glücklich.“

Der spanische Shooting-Star ließ sich von diesen Sätzen nicht einschüchtern. Vom ersten Ballwechsel an legte sie los wie die Feuerwehr, knallt Maria die Returns um die Ohren. Die Russin ist beeindruckt, serviert Doppelfehler. Nach 15 Minuten Spielzeit führt Muzuruga 4:0. Als das Trommelfeuer der Baskin erste Fehlzündungen hat, kommt Sharapova besser in das Match. Sie gewinnt aber nur ein Spiel und muss den Satz 1:6 abgeben. Im zweiten Durchgang bekommt die junge Spanierin plötzlich Probleme mit ihrem Service und verliert dadurch die Dominanz. Die Russin erringt eine 3:1-Führung, Muzuraga schlägt zurück, gleicht aus. Eine Kampf auf Biegen und Brechen entwickelt sich. Maria breakt ihre Kontrahentin bei 5:5. Im nächsten Spiel vergibt sie zwei Satzbälle in Folge, verwandelt den dritten und gleicht mit dem 7:5-Satzgewinn aus. Die 20- jährige Südeuropäerin gibt nicht auf. Sie nutzt aber ihre Situationsvorteile und die zahlreichen Spielbälle nicht. Sharapova sammelt nach dem 1:1 Punkt für Punkt, Spiel für Spiel, und triumphiert am Ende mit 6:1. Wettkamphärte und Erfahrung haben sich gegen jugendliche Unbekümmertheit durchgesetzt.

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Zeitgleich spielte die zweite Spanierin Carla Suarez Navarro  auf dem Court Suzanne Lenglen gegen das kanadische „Wunderkind“ Eugenie Bouchard. Der 20-jährige kanadische Medienstar macht vom ersten Ball an enormen Druck, produziert aber noch zu viele Fehler. Suarez-Navarro verteilt die Bälle über den Platz, zwingt ihre Gegnerin zu langen Laufwegen. Das Rezept geht auf: Die 26-jährige Sandplatzexpertin von den kanarischen Inseln geht 5:2 in Führung. Bouchard rückt noch näher an die Linie, nimmt Tempo auf, gewinnt Spiel für Spiel und geht 6:5 in Führung. Suarez-Navarro ist im nächsten Game erfolgreich, muss sich aber der kanadischen Power im Tiebreak dann wieder geschlagen geben: Bouchards Power führt zum 7:6-Satzgewinn. Carla setzt weiter dagegen. Bouchard wird wieder zu mehr Fehlern gezwungen. Mit 6:2 gewinnt Suarez-Navarro den zweiten Satz. Im entscheidenden Durchgang unterlaufen der Kanadierin weitere „unforced errors“. Die Spanierin geht 4:1 in Führung. Dann gelingen Eugenie wieder atemberaubende Shots. Sie gleicht auf 4:4 aus. Das Spielgeschehen wogt hin und her. Dann gelingt dem „Wondergirl“ aus Montreal bei 5:5 ein Break. Bei ihrem Aufschlagspiel serviert sie beim 1.Matchpoint einen Doppelfehler. Verknallt bald darauf den zweiten Matchball.  Den dritten Siegball verschlägt Suarez-Navarro. Eugenie Bouchard ist im Halbfinale der French Open und trifft dort auf Maria Sharapova! Jugendliche Power und unbekümmerte Entschlossenheit haben sich in dieser Auseinandersetzung  gegen Taktik und Routine durchgesetzt.

Bei den Herren ging mit Milos Raonic (Nr. 8 der Setzliste) auf dem Court Philippe Chartrier die zweite kanadische Halbfinal – Hoffnung in das Match. Sein Gegner Nole Djokovic – auch heute wieder von dem Tandem Becker/Vajda unterstützt – hat sich bisher in herausragender Form präsentiert. Das bekam der Aufschlagriese mit montenegrinischer Herkunft im ersten Satz zu spüren. Ein Break reichte dem Serben, um mit 7:5 den ersten Satz zu gewinnen. Im anschließenden Durchgang genügten dem Verteidigungskünstler aus Belgrad zwei Minibreaks im Tiebreak, um dem Ansturm des 1.96 Meter langen Hünen aus Nordamerika abzuwehren. Im dritten Durchgang verschaffte sich „Djoker“ gleich etwas mehr Ruhe, als er gleich im ersten Spiel seinen Konkurrenten breakte. Vergeblich wartete Raonic auf den obligatorischen kurzen Durchhänger des Serben. Ohne Kompromisse agierte Djokovic bis zur 5:2-Führung. Dann verlor er zwei Spiele in Folge. Beim nächsten Servicegame war er wieder fokussiert, gewann auch den dritten Satz mit 6: 4 und zog in das Semifinale der French Open ein.

