4. Mai 2014
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Kälteeinbruch bei den BMW Open in München

Die Semifinals bei den BMW Open wurden bei Temperaturen unter 10 Grad Celsius ausgetragen. Das machte nicht nur dem Publikum keine Freude, sondern diente auch nicht dem an 2-gesetzten Tommy Haas, der als erster Deutscher um den Einzug in das Finale gegen den Slowaken Klizan den Centre Court betrat.

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Haas, der das gesamte Turnier nie ganz schmerzfrei gespielt hatte, wirkte von den ersten Ballwechseln an nicht richtig fit. Er servierte kontrolliert, ohne volle Beschleunigung und auch bei den Grundschlägen sah es so aus, als ob seine Bewegungen eher darauf ausgerichtet waren, weitere muskuläre Leiden zu vermeiden.

Sein slowakischer Gegner, Martin Klizan, aktuell die Nummer 108 der Welt, hatte sich durch die Qualifikation bis in das Halbfinale von München gespielt. Der Linkshänder nutzte die offenkundige Schwächung des gebürtigen Hamburgers entschlossen. Er servierte platziert und druckvoll, bewegte sich sehr gut und machte kaum leichte Fehler. Dieser Matchplan reichte, den deutschen Spitzenspieler an diesem Tag deutlich zu beherrschen. Das klare Ergebnis von 6:3 und 6:2 war angemessener Ausdruck des Spielgeschehens. Mit dem Einzug in das Finale wird der 25-jährige Martin Klizan in der Weltrangliste wieder unter den Top Hundert rangieren. Damit kommt er seiner bisher besten Platzierung, Nr.26 im März 2013, wieder näher.

Ausführliche Ursachenforschung für die Niederlage des Titelverteidigers Haas ist nicht von Nöten. Die kalte Temperatur spielte sicherlich die entscheidende Rolle.

Diese klimatischen Voraussetzungen hätten für den zweiten Deutschen Semifinalisten Jan-Lennard Struff von Vorteil sein können, in seinem Match gegen den an 1-gesetzten Italiener Fabio Fognini. Die aktuelle Nr.14 der Weltrangliste wird selten das zweifelhafte Vergnügen gehabt haben, bei derart niedrigen Temperaturen um Weltranglistenpunkte zu spielen.

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Bei den ersten Ballwechseln dieses Duells kam zur Kälte noch der Regen dazu. Auch davon ließ sich der Mann aus Ligurien nicht beeindrucken. Nonchalant widersetzte er sich den Angriffsbemühungen der deutschen Hoffnung. In einem Match, das von langen Grundlinienduellen geprägt war, konnte der italienische Favorit dann auch zwangsläufig den ersten Satz mit 6:3 gewinnen.

Im zweiten Durchgang kontrollierte der Südeuropäer noch eindeutiger das Spielgeschehen. Im Stil eines Tennislehrers schickte er den jungen Deutschen von einer Ecke des Platzes in die andere, um bei Gelegenheit den Ballwechsel mit einem gefühlvollen Stopp erfolgreich zu beenden. Struff wehrte sich mit allen Mitteln. Vergeblich. Mit 6:1 zog der Favorit überlegen in das Finale ein.

Die coole, fast arrogant wirkende, Körpersprache Fogninis während des Spiels sollte wohl darauf hindeuten, dass er noch nicht alle Reserven angreifen musste. Das muss nicht unbedingt der Realität entsprechen – der Aufsteiger der Saison 2013/2014 ist auf der Tour bekannt dafür, dass er sich auch auf dem Tennisplatz gern als Schauspieler in der italienischen Operetten-Tradition darstellt.

Die Bilanz für die deutschen Vertreter bei den BMW Open sieht besser aus als die Wetterlage am Halbfinaltag. Haas hat bewiesen, dass er mit 36 Jahren immer noch das Zeug hat, ganz oben mitzumischen. Jan-Lennard Struff hat gezeigt, dass er sich in Deutschland in naher Zukunft ganz in den Vordergrund spielen kann. Auch Dustin Brown hat sein außergewöhnliches Talent demonstrieren können. 

Alle anderen deutschen Teilnehmer haben mehr oder weniger ihren aktuellen Leistungsstand präsentiert – mit der Ausnahme von Kohlschreiber, von dem wir in Zukunft wohl wieder bessere Leistungen verlangen können.

