23. August 2014
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Die Gegner der deutschen Tennisprofis bei den US-Open

Jetzt wird es ernst. Die Auslosung für die US Open hat stattgefunden, seit Tagen bemüht sich die zweite Garde, sich für das Hauptfeld zu qualifizieren.

flushing meadow

Drei deutschen Herren ist die Qualifikation für das Großereignis gelungen: Andreas Beck besiegte den Franzosen Bourgue, den Inder Sing und bezwang in der letzten Runde nach hartem Kampf auch Rajeev aus den USA mit 6:2, 6:7 und 7:6. Sein Gegner im Hauptfeld wird der Spanier Carreno-Busta sein.

Peter Gojowczyk schlug den Australier Reid, den Ukrainer Molchonov und verwirklichte sein Ziel mit einem 3:6, 6:4 und 6:3-Sieg über den Slowenen Bedene. In der ersten Maindraw-Runde ist er ausgerechnet Benjamin Becker zugelost worden.

Die Teilnahme im Hauptfeld hat sich auch Matthias Bachinger mit seinen Siegen über den Italiener Viola, den Argentinier Collarrini und den Japaner Sugita (6:3, 6:1) verdient. In der ersten Runde der US Open trifft er auf den Tschechen Radek Stepanek.

Alexander Zverev bezwang zwar den Japaner Uchiyama, unterlag aber dann dem Türken Ilhan mit 6:4, 5:7 und 5:7.

Nach einem Sieg über den Chilenen Castillo schied Philipp Petzschner in seinem nächsten Match gegen den Chinesen Di Wu (6:1,3:6, 2:69 aus.

Tim Pütz verlor in der ersten Qualirunde gegen den Japaner Sugita in zwei Sätzen.

Unsere sonst so erfolgreichen deutschen Damen spielten eine unglückliche Qualifikation in New York: drei Mädchen schieden in der letzten Runde aus.

Carina Witthöft setzte sich gegen Brady aus den USA und Kumkhum aus Thailand durch, unterlag dann aber der Ukrainerin Zanevska 6:7 und 3:6.

Anna Lena Friedsam bezwang die Holländerin Weijers und die Tschechin Voracova, scheiterte dann aber an der Russin Tsurenko (4:6,6:4, 2:6).

Laura Siegemund schlug Garcia Vidagani und Rogowska, hatte aber keine Chance gegen die Russin Pervak (1:6, 3:6).

Tatjana Maria war erfolgreich gegen das US-Girl Bousserup, gegen die Tunesierin Jabeur fehlte ihr dann aber das letzte Quäntchen Glück (6:0, 5:7, 6:7).

Dinah Pfitzenmaier siegte gegen die Usbekin Amanmuradova, verlor dann aber gegen die Australierin Anastasia Rodionova im dritten Satz (4:6, 6:3, 2:6).

Die Erfolgsaussichten für die gesetzten deutschen Hauptfeld-Teilnehmer bei den Damen sind günstig.

Angelique-Kerber

Angelique Kerber (gegen die Russin Ksenia Pervak), Andrea Petkovic (gegen die Tunesierin Ons Jabeur) und Sabine Lisicki (gegen die Kanadierin Francoise Abanda) spielen in der ersten Runde gegen Qualifikantinnen.

Harte Brocken sind Mona Barthel mit der Chinesin  Zhang Shuai, Julia Görges mit Flavia Pennetta (Italien) und Annika Beck mit Sloane Stephens aus den USA zugelost worden. Alle Kontrahentinnen der drei Deutschen sind gesetzt.

Auch die deutschen Herren sind in ihren Erstrundenpartien nicht chancenlos:

Benjamin Becker spielt – wie gesagt – gegen den deutschen Qualifikanten Gojowczyk. Tobi Kamke trifft auf den Australier Matthew Ebden, Dustin Brown auf  den Aussie Bernard Tomic und  Jan Lennard Struff auf den Kasachen Michail Kukuschkin.

Der an Position 22-gesetzte Philipp Kohlschreiber hat sich mit dem Argentinier Facundo Bagnis auseinanderzusetzen.

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Am kommenden Montag werden die ersten Matches der US Open in New York gespielt werden.

Wir sind dabei.

21. August 2014
von admin
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Mangelndes Selbstvertrauen – der ärgste Gegner im Tennis

„Ehrlichkeit mit sich selbst ist das erste Kapitel im Buch der Weisheit“

„Es ist so schwer, Selbstvertrauen zu erlangen – und so leicht, es zu verlieren“. Diese treffende Aussage des Weltranglistenersten Djokovic haben wir jetzt öfters zitiert. In diesem Text wollen wir uns näher mit dem entscheidenden Erfolgsfaktor im Tennis – auf dem Spitzenniveau, wie auch auf der Vereinsebene – auseinandersetzen.