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Im zweiten Viertelfinale der Herren überraschte Ernests Gulbis seinen Konkurrenten Thomaz Berdych im ersten Satz. Der Lette gewann souverän mit 6:3. Die Verblüffung setzte sich fort: aggressiv und entschlossen nutzte der an 18-gesetzte Balte auch im weiteren Verlauf jede Gelegenheit und nahm dem tschechischen Favoriten auch den 2.Satz „ruck –zuck“  mit 6:2  ab. Bevor die Nr. 6 der Setzliste zu seinem Spiel fand, musste er seinem Gegner die Hand zur Gratulation reichen: Gulbis ließ sich auch im dritten Satz nicht die Butter vom Brot nehmen. Mit gnadenlosen Aufschlägen, trockenen Killerschlägen und mit viel „Touch“ dominierte er weiter und entschied die Partie mit 6:3 im dritten Satz für sich. Der Lette erreicht zum ersten Mal in seiner Karriere das Halbfinale eines Grand Slams. Wenn er weiter so spielt, wird das nicht sein größter Triumph bleiben.

Die ersten Viertelfinals in Roland Garros zeigten dramatische Kämpfe bei den Damen und unangefochtene Siege bei den Herren. Wenn das morgen auch so in Roland Garros abläuft, wäre das nicht von Nachteil für unsere Andrea Petkovic: beim Kämpfen fühlt sie sich heimisch.

2. Juni 2014
von admin
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Teile der spanische Armada gehen in Paris unter – das deutsche Flagschiff hält weiter Kurs

Nach der ersten Woche des Grand Slam-Turniers in Paris kann man feststellen, dass sich die Machtverhältnisse im internationalen Tennis verändert haben: Die ehemaligen Großmächte USA, Australien, Schweden – aber auch Deutschland, Großbritannien und Frankreich haben längst ihre überragende Stellung verloren. Keine dieser  Nationen hat noch mehr als einen Spieler im Turnierfeld, der um den Titel streiten kann. Von den drei erst genannten Ländern sind nach dem heutigen Tag sogar alle Repräsentanten schon ausgeschieden.

Während  bei den Herren die Spitzen der Weltrangliste sich grundsätzlich   durchsetzen, deutet sich bei den Damen eine Revolution an. Die drei Topgesetzten – Williams, Li Na und Radwanska – waren alle spätestens nach der dritten Runde ausgeschieden. Zwei  junge Spielerinnen, die vor dem Turnier nicht unter den Top 100 der WTA-Rangliste platziert waren, spielten sich in Roland Garros zumindest bis in das Achtelfinale.

