3. August 2015
von admin
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Am Ende alles gut am Rothenbaum!

7500 Zuschauer auf den ausverkauften Tribünen des Center Courts auf  der Tennisanlage am Rothenbaum sahen ein begeisterndes Finale der „bet at Home Open“. Publikumsheld Rafael Nadal schlug den „bad guy“ Fabio Fognini nach mehr als 2 Stunden Spielzeit mit 7:5 und 7:5. Der Spanier rutschte nach dem Matchball  auf den Knien zur T-Linie, riss dabei beide Fäuste in die Luft und schrie seine Freude laut heraus. „ Der Sieg ist eine Erleichterung. Die Entscheidung hier zu spielen, war richtig“, kommentierte er nach dem Finale seinen Jubel.

rafael-nadal

Der Turnierdirektor Michael Stich beurteilte dieses Endspiel mit für ihn sehr deftigen Worten: „Das war ein geiles Match mit einem geilen Publikum!“

Eitel Sonnenschein am Rothenbaum?

Die Sonne kam während der Turnierwoche nur am Samstag und Sonntag zur Stippvisite.

Die deutschen Zuschauerattraktionen waren alle schon nach der zweiten Runde ausgeschieden.

David Ferrer (ATP Nr.7) und Gilles Simon ATP Nr.11) hatten kurzfristig abgesagt.

image rothenbaum

Claus Retschitzegger,  Leiter Kommunikation des Hauptsponsors „bet at Home“, äußerte seine Unzufriedenheit: „ Das Teilnehmerfeld war hart an der Schmerzensgrenze!“ Dann unterbreitete er einen tollkühnen Vorschlag, der bewies, dass er ziemlich ahnungslos auf dem Feld des „weißen Sports“ tätig ist: „Vielleicht sollte man auch einen Wechsel auf Hartplatz im Hinterkopf behalten.“

Unser Hamburger Michel wird ihm inzwischen schon die richtigen Informationen gegeben haben, sodass die irreale Idee wohl nicht weiter im Kopf des Kommunikationsleiters herum spukt.

Michael Stich konnte am Ende ein positives Fazit ziehen: 70700 Zuschauer strömten auf die Anlage und sahen laut Stich „attraktiven und spannenden Tennissport“, der durch die Teilnahme von Superstar Rafael Nadal „auf ein anderes Niveau gehoben wurde“.

Der Turnierdirektor: „Rafa hat die Ticketverkäufe und unsere mediale Präsenz nach oben katapultiert.“

Ende gut – alles gut.

30. Juli 2015
von admin
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Jetzt geht auch Flo k.o.!

Der „bet at home Open“-Turnierdirektor Michael Stich schaute am Donnerstag nicht nur sorgenvoll in den grauen Wolkenhimmel über Hamburg, er wartete auch gespannt auf das Zweitrundenmatch zwischen Florian Mayer und Andrea Seppi.

Der Bayreuther ist der letzte verbliebene deutsche Teilnehmer in dem ATP World Tour-Event.

Von Anfang an bot diese Partie attraktives Sandplatztennis: Knallharte Aufschläge und Returns, messerscharfe Slices, gefühlvolle Stopps und kluge Winkelschläge prägen die Begegnung. Das Publikum ist dankbar und begeistert.

Bis zum 3:3 ist das Match ausgeglichen. Dann gelingt dem Deutschen das erste Break. Bei 5:4 hat er drei Satzbälle in Folge, nutzt den dritten Setpoint und gewinnt den 1.Satz unter dem Jubel der Zuschauer mit 6:4.

mayer

Der Kampf auf Augenhöhe setzt sich auch im 2.Satz fort. Seppi erobert sich aber Schritt für Schritt die Oberhand. Bei 3:2-Führung gelingt ihm ein Break. Er gewinnt auch die nächsten beiden Spiele und den zweiten Durchgang mit 6:2.