3. Mai 2014
von admin
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Zwei heiße deutsche Eisen im Feuer bei den Semifinals der BMW Open

Als erster Deutscher muss Tommy Haas am „Brückentag“ beim ATP-Turnier in München zum Viertelfinale gegen den Italiener Andreas Seppi antreten.

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Der Hamburger beginnt kompromisslos. Er versucht von Beginn an die Ballwechsel zu verkürzen, schlägt lang und kontrolliert auf, dominiert mit aggressiven Grundschlägen das Spielgeschehen und punktet immer wieder mit seiner Rückhand longline – oder mit einem „gepflegten“ Stopp. Der von Haas als „Wand“ bezeichnete Seppi reagiert fast nur – wie erwartet. Unnötige Fehler sind kaum zu erwarten.

Bei 4:3-Führung nutzt Tommy entschlossen den ersten Breakball und serviert anschließend souverän zum 6:3-Satzgewinn nach knapp 30 Minuten. Auffällig war die resolute Stärke der deutschen Nummer 1 bei den „Big Points“.

Im zweiten Durchgang, als sich die Ränge langsam füllten, dreht Seppi den Spieß um. Er breakt seinen Kontrahenten bei eigener 4:3-Führung und gewinnt sein Servicegame problemlos zum 6:3.

Im entscheidenden dritten Satz nimmt der Norddeutsche dem Italiener den Aufschlag zum 4:2 ab, verliert dann aber sein Servicegame, weil der Südtiroler sein Tempo etwas erhöht.

Im anschließenden, 15 Minuten lang umkämpften, „Zitterspiel“ der beiden Konkurrenten, hat Haas am Ende seine Nerven besser im Griff und setzt sich zum 5:3 durch. Natürlich mit einem Rückand longline-Winner verwandelt Tommy den ersten Matchball bei seinem Aufschlagspiel. 6:3 3:6 6:3 – dieses ausgewogene Ergebnis spiegelt keineswegs die Aufregung dieses Viertelfinales wider. Haas spielte zwischen „Genie und Wahnsinn“. So what – dem Publikum gefiel diese emotionale Vorführung mit dem abschließenden „happy end“.

Im Halbfinale trifft der Titelverteidiger jetzt auf den Slowaken Martin Klizan, der sich im vorhergehenden Match gegen den Usbeken Ustomin in drei Sätzen durchgesetzt hatte.

Nachdem auch der topgesetzte Fabio Fognini mit seinem 6:2 6:2 Sieg gegen den Brasilianer Bellucci in das Halbfinale eingezogen war, wartete das Publikum gespannt auf den Auftritt der anderen deutschen Hoffnung, die es in die Runde der letzten Acht geschafft hatte. Jan Lennard Struff, der sich durch die Qualifikation bis in das Viertelfinale gespielt hatte, wurden auch in seinem Spiel gegen den Letten Ricardas Berankis gute Siegchancen gegeben. Im Verlauf des ersten Satzes wurden die Erwartungen etwas gedämpft. Der Warsteiner unterlag mit 4:6. Im zweiten Durchgang fiel der Druck von dem 24-jährigen Deutschen mehr und mehr ab und er gewann den Satz mit 6:3. Im entscheidenden dritten Satz setzte er sich, angefeuert von dem Publikum, mit 6:4 durch und erfüllte sich seinen großen Traum mit dem Einzug in das Halbfinale der BMW Open. Hier trifft er heute auf den Turnierfavoriten Fognini.

Zwei Deutsche in den Semifinals der BMW Open 2014 – Turnierdirektor Patrick Kühnen kann mit einem ausverkauften Centre Court in München rechnen.

Ab 13 Uhr überträgt das Bayerische Fernsehen das erste Halbfinale. Hoffentlich entscheidet sich der Sender dafür, die Übertragungszeit morgen auszudehnen, um allen deutschen Tennisfans die Gelegenheit zu geben, auch den Auftritt des zweiten deutschen Semifinalisten mitzuerleben.