Eine dieser aufstrebenden Newcomer ist die 22-jährige Niederländerin Kiki Bertens, die am Montag bei dem Auftaktmatch  auf dem Court Philippe Chartrier  gegen unsere letzte Hoffnung, Andrea Petkovic, um den Einzug in das Viertelfinale stritt. Die holländische Qualifikantin spielt unbeschwert auf, dominiert von Anfang an die Ballwechsel. Petko setzt ihre Matchhärte entgegen, ihre Grundschläge sind aber noch zu kurz. Folgerichtig geht Bertens 4:1 in Führung. Andrea zeigt erste Frustrationsreaktionen, produziert ungewöhnlich viele Vorhandfehler. Nach 34 Minuten Spielzeit muss sie sich im ersten Durchgang 1:6 geschlagen geben. Im zweiten Satz lässt sich die Darmstädterin erwartungsgemäß nicht hängen. Bei der Niederländerin schleichen sich erste Fehler ein, ihr System beginnt zu bröckeln, sie verliert häufiger die Contenance. Unsere Kämpferin nutzt diese Schwächephase und schließt den zweiten Durchgang  erfolgreich mit 6:2 ab. Im ersten Spiel des entscheidenden Satzes breakt sie gleich ihre Kontrahentin. Aus heiterem Himmel hat die Deutsche eine Schwächephase. Rebreak! Andrea verschlägt wieder zu viele leichte Vorhände, Kiki gleicht aus. Mit „Hängen und Würgen“ versuchen die Konkurrentinnen jetzt, die Oberhand zu gewinnen. Auf diesem Feld ist Petkovic auch an diesem Tag die bessere Wahl. Sie gewinnt den Kampf mit 7:5. Gratulation! Anerkennung der mentalen Stärke Petkos! Sie wird den Ruhetag nutzen, um das leichte Fieber der letzten Tage wieder in den Griff zu bekommen.   

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Ihre Gegnerin  im Viertelfinale wurde in der Begegnung zwischen der  Italienerin Sara Errani und  der an 6-gesetzten Serbin Jelena Jankovic ermittelt. Ein spannendes Match auf Augenhöhe war auf dem Court Suzanne Lenglen zu erwarten. Nach verbissenem Kampf gewann die Italienerin den ersten Satz im Tiebreak. Damit war der Widerstand der leicht verletzten Serbin gebrochen. Die variantenreiche Errani ließ sich den Erfolg nicht mehr nehmen und beendete die Partie mit einem 6:2 im zweiten Satz.   

Die Russin Svetlana Kusnetzova und die Tschechin Lucie Safarova betraten spätabends den Platz. Die vier Plätze niedriger gesetzte Kusnetzova (Nr.  27) hatte den besseren Tag erwischt und besiegte ihre Kontrahentin mit 6:3 und 6:4.

Die inzwischen zur zweiten Turnierfavoritin (nach Sharapova) avancierte Rumänin Simona Halep, setzte sich unter Beobachtung ihrer „berühmt-berüchtigten“ Landsleute Tiriac und Nastase gegen die Amerikanerin Sloane Stevens  mit 7:5 und 6:3 durch. Damit ist auch der letzte Teilnehmer aus den USA ausgeschieden.

Das gleiche traurige Schicksal hätte auch Frankreich treffen können. Aber Gael Monfils gab Guillermo Garcia-Lopez vor ausverkauften Plätzen und begeistertem heimischen Publikum kaum eine Chance: Nach seiner 6:0, 6:2 –Führung ließ die Konzentration der „französischen Gummiwand mit ständigen Überraschungen“ im dritten Satz kurz nach, dann drehte er wieder auf und sorgte mit dem 7:5 dafür, dass die Pariser weiter ein „Fest fürs Leben“ feiern können. 

Die spanische Tennis-Armada hatte in Paris  ihre ersten Verluste zu vermelden.

Erwartungsgemäß hatten vorher die Landsleute von Garcia Lopez, Rafa Nadal (gegen den Serben Dusan Lajovic 6:1, 6:2, 6:1) und David Ferrer (gegen den Südafrikaner Kevin Anderson 6:3, 6:3,6:7, 6:1), fast  unangefochten das Viertelfinale erreicht.

So ganz nebenbei: David Ferrer hat mit seinem Sieg zum zehnten Mal nacheinander das Viertelfinale eines Grand-Slams erreicht – ein Ausdruck exzellenter Solidität!

Andy Murray, von seinem Marathonmatch gegen Kohlschreiber erholt,  versetzte den stolzen Spaniern den nächsten tödlichen Stich: Mit seinem 6:4, 7:5,  7:6 -Sieg über Fernando Verdasco zog er ungehindert in das Viertelfinale ein. „Der Highlander“ bleibt in Paris ungeschlagen.

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Mit 2 Herren und 2 Damen (Suarez-Navarro und Muguruza – unsere ganz geheime Favoritin für den Turniersieg!) im Viertelfinale von Roland Garros, stellen die Iberer bei den French Open aber immer noch das stärkste Landeskontingent.