Selbstvertrauen ist grundsätzlich  das Vertrauen eines Spielers in die eigenen Möglichkeiten, in die eigenen Fähigkeiten. Dieses Vertrauen verschafft eine solide Orientierung und gibt größere Zuversicht, Probleme zu lösen.

Horst Tiwald, ein uns bekannter Professor der Sportpsychologie, der niemals selbst Tennis gespielt hat, hat eine tiefe  und weit reichende Definition des Tennisspiels formuliert: „Im Tennis ist es die Hauptaufgabe, dem Gegner Probleme über das Netz zu werfen.

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Da Tennis ein Rückschlagsport ist, muss der Spieler also immer wieder Probleme lösen. Ein solides Selbstvertrauen schafft eine ruhige Ausgangslage. Man zweifelt nicht an seinen Fähigkeiten, man bleibt gelassen, wenn man herausgefordert wird. Man hat Zuversicht, das Problem schon irgendwie zu lösen. Diese Einstellung ist gegenwartsorientiert. Man hängt keinen Erinnerungen an vergangenen Fehlern nach, man hat keine Angst vor zukünftigen Misserfolgen.

Marie von Ebner-Eschenbach: „Die Gelassenheit ist eine anmutige Form des Selbstbewusstseins.“

In der Motivationspsychologie unterscheidet man zwei grundsätzliche Haltungen: „Angst vor Misserfolg“  und „Hoffnung auf Erfolg“. Wer von Angst vor Misserfolg geprägt ist, hat vergangenes oder mögliches zukünftiges Versagen vor Augen („im Kopf“). Die Wahrnehmung ist nicht frei für eine konzentrierte Beobachtung der realen Situation, sondern negative Vorstellungen legen sich wie ein Schleier auf die Sinnesempfindungen. Hier kommen die schädlichen  „Selbsterfüllenden Prophezeiungen“ in das Spiel, die wir in einem anderen Post unter „Pitch and Court“ schon ausführlicher dargestellt haben.

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Hoffnung auf Erfolg basiert auf der Zuversicht, das Problem selbst lösen zu können. Der alte Goethe hatte auch vom Tennis Ahnung: „ Zuversicht ist der halbe Weg zum Erfolg.“

Wie erreicht man diese Zuversicht? Nur mit achtsamen Training. Achtsam heißt hier, nicht abgelenkt das richtige Bewegungsgefühl, den Rhythmus, den Schwung, den Drall des Balles, das Tempo und die Schlagdistanzen wahrzunehmen.

Wichtig für diese Achtsamkeit ist eine offene Einstellung: Sich über die erfolgreichen Schläge freuen und sie im Gedächtnis abspeichern, Fehler akzeptieren und aus ihnen lernen. Wir erinnern an die Aussage Federers nach seiner Finalniederlage gegen Tsonga vor zwei Wochen: „Ich weiß jetzt, was ich noch verbessern muss.“ Sieben Tage später gewann er das Turnier in Cincinatti.

Dale Carnegie: „ Selbstvertrauen gewinnt man dadurch, dass man immer genau das tut, wovor man Angst hat, und auf diese Weise eine Reihe von erfolgreichen Erfahrungen sammelt“.

Mit dieser Einstellung lernt man, dem eigenen Körper – aber auch dem mentalen Fähigkeiten –  zu vertrauen. Das ist der Weg zum klaren Selbst-Vertrauen.

Dieser Weg ist schwer, meint Djokovic und beschreibt dann, wie leicht  man das mühsam errungene Selbstvertrauen gleich wieder verlieren kann.

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Was macht man dann?

Eine vorbildliche Lösung für dieses Problem bietet der Belgier David Goffin an. Er hatte nach schnellem Aufschwung eine lange Durststrecke zu erleiden. Goffin kehrte zu seinem alten Trainer zurück, der ihm empfahl, das Selbstvertrauen Schritt für Schritt wieder neu aufzubauen. Der alte Fuchs wusste, dass Selbstvertrauen mit Erfolg zusammenhängt. Er schlug nach einigen harten, aber erfolgreichen Trainingseinheiten vor, dass neu gewonnene Potenzial erst einmal auf niedrigerem Niveau zu stabilisieren. Der gelehrsame Schüler spielte wieder Challenger Turniere. Mit Erfolg. Dann wurde die nächste Stufe angegriffen. Goffin gewann das Turnier in Kitzbühel. Inzwischen hat er 25 Spiele nacheinander auf der ATP-Tour gewonnen. Der Belgier hat in diesen Tagen die beste Weltranglistenposition in seiner Karriere erreicht.