2. Mai 2014
von admin
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Die deutschen Tennisprofis machen es besser als die Bayern in München

In München findet in dieser Woche das erste bedeutungsvolle Sandplatzturnier der Herren auf deutschem Boden statt. Bei dem mit knapp 500.000 € dotierten BMW-Open traten sieben deutsche Spieler an. Sie hatten eine weitere Gelegenheit – nach dem erfreulichen Auftreten des neuformierten Davis Cup – Teams in Frankreich – das deutsche Herrentennis positiv in der Öffentlichkeit zu präsentieren. 

Unser vielversprechendstes Talent, der 17-jährige Alexander Zverev, war der neuen Herausforderung noch nicht gewachsen – er verlor sein Auftaktspiel gegen den routinierten Österreicher Jürgen Melzer 1:6 2:6 und hatte dabei nicht den Hauch einer Siegchance.

Mit dieser Niederlage war zu rechnen, dass Philipp Kohlschreiber dann dem Usbeken  Denis Ustomin in seinem Erstrundenmatch 5: 7 6:2 4:6 unterlag,  war dann eine negative Überraschung. Immerhin hatte der Deutsche das Turnier 2007 und 2012 sogar schon zwei Mal gewonnen.

Diese Negativserie setzte leider Peter Gojowczyk fort. Trotz Dominanz im ersten Satz schied er mit 6:3 4:6 1:6 gegen den Ukrainer Stachowski aus. 

Michael Berrer, der als „Lucky Looser“ in das Hauptfeld rutschte, scheiterte dann auch – trotz harter Gegenwehr – gegen den an Position 7-gesetzten Italiener Andreas Seppi in zwei Sätzen  (3:6 5:7).

Da atmete das begeisterte Münchner Publikum auf, als Dustin Brown den Aufschlaggranaten des Kroaten Ivo Karlovic trotzte und sich zwei Mal im Tiebreak gegen den Favoriten durchsetzte.

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Überzeugend war auch der Auftritt von dem Qualifikanten(!) Jan- Lennard Struff. Er schlug den an 6-gesetzten Spanier Feliciano Lopez nach bravourösem Einsatz mit 6:3 6:4.

Der Titelverteidiger und Publikumsliebling Tommy Haas hatte in der ersten Runde ein Freilos. Bei seinem souveränen  Achtelfinal-Sieg (6:2 6:4) gegen den Kolumbianer Alejandro Falla war die fast chronische Schultergelenkverletzung kaum zu spüren. Die Tennisfans in der bayrischen Hauptstadt werden Stoßgebete gen Himmel senden, damit ihr Tommy auch weiterhin verletzungsfrei agieren kann.

In die Herzen der Zuschauer hat sich auch längst Jan- Lennard Struff gespielt. Der 24-jährige Warsteiner schlug in beeindruckender Manier den Gojowczyk-Bezwinger Stachowski im Achtelfinale. Sein 6:3 6:4- Sieg verschafft ihm gute Aussichten für ein Weiterkommen. Er trifft jetzt im Viertelfinale auf den Letten Berankis, der  als „Lucky Looser“ in das Hauptfeld kam, die 1.Runde mit einem Freilos überstand und dann die Gunst der Stunde mit einem hauchdünnen Triumph (7:6 3:6 7:6) über Melzer im Achtelfinale nutzte.  

Das deutsche Tennis hat mit Haas und Struff  in München bei den BMW-Open noch zwei „heiße Eisen im Feuer“. Leider musste sich Dustin Brown im Achtelfinale nach tapferem Kampf und beeindruckender Leistung dem topgesetzten italienischen Sandplatzspezialisten Fabio Fognini mit 6:7 2:6 geschlagen geben.

Unsere heimischen Tennisprofis konnten bisher mit ihren Auftritten die – vom letzten Champions-League-Spiel noch erschütterten – bayerischen Sportfans von ihrer Melancholie befreien. Wir hoffen, dass unsere beiden Spieler in der Runde der letzten Acht noch weiter für aufmunternden Trost sorgen können. 

Wer unsere deutschen Profis in ihren Viertelfinalspielen live mit verfolgen möchte, der sollte das Bayerischen Fernsehen am Freitagnachmittag einschalten. Der Lokalsender lässt es sich nicht nehmen, vom traditionsreichen Tennisturnier mit bewegten Bildern zu berichten. Die deutschen Tennisfans werden es ihnen danken.