Seppi dominiert auch zu Beginn des entscheidenden Satzes und geht 3:0 in Führung, baut den Vorsprung auf 4:0 aus. Der Konditionsrückstand nach der Verletzung scheint sich beim Bayreuther bemerkbar zu machen. Mayer lässt sich nicht unterkriegen, verkürzt auf 2:4. Die Nummer 22 der Weltrangliste aus Bozen behält das Heft in der Hand und gewinnt den dritten Durchgang und das Match mit 6:3.

Florian Mayer hat eine gute Vorstellung geboten. Er ist kein Popstar des internationalen Tennis – er ist ein Akteur für den feinen Geschmack. Wer variantenreiches Tennis bevorzugt und intelligentes taktisches Verhalten schätzt, der wird dem Bayern mit Begeisterung zuschauen.

Jetzt ist der letzte Deutsche aus dem Rennen.

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Das Publikum am Rothenbaum– und der Hamburger Michel – freuen sich jetzt auf Rafael Nadal.

Der Spanier erreichte dann auch dass Viertelfinale. Der ehemalige Weltranglisten-Erste aus Spanien besiegte den Tschechen Jiri Vesely mit 6:4 und 7:6 (7:2) und trifft am Freitag auf Pablo Cuevas aus Uruguay, der  Nummer fünf der Setzliste.

Auch die Franzosen Paire und Pouille, die Italiener Fognini und Bolelli sowie der Brite Bedene spielten sich in die Runde der letzten Acht.

30. Juli 2015
von admin
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(Wetter-) Bericht zur Lage am Rothenbaum

Es gibt dieses nicht auszumerzende Vorurteil, dass in Kalifornien immer die Sonne scheint und es in Hamburg immer regnet. Das kann man statistisch widerlegen: Hannover hat eindeutig mehr Regentage im Jahr als die Hansestadt! Turnierdirektor Michael Stich hat sich trotzdem den Vorurteilen gebeugt und das Turnier vom Frühling in den Hochsommer verlegt. Im Frühling kann es am Rothenbaum schon einmal regnen – auf jeden Fall ist es saukalt. Die südamerikanischen Teilnehmer liefen früher auch schon mit Handschuhen und Schal zum Wettkampf auf.

Diese Jahr hat „unser Michel“ ausgesprochenes Pech: Ende Juli präsentiert Hamburg sein berühmt- berüchtigtes „Schmuddelwetter“, der Wind pfeift orkanartig über die Anlage und es ist so kalt, dass die Zuschauer in Winterkleidung den Weg zur Anlage antreten.

schmuddelwetter

Das kann einen Seemann nicht erschüttern – und da das Publikum meist einen Hochseefischer oder Überseekapitän als Vorfahren in der Familie aufweist, strömt es unbeirrt zu den „bet at home Open“.

Jetzt sind die deutschen Publikumsattraktion Kohlschreiber und Zverev früh ausgeschieden, Flo Mayer kämpft als letzter deutscher Mohikaner in der zweiten Runde, Nadal ist verletzungsanfällig, weil er sich mehr als eine Stunde aufwärmen muss, um auf seine gewohnte Wettkampf – Körpertemperatur zu kommen. Einem anderem Topspieler, Fabio Fognini, der vor zwei Jahren das Turnier gewann, wünschen die meisten Hanseaten ein frühes Ausscheiden – der Italiener ist den nüchternen Nordlichtern viel zu arrogant und selbstverliebt.

Wir sehen schwarz für die nächsten Tage am Rothenbaum – nicht nur weil dunkle Wolken auf „das Tor zur Welt“ drücken. Wenn am Donnerstag der Bayreuther Mayer verlieren sollte, haben die anspruchsvollen Hamburger – außer Nadal (siehe oben …)  – kaum einen Spieler, an dem sie sich wirklich erwärmen können.

Und Wärme ist in diesen arktischen Tagen in der Hafenstadt dringend nötig.