Goffins Weg bietet ein Rezept: Wenn man in der Gegenwart überfordert scheint, ist es sinnvoll, sich auf ein vertrautes Terrain zurück zu ziehen, um von dort mit neuer Motivation anzugreifen.

Wenn wir bekannte Persönlickeiten als „Testimonials“ unserer Argumentation immer wieder zitiert haben, soll unser politisches Oberhaupt nicht fehlen. Angela Merkel: „ Unser ärgster Feind kann nur unser mangelnder Glaube an uns selbst sein.“

David Goffin hat seinen ärgsten Gegner bezwungen.

Er darf nicht den Fehler machen, zu glauben, dass dieser Feind endgültig besiegt ist. Der lauert auf jede Gelegenheit, sich wieder in den Vordergrund zu spielen.

Djokovic hat recht.

20. August 2014
von admin
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Viele verpatzte Gelegenheiten bei der letzten Generalprobe für die US Open

Letzte Gelegenheit der internationalen Tennisstars sich in Form für die US Open zu bringen, sind für die Damen die  „Connecticut Open“ in New Haven und für die Herren die „Winston Salem Open“ auf der Anlage der Wake Forrest University. Beide Turniere finden eine Woche vor Flushing Meadow statt und starteten am Montag.

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Während die Topspieler die letzten Tage vor dem Großereignis sich meist in Ruhe mit individuellen Trainingseinheiten vorbereiteten, entschieden sich diejenigen Profis, die ihrer Wettkampfform noch den letzten Schliff geben wollten, für eine Teilnahme an diesen etwas weniger hoch dotierten Veranstaltungen.

Einige deutsche Amerikareisende versuchten sich in der Qualifikation. Bei den Herren schied Andre Begemann in der ersten Runde gegen Jason Jung aus. Auch Anna Lena Friedsam verlor ihr erstes Quali-Match gegen Cepelova. Mona Barthels gewann gegen Bertens und Cepelova, unterlag dann Bencic in der letzten Runde. Ähnlich erging es Annika Beck, die sich gegen Cohen und Niculescu durchsetzen konnte, um dann im letzten Qualifikationsspiel denkbar knapp   gegen die Japanerin Doi im Tiebreak des dritten Satzes auszuscheiden.

In der ersten Maidraw-Runde der Winston Salem Open gelang es zwei von drei deutschen Teilnehmern, sich in der ersten Spielrunde erfolgreich durchzusetzen. Leider verlor Jan-Lennard Struff sein erstes Match gegen den US-Boy Ryan Harrison 4:6 und 2:6. Dustin Brown hingegen gelang es, den Kolumbianer Alejandro Gonzalez mit 6:3 und 6:2 zu schlagen. Auch Benjamin Becker startete mit einem  6:2, 2:6 und 6:1- Auftaktsieg  gegen den Spanier Carreno Busta in der  Universitätsstadt.

Die deutsche Herrlichkeit war in der zweiten Runde schnell vorbei: Dustin Brown unterlag Guillermo Garcia-Lopez mit 7:6, 2:6 und 2:6 und Benjamin Becker scheiterte mit 5:7 und 4:6 an dem Finnen Jakko Nieminen.

Der Belgier David Goffin hatte in den letzten Wochen positiv auf sich aufmerksam gemacht. Auf dem alten Kontinent gewann er mehrere etwas kleinere Turniere nacheinander und setzte dann seinem Siegeszug mit dem Titel in Kitzbühel die Krone auf. Bei seinem ersten Auftritt in Amerika gelang es ihm, nachdem er sich in Salem in der Qualifikation durchgesetzt hatte, den Titelverteidiger Jürgen Melzer in der ersten Hauptfeldrunde mit 6:4 und 6:3 zu besiegen. Das war sein 23.Sieg in Folge.

David+Goffin

Sein gestriger 6:3 und 6:1-Sieg gegen den an 4-gesetzten Argentinier Leonardo Mayer – Titelgewinner der German Open 2014 – ist ein weiteres Beispiel für die beeindruckende Leistungsentwicklung des Belgiers.

In New Haven griff Andrea Petkovic als einzige Deutsche im Hauptfeld  zum Schläger. Der Erstrundensieg  „Petkos“ gegen die Slowakin Cibulkova mit 7:6 und 6:3 kann ihr Selbstvertrauen stärken. In der nächsten Runde trifft  sie auf die Belgierin Flipkens.