14. Juni 2014
von admin
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Federer im Finale der Gerry Weber Open

Nach dem Wahnsinnsmatch gegen Dustin Brown trat Philipp Kohlschreiber bei den Gerry Weber Open am Samstag als klarer Favorit im Halbfinale gegen den Kolumbianer Alejandro Falla an. Die bisherigen fünf Begegnungen der beiden Spieler hatte der Deutsche alle für sich entscheiden können. Der Weg in das Finale schien offen für den 30-jährigen Bayern. Erwartungsgemäß setzte sich das aggressivere Spiel von Kohli gegen die Defensivtaktik des Südamerikaners im ersten Satz durch: Kohlschreiber gewann 6:4. Im zweiten Satz schlichen sich in das Spiel des Deutschen mehr Flüchtigkeitsfehler ein. Sein Gegner agierte weiter mit präzisen und ruhigen Schlägen, lies sich niemals aus seinem Konzept bringen. Beide Spieler brachten ihre Aufschläge durch, so dass der Tiebreak die Entscheidung bringen musste. „Kohli“ hatte hier zahlreiche ungenutzte Punktchancen und verlor denkbar knapp mit 5:7. Im entscheidenden Durchgang wurde weiter auf Augenhöhe gespielt. Nach einem frühen Break des Deutschen, gelang dem Kolumbianer bald das Rebreak. Bei 5:4-Führung gelang Alejandro Falla noch einmal ein Break und zog damit überraschend in das Finale ein. Der Überraschungssieger war überglücklich. “In dieser Woche musste ich immer hart kämpfen, da ich in jedem Match zurück gelegen habe. Rasen ist aber mein Lieblingsbelag und auf diesem Boden habe ich gegen jeden eine Chance”.

falla

Auch gegen Roger Federer? Der Schweizer wird nämlich Fallas Gegner im Finale der Gerry Weber Open sein. Der mehrfache Wimbledonsieger und Rasenspezialist bezwang im zweiten Halbfinale den Japaner Kei Nishikori mit 6:3 und 7:6. Die Matchbilanz der beiden Kontrahenten führte vor dem Spiel der Japaner mit 2:1 Siegen an. Wohl auch deshalb agierte Gentleman Roger von Anfang an sehr offensiv und punktete häufig mit „Serve und Volley“-Spiel. Federer demonstrierte ungewöhnlich lautstark seinen Siegeswillen und wirkte durchgängig sehr zielbewusst.

nishi

Derr Turnierveranstalter wird aufatmen: mit dem Sieg des Schweizers wird morgen ein Publikumsliebling und Zuschauermagnet im entscheidenden Match der Gerry Weber-Open antreten

fedex

13. Juni 2014
von admin
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Atemberaubender Tenniskrimi zwischen Kohlschreiber und Brown

Bei den „Gerry Weber Open“ in Halle haben die deutschen Tennisprofis zur Freude des Publikums bisher  herausragende Erfolge erzielt. Am Freitag konnten sich die drei im Turnier verbliebenen einheimischen Spieler für das Halbfinale qualifizieren.

Als erster Deutscher ging Peter Gojowczyk gegen den Kolumbianer Alejandro Falla auf den Platz. Im ersten Satz hatte „Gojo“ zahlreiche Break- und Spielbälle, die er nicht nutzen konnte. Unausweichlich mündete das Match dann in den Tiebreak, in dem der 24-jährige Dachauer eigentlich unnötig mit 4:7 unterlag.

gojowczyk

Im zweiten Satz häuften sich die „unforced errors“ im Spiel des Deutschen. Obwohl Falla selbst kaum die Initiative ergriff und fast nur defensiv agierte, setzte er sich wieder im Tiebreak, diesmal mit 7:2, durch.

„Gojo“ erreichte in dieser Auseinandersetzung eigentlich nie seine Bestform und verpasste dadurch leider die Chance zum Einzug in das Halbfinale.

Ihre Bestform präsentierten dann die beiden deutschen Spieler, die im nächsten Viertelfinale in einem direkten Duell aufeinandertrafen. Dustin Brown und Philipp Kohlschreiber boten dem Publikum einen atemberaubenden Tenniskrimi, der höchsten Ansprüchen genügte. Der Rasta-Mann aus Celle riskierte, wie bei seinem Sensationserfolg über Nadal, von Anfang an wieder alles. Der solidere Kohlschreiber profitierte im ersten Satz von einigen Flüchtigkeitsfehlern seines Gegners und gewann den Durchgang mit 6:4.

Im  zweiten Durchgang startete der Deutsch-Jamaikaner durch wie eine Rakete,erhöhte das Tempo noch einmal, produzierte zahlreiche Wunderschläge und ging 5: 0 in Führung. Dann verschlug er wieder einfachste Bälle und Kohli konnte auf 5: 5 ausgleichen. In den nächsten beiden Spielen gelang „Dreddy“ Brown wieder alles und er beendete den Satz erfolgreich mit 7:5.

kohli

Im entscheidenden dritten Durchgang konnte keiner der beiden Spieler nachhaltig die Oberhand gewinnen. Es entwickelte sich ein hochklassiges Match, dass im Tiebreak entschieden werden musste. Aus einem Tenniskrimi wurde ein nervenzerfetzender Thriller. Brown wehrte insgesamt 5 Matchbälle Kohlschreibers ab und verspielte  6 eigene Matchpoints. Beim Stand von 17:16 und eigenem Service, gelang „Kohli“ endlich der entscheidende Siegpunkt. Er schrie seine Freude heraus, die Zuschauer applaudierten minutenlang. Zur Ruhe gekommen, kommentierte der Warsteiner:  „Im Tie-Break hat der Glücklichere gewonnen. Das war ein echter Nervenkrieg mit viel Spannung und Adrenalin. Da war es schon anstrengend, ruhig zu bleiben und ich bin einfach nur froh, es gewonnen zu haben. Eigentlich ist es schon schade, dass immer einer gewinnen muss”.

Der Paradiesvogel Brown konnte ihm hier nur sachlich zustimmen.

tennisslomo

Kohlschreiber trifft Samstag im Halbfinale auf den Gojowczyk-Bezwinger Falla. Ohne Schweiß zu vergießen, erreichte der an 2-gesetzte Roger Federer das Semifinale der unteren Hälfte des Tableaus. Sein Gegner Lu aus Taipeh konnte wegen schwerer Rückenschmerzen nicht antreten.

Der Schweizer trifft dort auf den Japaner Kei Nishikori. Der an 3-gesetzte Tennisstar aus Nippon setzte sich mit 6:1, 7:6 gegen den US-Boy Steve Johnson durch.

  

12. Juni 2014
von admin
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Großes Tennis und deutscher Sensationserfolg in Halle

Eigentlich sollte dieser Tennisblog nur bei Grand Slams „day by day“ berichten. Die Gerry Weber Open haben es aber verdient, dass man täglich von diesem vorzüglich organisierten Turnier berichtet.

Die Spiele am Donnerstag waren dann auch in jeder Hinsicht bemerkenswert. Beginnen wir mit dem ersten Phänomen, Lu Yen-Hsun, dem Tiebreakkönig aus Taipeh. Der 30-jährige besiegte  den Aufschlagriesen Karlovic mit 7:6 und 7:6  und ist jetzt der zweite Asiate – neben dem Japaner Nishikori – im Viertelfinale. Bisher hat die aktuelle Nr. 50 der Weltrangliste in Halle nur Tiebreaks gespielt – schon in der ersten Runde hatte er sich gegen den Kroaten Pavic mit 7:6, 6:7 und 7:6 durchgesetzt.

Er trifft jetzt auf Gentleman Roger Federer, der bei seinem Auftaktspiel gegen den Portugiesen Sousa nur schwer in das Match fand. Den ersten Satz musste Roger im Tiebreak abgeben. Dann erst kam der „Fedexpress“ besser in Fahrt.   6:4 und 6:2 lauteten dann die nächsten Stationen bei dem Einzug des Schweizers in die Runde der letzten Acht.    

fedberg

Federer beim Tennis zu sehen, ist immer attraktiv. Dustin Brown zuzuschauen, ist immer aufregend. Der deutsche Rasta-Mann trat im Achtelfinale in Halle gegen den topgesetzten Rafael Nadal unbekümmert und gelöst an. Er spielte im wahrsten Sinne des Wortes – mit unglaublichen Einlagen. Das Publikum war begeistert, unser deutscher Paradiesvogel freute sich ausgelassen über gelungene Zauberschläge. Nadal hingegen verging im Laufe des Matches das Lachen. Anfangs hielt Dustin mit Mühe seine Servicegames, als er aber 5:4 im ersten Satz führte, war er nicht mehr zu halten, ballerte dem Spanier die Returns um die Ohren und erspielte sich drei Satzbälle, die Nadal zuerst bravourös abwehrte. Mit einem gewaltigen Returnschuss beim vierten Setpoint gewann Brown dann den ersten Satz mit 6:4.

brown

Es war zu erwarten gewesen, dass Dustin Brown in seinen Höhenflug von Nadal im zweiten Satz auf den Boden der Tatsachen zurück geholt wird. Aber der Deutsche hatte dem Spanier „den Zahn gezogen“. Wie ein Tornado fegte Brown  die halbherzige  Gegenwehr Nadals vom Platz. Mit 6:1 im zweiten Satz zog der Deutsch-Jamaikaner verdient in das Viertelfinale ein und trifft dort jetzt auf seinen Landsmann Phillip Kohlschreiber.  

Eine optimale Vorbereitung auf Wimbledon war dieser Auftritt Browns für Nadal bestimmt nicht.

tennislandschaft

Aber dem deutschen Tennisherz hat diese Vorstellung verdammt gut getan.